Wölfe

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Wölfe
Autor(en): Hilary Mantel
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: DuMont
Serie:
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenanzahl: 768 Seiten
Originaltitel: Wolf Hall
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3832161937
ISBN-13/

EAN-Code:

9783832161934
Schlagwörter: Cromwell, Tudor, Hof, Macht
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Wölfe ist der 2009 erschienene historische Roman von Hilary Mantel, im Original Wolf Hall, erster Band einer Trilogie um Thomas Cromwell am Hof Heinrichs VIII. Der englische Titel nennt den Familiensitz der Seymours und spielt zugleich auf den Satz an, der Mensch sei dem Menschen ein Wolf. Mantel erzählt den Aufstieg eines Schmiedesohns aus Putney, der Kardinal Wolsey überlebt, die englische Kirche vom Papst löst und Thomas Morus aufs Schafott bringt – nicht als Intrigant der Schulbücher, sondern als Praktiker einer Welt, in der jeder jeden belauert. Der Roman erhielt den Bookerpreis; der zweite Band, Falken, erhielt ihn erneut. Die deutsche Übersetzung von Christiane Trabant erschien 2010 bei DuMont.

Inhalt

Cromwell flieht als Junge vor dem prügelnden Vater, dient in Frankreich und Italien als Soldat und Tuchhändler, kehrt als Jurist zurück und tritt in den Dienst Wolseys, des Lordkanzlers, der Heinrichs Ehe mit Katharina von Aragón nicht lösen kann. Als Wolsey fällt, fällt Cromwell nicht mit: Er ordnet des Kardinals Haus, rettet, was zu retten ist, und bietet dem König denselben Verstand an, der Wolsey nützlich war. Heinrich will Anne Boleyn; Rom will Katharina nicht entlassen; Cromwell findet den Weg über das Parlament, die Suprematsakte und eine Kirche, deren Oberhaupt der König ist. Zwischendurch stirbt Cromwells Frau Liz an der englischen Schweißkrankheit, dann die Töchter. Der Roman hält die Toten im Haus, als säßen sie noch bei Tisch.

Am Hof sind alle Schauspieler. Rafe Sadler, Cromwells Zögling, lernt das Handwerk der Akten und der Vorsicht. Anne, schwanger auf den Thron gerechnet, verlangt Demut und liefert Feinde. Morus, Autor der Utopia, wird Kanzler, legt das Amt nieder, weigert sich, den Eid auf die Thronfolge Annes Kinder zu leisten, und geht in den Tower. Mantel gibt Morus nicht die Märtyrerkrone der Nachwelt: Er ist scharf, fromm, eitel, ein Mann, der Ketzer verbrennen ließ und nun selbst die Formel nicht sprechen will, die ihn retten würde. Cromwell besucht ihn, bietet Auswege, die Morus als Fallen liest. Die Hinrichtung 1535 schließt den Band; Cromwell hat den König bedient und sich unersetzlich gemacht, was am Hof dasselbe ist wie: gefährdet.

Die Erzählung steht im Präsens, oft so nah an Cromwell, dass aus dem »er« ein »er, Cromwell« wird, damit der Leser in einer Szene voller Männer namens Thomas nicht den Faden verliert. Private Küche und Staatsrat liegen in demselben Satz. Man isst, man rechnet, man schickt einen Boten, und aus der Nebenbemerkung wird Gesetz. Wolf Hall, das Haus der Seymours, taucht als Ort auf, an dem bereits die nächste Frau des Königs wartet, ohne dass der Roman Jane Seymour schon zur Heldin macht. Das Buch endet nicht mit einem Sieg, sondern mit einer Leiche und einem Mann, der weiter Akten liest.

Einordnung

Mantel hat den historischen Roman von der Kostümfolie befreit, ohne die Fakten zu lockern: Fünf Jahre Recherche, Karteikarten, wer wann wo stand. Die Pointe ist der Blick. Wo die englische Überlieferung Cromwell als Prinzipienlosen und Morus als Heiligen führt, kehrt Mantel das Verhältnis um, nicht um aus dem Schmiedesohn einen Guten zu machen, sondern um zu zeigen, dass Moral am Hof eine Haltung ist, die man sich leisten muss. Die Sprache ist knapp, gegenwärtig, ohne Historienstil. Michael Schmitt hat in der Neuen Zürcher Zeitung von Kammerspielszenen gesprochen, in denen die Macht nur als Irritation spürbar wird; Markus Gasser in der FAZ von einem Einbruch der Moderne in den beliebten Geschichtsroman.

Die BBC-Serie Wolf Hall mit Mark Rylance hat den Ton getroffen, den der Roman vorgibt: Stille, Blicke, das Messer unter dem Samt. Die Fortsetzungen Falken und Spiegel und Licht führen Cromwell bis zur eigenen Hinrichtung; Wölfe bleibt der Band des Aufstiegs und der Lehre, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, auch wenn er kocht, trauert und Töchter begräbt. Neben Mantels Trilogie wirkt mancher Tudor-Roman wie ein Kostümfest; neben Die Säulen der Erde ist Wölfe das ungleich kältere Buch über englische Macht. Die angegebene DuMont-Taschenbuchausgabe zählt 768 Seiten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.