Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
| Daten zum Buch | |
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| Deutscher Titel: | Auf der Suche nach der verlorenen Zeit |
| Autor(en): | Marcel Proust |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Suhrkamp Verlag |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1913 |
| Seitenanzahl: | 5288 Seiten |
| Originaltitel: | À la recherche du temps perdu |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3518468308 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783518468302 |
| Schlagwörter: | Erinnerung, Zeit, Gesellschaft, Moderne |
| Sachgebiete: | Romanzyklus |
| Rezensionen | |
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (französisch À la recherche du temps perdu) ist der siebenteilige Romanzyklus von Marcel Proust, erschienen zwischen 1913 und 1927. Etwa die Hälfte des Werks kam erst nach dem Tod des Autors heraus. Es gilt als einer der bedeutendsten Romane der Moderne; die Angabe zum Umfang bezieht sich auf die siebenbändige Ausgabe.
Inhalt
Ein namenloser Erzähler blickt auf sein Leben zurück, und der Zugang zu dieser Vergangenheit ist kein Entschluss, sondern ein Zufall: Der Geschmack eines in Lindenblütentee getauchten Gebäckstücks holt die Kindheit in Combray zurück, mit einer Genauigkeit, die dem willentlichen Erinnern nie gelingt. Aus dieser unwillkürlichen Erinnerung entfaltet sich der ganze Zyklus – die Sommer auf dem Land, das nächtliche Warten auf den Gutenachtkuss der Mutter, die ersten Bücher, die ersten Kirchen.
Der Erzähler wächst in eine Gesellschaft hinein, die er zugleich anbetet und durchschaut. Er verfolgt die zerstörerische Eifersucht des Kunstliebhabers Swann gegenüber der Kokotte Odette, wird in den Salon der Verdurins und schließlich in die Kreise der Herzogin von Guermantes eingelassen und stellt fest, dass hinter der Aura des Adels nur Snobismus steht. Am Meeresort Balbec begegnet er Albertine, deren Nähe ihn in eine Liebe treibt, die vor allem Überwachung ist; ihre Flucht und ihr Tod lassen ihn erkennen, dass er eine Person geliebt hat, die es außerhalb seiner Vorstellung so nie gab. Daneben verzeichnet der Zyklus die Dreyfus-Affäre, den Ersten Weltkrieg und den Niedergang des Barons de Charlus.
Am Ende betritt der gealterte Erzähler eine Matinee bei den Guermantes und erkennt die Gäste kaum wieder: Die Zeit hat aus Bekannten Greise mit weißen Perücken gemacht. Kurz zuvor haben ihn ungleiche Pflastersteine, ein Löffelklang und die Steifheit einer Serviette so getroffen wie einst der Tee mit dem Gebäck. Daraus zieht er den Schluss, der den Zyklus abschließt und ihn gleichzeitig erklärt: Nur das Kunstwerk kann die verlorene Zeit festhalten – und genau dieses Buch will er nun schreiben.
Einordnung
Der erste Band erschien 1913 auf Kosten des Autors und blieb fast unbemerkt; erst der Prix Goncourt von 1919 für den zweiten Teil machte Proust bekannt. Geschrieben hat er den Zyklus weitgehend zurückgezogen in seinem Krankenzimmer, von Asthma erzwungene Abgeschiedenheit, die er zum Erkenntnisvorteil erklärte. Berühmt wurde das Werk für seine Analyse von Erinnerung, Eifersucht und gesellschaftlichem Aufstieg ebenso wie für den weit gespannten, alles unterordnenden Satzbau.