Die unsichtbaren Städte
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die unsichtbaren Städte |
| Autor(en): | Italo Calvino |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1972 |
| Seitenanzahl: | 217 Seiten |
| Originaltitel: | Le città invisibili |
| Originalsprache: | italienisch |
| ISBN-10: | 3596523486 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596523481 |
| Schlagwörter: | Stadt, Utopie, Marco Polo, Kombinatorik |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Die unsichtbaren Städte (italienisch Le città invisibili) ist ein 1972 erschienenes Prosawerk von Italo Calvino. Es besteht aus 55 kurzen Beschreibungen erfundener Städte und gilt als eines der einflussreichsten Bücher der literarischen Postmoderne.
Inhalt
Den Rahmen bildet ein Gespräch am Hof des Mongolenherrschers Kublai Khan: Der venezianische Reisende Marco Polo berichtet dem alternden Kaiser von den Städten seines Reiches. Historisch war Marco Polo tatsächlich siebzehn Jahre am Hof des Khan, und sein Reisebuch diente Calvino als Vorlage – doch die Berichte kippen sofort ins Erfundene. Anfangs verständigen sich die beiden mit Gesten und Gegenständen, später mit Sätzen, deren Wahrheitsgehalt keiner mehr prüfen kann.
Jede Stadt trägt einen Frauennamen und ist in wenigen Sätzen als Denkbild angelegt. Zebra-Kaufleute, hängende Gerüste, Wasserleitungen ohne Stadt, eine Siedlung, die nach den Berechnungen von Astronomen als Abbild des Himmels errichtet wurde und in deren Gassen doch nur Krüppel wohnen: Immer wird ein Prinzip zu Ende gedacht – Erinnerung, Wunsch, Zeichen, Tausch, Tod. Die Texte sind elf Themenreihen zugeordnet und in neun Kapitel so verschränkt, dass sich ein strenges Muster ergibt.
Zwischen den Beschreibungen wächst der Verdacht, dass alle Städte dasselbe beschreiben. Kublai Khan hält Marco Polo vor, nie von seiner Heimatstadt gesprochen zu haben, und erhält die Antwort, dass jede Schilderung von Venedig handelt. Am Ende blättern die beiden im Atlas möglicher und unmöglicher Orte; das Buch schließt mit der Aufforderung, inmitten der bestehenden Hölle das Wenige zu erkennen, das ihr nicht angehört, und es zu bewahren.
Einordnung
Calvino hatte den Schriftsteller zuvor mit einer kombinatorischen Maschine verglichen, die alle Möglichkeiten ihres Materials durchspielt; dieses Buch ist die konsequenteste Umsetzung dieser Idee. Ein Roman im üblichen Sinn ist es nicht – gelesen wird der Text sowohl als Städtelexikon der Fantasie wie als Reflexion über Wahrnehmung und Sprache. In Architektur, Stadtplanung und Kunst gehört das Werk zu den meistzitierten literarischen Texten des 20. Jahrhunderts.