Alte Sorten

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Alte Sorten
Autor(en): Ewald Arenz
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: DuMont
Serie:
Erscheinungsjahr: 2019
Seitenanzahl: 256 Seiten
Originaltitel: Alte Sorten
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3832165304
ISBN-13/

EAN-Code:

9783832165307
Schlagwörter: Hof, Freundschaft, Wein, Heilung
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Alte Sorten ist der 2019 bei DuMont erschienene Roman von Ewald Arenz. Eine Siebzehnjährige auf der Flucht vor Klinik und Eltern trifft eine Winzerin, die ihren Hof allein bewirtschaftet; aus einer Nacht werden Wochen, aus Wochen eine Freundschaft, die beide vor dem Einsturz bewahrt. Der Titel meint obstbaulich die Sorten, die niemand mehr pflanzt, weil der Markt sie nicht will – und meint die beiden Frauen, die das Dorf und die Familie so nicht vorgesehen haben. Arenz, Nürnberger Lehrer, schreibt ohne Kitsch vom Land: die Arbeit ist hart, der Herbst schön und trotzdem Arbeit. Das Taschenbuch stand über zwei Jahre auf der Bestsellerliste; bis 2022 waren rund vierhunderttausend Exemplare verkauft.

Inhalt

Sally bricht aus der Klinik aus, in der man ihre Essstörung behandeln will, und läuft in einen Weinberg, wo der Anhänger der Winzerin Liss im Graben hängt. Sie hilft, übernachtet, bleibt. Liss verlangt nichts; sie erträgt Wutanfälle, setzt Sally nach und nach in die Abläufe des Hofes – Kartoffeln, Holz, Bienen, Wein –, ohne sie zu zwingen. Sally, städtisch, wütend auf Eltern und Therapeuten, die immer schon wissen, was gut für sie ist, merkt, dass diese Frau anders schweigt. Rückblenden deuten an, dass Liss allein lebt, weil das Dorf sie meidet, und dass Sallys Eltern zwischen Sorge und Kontrolle nicht unterscheiden. Ein Polizist sucht die Vermisste; der Streit darüber geht vorüber. Als Liss Sally beim Baden sieht, missversteht Sally den Blick als Begierde und will gehen. Liss erklärt nichts aus; sie lässt Sally verstehen, dass sie in dem Mädchen sich selbst erkennt.

Gemeinsam ernten sie Birnen in einem verwilderten Garten; Liss erzählt von einer Kindheit in der Enge des Dorfs. Bei der Waldarbeit überfährt sie ein Reh, bittet Sally um die Pistole im Traktor und tötet das Tier; Sally hilft beim Ausnehmen. Wenig später stehen Eltern und Polizei auf dem Hof. Sally versteckt sich im Kirchturm, sieht, wie Liss mitgenommen wird, und erfährt von den Eltern, Liss habe vor Jahren versucht, ihren Mann umzubringen, und sei im Gefängnis gewesen. Sally kehrt nach Hause zurück, während Liss auf den Hof darf und in eine Depression fällt, sobald das Mädchen weg ist. Sally recherchiert im Zeitungsarchiv, fährt zurück, findet geschlachtete Hühner, ungesendete Briefe an einen Peter und einen Abschied. Sie sucht die Pistole, fährt zum Karner, dem Beinhaus, das für Liss Bedeutung hat, und erreicht sie an ihrem achtzehnten Geburtstag, bevor sie sich erschießt.

Die Rollen kehren sich um: Sally hält die Ältere im Leben. Beim Schnapsbrennen erzählt Liss, warum sie Sonny angreifen wollte: Er hat sie und den Sohn Peter geschlagen. Peter ist der Adressat der Briefe, die Liss nicht abgeschickt hat. Bei der Rieslinglese finden die beiden zueinander zurück. Liss verlangt, dass Sally zu den Eltern geht und die Schule beendet, weil nur dann eine Entscheidung über das eigene Leben frei wäre; Sally nimmt die Briefe an Peter mit, damit die Verbindung zwischen Mutter und Sohn wieder möglich wird. Liss verspricht, Sally am Tag des Abiturs abzuholen und mit ihr in den Süden zu fahren. Der Hof bleibt; die alten Sorten werden nicht gerodet.

Einordnung

Arenz hat einen Roman über Freundschaft geschrieben, der Heilung nicht als Therapie erzählt, sondern als Arbeit mit den Händen in einer Landschaft, die nichts beschönigt. Liss ist keine weise Einsiedlerin der Landlust; sie ist eine Frau mit Schuld, Trauma und einem Dorf, das die Täter oft besser kennt als die Geschlagenen. Sally ist keine reuige Patientin, sondern eine Zornige, die erst bleiben kann, als niemand sie bessert. Die Natur gibt Kraft und verlangt zugleich den Tod des Rehs, das Schlachten, den Frost. Genau diese Mischung aus Wärme und Härte hat das Buch von der üblichen Dorfidyllik getrennt und ihm eine Leserschaft verschafft, die sonst keine Winzerromane kauft.

Das Feuilleton nahm den Band 2019 freundlich auf; der große Erfolg kam mit dem Taschenbuch, das Wochenendleser und Buchhändler unabhängig voneinander hielten. Eine Verfilmung ist angekündigt worden, ohne dass der Roman auf sie angewiesen wäre. Arenz vermeidet die Formel vom Erwachsenwerden als Prüfung, die man besteht: Sally wird volljährig in der Nacht, in der sie ein Leben rettet, und muss trotzdem zurück in die Schule. Die alten Sorten im Garten sind das Bild, das trägt – nicht als Metapher, die man auflöst, sondern als Ding, das man erntet oder verliert. Die angegebene DuMont-Taschenbuchausgabe zählt 256 Seiten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.