Madame Bovary

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Madame Bovary
Autor(en): Gustave Flaubert
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Anaconda Verlag
Serie:
Erscheinungsjahr: 1856
Seitenanzahl: 448 Seiten
Originaltitel: Madame Bovary. Mœurs de province
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3730612840
ISBN-13/

EAN-Code:

9783730612842
Schlagwörter: Ehebruch, Provinz, Illusion, Realismus
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Madame Bovary ist der erste veröffentlichte Roman von Gustave Flaubert. Er erschien 1856 als Fortsetzungsdruck in der Revue de Paris und 1857 als Buch; der Untertitel lautet Ein Sittenbild aus der Provinz. Der Roman gilt als Gründungswerk des literarischen Realismus.

Inhalt

Charles Bovary, ein mittelmäßiger Landarzt in der Normandie, heiratet nach dem Tod seiner ersten Frau die Bauerntochter Emma Rouault. Sie ist im Kloster erzogen und mit Liebesromanen aufgewachsen, aus denen sie ihre Vorstellung vom Leben bezieht: Leidenschaft, Eleganz, große Gefühle. Der Alltag mit einem gutmütigen, begriffsstutzigen Mann in einem verschlafenen Dorf hält dem nicht stand. Ein Ball auf dem Schloss Vaubyessard zeigt ihr eine Welt, die sie fortan als das eigentliche Leben ansieht.

Der Umzug in das größere Yonville-l'Abbaye ändert nichts. Emma verliebt sich in den Notariatsgehilfen Léon, der wegzieht, ehe etwas geschieht, und wird dann die Geliebte des Gutsbesitzers Rodolphe, der sie nach dem Versprechen einer gemeinsamen Flucht kühl fallen lässt. Zwischendurch überredet der eitle Apotheker Homais Charles zu einer Operation am Klumpfuß des Stallburschen, die so gründlich misslingt, dass ein Bein amputiert werden muss – Emmas Verachtung für ihren Mann wird endgültig. Als sie Léon in Rouen wiedertrifft, beginnt eine zweite Affäre, für die sie regelmäßig unter dem Vorwand von Klavierstunden in die Stadt fährt.

Was sie ruiniert, ist nicht die Moral, sondern das Geld. Beim Tuchhändler Lheureux kauft Emma auf Kredit, unterschreibt Wechsel und vollmachtet sich schließlich über das Vermögen ihres Mannes. Als die Pfändung droht und keiner ihrer Liebhaber einen Sou vorstreckt, verschafft sie sich in Homais' Kammer Arsen und stirbt qualvoll. Charles findet danach die Briefe, begreift alles, verkauft alles und stirbt verwahrlost; die Tochter Berthe endet in einer Baumwollspinnerei. Homais dagegen bekommt das Kreuz der Ehrenlegion.

Einordnung

Der Roman entstand auf Anraten von Freunden, die Flaubert nach einem missglückten Vorleseabend zu einem alltäglichen Stoff drängten; Vorbild war der Zeitungsbericht über den Selbstmord einer Landarztgattin. Fünf Jahre feilte Flaubert an dem banalen Material und machte daraus ein Lehrstück über Stil: Der Erzähler urteilt nicht, sondern lässt Kleinbürgerlichkeit und Schwärmerei sich selbst entlarven, unter anderem in der berühmten Parallelmontage von Landwirtschaftsausstellung und Liebeswerbung. 1857 stand Flaubert wegen Verletzung der öffentlichen Moral vor Gericht und wurde freigesprochen.