Stoner
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Stoner |
| Autor(en): | John Williams |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | dtv |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1965 |
| Seitenanzahl: | 352 Seiten |
| Originaltitel: | Stoner |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3423143959 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783423143950 |
| Schlagwörter: | Universität, Ehe, Literatur, Missouri |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Stoner ist der Roman von John Williams, 1965 erschienen, lange vergessen und nach der Neuausgabe von 2006 zu einem späten Welterfolg geworden. Ein Bauernsohn aus Missouri wird Professor für englische Literatur, führt eine kalte Ehe, liebt eine Doktorandin, unterliegt einer Fakultätsintrige und stirbt, ohne Lärm zu machen. Williams, nicht zu verwechseln mit dem Filmkomponisten gleichen Namens, hat das Leben eines mittelmäßigen, geraden Mannes so ruhig erzählt, dass die Ruhe selbst zur Form wird. Die deutsche Übersetzung von Bernhard Robben erschien 2013 bei dtv und traf auf Leser, die das Buch einander weitergaben. Es ist ein Universitätsroman, ein Eheroman und ein Buch über die Arbeit, die bleibt, wenn der Rest misslingt.
Inhalt
William Stoner wird 1891 auf einem Hof bei Booneville geboren. Der Vater schickt ihn 1910 an die University of Missouri, damit er Landwirtschaft lerne. Ein Kurs bei dem unnahbaren Archer Sloane öffnet ihm die Literatur; er wechselt das Fach, bleibt nach dem Magister als Doktorand und Dozent, kehrt nicht auf den Hof zurück. Unter den Kommilitonen findet er David Masters, den brillanten Freund, der im Ersten Weltkrieg fällt, und Gordon Finch, der heimkehrt und Dekan wird, während Stoner Assistenzprofessor bleibt. 1919 heiratet er Edith Bostwick aus St. Louis. Die Ehe ist von Anfang an ein Missverständnis: Edith erwartet den Stand, den der Bankrott ihrer Familie und Stoners Gehalt nicht tragen; sie kränkelt, führt Krieg um Zimmer und Tochter und treibt den Mann in die Universität, die ihm zum Haus wird.
Die 1923 geborene Grace wird dem Vater entfremdet, flieht mit achtzehn in eine frühe Schwangerschaft und Ehe, verliert den Mann im Zweiten Weltkrieg und trinkt. Nach Sloanes Tod wird Hollis Lomax Stoners Gegner. Der Streit entzündet sich an Lomax’ Schützling Charles Walker, den Stoner durch eine Prüfung fallen lässt; Lomax, kleinwüchsig, unterstellt Vorurteil und setzt den Kollegen auf Anfängerkurse. Im Herbst 1932 beginnt Stoner ein Verhältnis mit der Doktorandin Katherine Driscoll. Edith sieht darüber hinweg, solange keine Scheidung droht; Lomax zerstört Katherines Ruf, sie geht. Stoner altert, gilt als Original, weiß um seine Mittelmäßigkeit. Katherine widmet ihm später ihre Schrift – das einzige Zeichen, das ihn aus den Jahren noch erreicht.
1956 will Lomax ihn in den Ruhestand drängen; Stoner beharrt auf der Frist bis zur Rente. Ein Darmtumor beendet die Laufbahn. Auf dem Sterbebett denkt er, man werde sein Leben für gescheitert halten. Ihm genügt, dass er er selbst geblieben ist. Das Buch zählt keine Siege; es zählt die Tage, an denen er unterrichtet, die Nächte im Arbeitszimmer, die eine Liebe, die nicht halten durfte, und den Hof der Eltern, den er verlassen hat, ohne ihn zu verraten.
Einordnung
Williams hat den Helden ohne Heroismus geschrieben. Stoners Geradheit ist keine Tugendpredigt, sondern eine Haltung, die den Intrigen nicht gewachsen ist und ihnen trotzdem nicht weicht. Die Universität erscheint als Ort der Literatur und als Kleinkrieg um Stundenpläne; beides ist wahr. Gegen den lauten amerikanischen Roman der sechziger Jahre steht hier ein stilles Buch, das 1965 fast ungelesen blieb, bis Edwin Frank es 2006 in den New York Review Books Classics neu herausgab. Irving Howe hatte es früh gelobt; C. P. Snow fragte, warum es nicht berühmt sei. Die europäische Rezeption nach 2010 – in den Niederlanden, in Frankreich durch Anna Gavalda, in Deutschland durch Robben – hat die Frage beantwortet, ohne den Text zu ändern.
Stoner ist kein Schlüsselroman über Williams’ eigene Lehre, auch wenn die Nähe auf der Hand liegt. Es ist ein Buch über die Liebe zur Literatur, die niemanden rettet und das Leben trotzdem trägt. Wer nach Williams über ein gescheitertes, gerades Leben spricht, spricht hinter diesem Roman; wer ihn für eine bloße Universitätsgeschichte hält, hat Edith, Grace und das Sterbebett nicht gelesen. Die angegebene Ausgabe folgt Robbens Übersetzung aus dem Amerikanischen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
