Damals war es Friedrich

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Damals war es Friedrich
Autor(en): Hans Peter Richter
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1961
Seitenanzahl: 176 Seiten
Originaltitel: Damals war es Friedrich
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3423078006
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423078009
Schlagwörter: Freundschaft, Judenverfolgung, Nationalsozialismus, Kindheit
Sachgebiete: Jugendroman
Rezensionen
Umschlag

Damals war es Friedrich ist der Jugendroman von Hans Peter Richter, 1961 beim Sebaldus-Verlag erschienen, 1969 überarbeitet. Zwei Jungen wachsen im selben Haus auf; der eine ist Jude, und der Nationalsozialismus holt ihn ein, bis ein Luftangriff ihn tötet, weil der Hauswirt ihn nicht in den Keller lässt. Richter hat die Jahre 1925 bis 1942 in zweiunddreißig kurzen Kapiteln erzählt, sachlich, kaum wertend, aus der Ich-Stimme des nichtjüdischen Freundes, der keinen Namen trägt. Das Buch wurde Schullektüre in Millionenauflage, stand auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis und erhielt in Amerika den Mildred-L.-Batchelder-Preis. Das Motto warnt: Damals die Juden, morgen vielleicht andere.

Inhalt

Der Erzähler und Friedrich Schneider werden 1925 im Abstand einer Woche geboren, spielen auf demselben Hof, sitzen in derselben Klasse, sind in der Familie des anderen zu Hause. Friedrichs Eltern, Herr und Frau Schneider, sind freundlich, der Vater Postbeamter, der Glaube wird gehalten, ohne Strenge. Der Hauswirt Resch liest den Stürmer und duldet die Schneiders nur als Zahlungspflichtige. Der Großvater des Erzählers verbietet dem Enkel den jüdischen Freund aus einem Vorurteil, das sich als Erfahrung tarnt. 1933 ändert sich die Straße. Friedrich muss die Schule verlassen, der Vater wird beurlaubt, später Abteilungsleiter in einem Kaufhaus, und hält die Gefahr für eine Wiederkehr alter Opfergeschichte, nicht für Vernichtung.

Der Vater des Erzählers tritt in die Partei, aus Angst um die Arbeit, und rät Schneider vergeblich zur Auswanderung. Der Erzähler wird Pimpf, später Hitlerjunge, bleibt Friedrich im Privaten nah und lässt sich in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 von der Zerstörungswut mitreißen, die er danach bereut. Frau Schneider stirbt an den Misshandlungen dieser Nacht. Herr Schneider verdunkelt, wird 1941 abgeholt, nachdem er einem gesuchten Rabbiner Unterschlupf gab. Friedrich bleibt, verzweifelt, zeitweise aggressiv, ohne Schutz. Resch plündert die Wohnung.

1942 kommt der Angriff. Resch, Luftschutzwart, verwehrt Friedrich den Keller. Ein Splitter tötet den Jungen; derselbe Splitter trifft Reschs Gartenzwerg Polykarp, den der Mann wie ein Kind betrauert. Der Erzähler berichtet, ohne anzuklagen; die Anklage sitzt in der Reihenfolge der Sätze. Ein Anhang erklärt Feste, Gesetze, Daten von der Machtübernahme bis zur Kapitulation. Die Kapitel sind in sich geschlossen, deshalb im Unterricht einzeln lesbar, und ergeben zusammen die Chronik einer Entrechtung, die der Freund sieht und nicht aufhält. Parkbank, Schwimmbad, Schulausschluss, die Nacht der zerbrochenen Scheiben: Jede Station ist kurz und vollständig, und keine nimmt die nächste zurück.

Einordnung

Richter hat 1961 eines der ersten deutschen Jugendbücher zur Judenverfolgung vorgelegt, ohne Pathos und ohne den Erzähler zum Widerstandskämpfer zu machen. Genau das hat das Buch tragfähig und angreifbar gemacht. Ulrike Schrader hat später ein fatalistisches Geschichtsbild kritisiert, das Handlungsspielräume und die Ermordung selbst ausblende und eher entlaste als aufkläre; andere haben den sachlichen Ton und das Modellhafte der Episoden gelobt. Neben dem Tagebuch der Anne Frank und Als Hitler das rosa Kaninchen stahl von Judith Kerr bleibt es die geläufigste Schullektüre zum Thema, Kind seiner Zeit und deshalb selbst ein zeitgeschichtliches Dokument. Der namenlose Erzähler steht für die, die wohlwollend waren und nicht aufbegehrt haben: aus Angst, aus Vorteil, aus Gewöhnung.

dtv verlieh Richter 1989 das Goldene Taschenbuch für eine Million Exemplare. Die 62. Auflage von 2013 zeigt, dass die Schule das Buch nicht abgesetzt hat, auch wo die Fachdidaktik es für überholt hält. Wer nach Richter über Kindheit unter dem Nationalsozialismus spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für eine bloße Freundschaftsgeschichte hält, hat Resch, den November und den Keller nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.