Das Boot

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Lothar-Günther Buchheim · 1973 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Das Boot
Autor(en): Lothar-Günther Buchheim
Originaltitel: Das Boot
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1973
Schlagwörter: U-Boot, Atlantik, Enge, Krieg
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Piper


Umfang dieser Ausgabe: 601 Seiten
ISBN: 9783492244657
Verweise
Umschlag

Das Boot ist der 1973 bei Piper erschienene Roman von Lothar-Günther Buchheim, die literarische Verarbeitung seiner Fahrten als Kriegsberichterstatter auf deutschen U-Booten, vor allem auf U 96. Buchheim nannte das Buch einen Roman, aber kein Werk der Erfindung; Namen von Boot, Kommandant und Offizieren sind verfremdet, die Enge, der Lärm und die Angst sind nach Notizen gesetzt. Die schonungslose, oft rohe Sprache erregte Veteranen und Rezensenten zugleich. Peter Dubrow schrieb in der Zeit, es sei der bis dahin beste deutsche Roman von der Front des Zweiten Weltkriegs. Die Millionenauflage und die Verfilmung von 1981 haben aus einem Marinebericht ein Weltbuch gemacht.

Inhalt

Der Ich-Erzähler, ein Leutnant mit Kamera, feiert vor dem Auslaufen mit den Offizieren der U-Bootwaffe in einer requirierten Bar an der nordfranzösischen Atlantikküste. Die älteren Kommandanten schätzen die Erfolgsaussichten geringer ein als der Befehlshaber Karl Dönitz; die Anordnung, Schiffbrüchige nicht zu retten, stoßen sie ab; Prien und Schepke sind tot, Endrass hätte nicht mehr fahren dürfen. Die Feier steigert sich bis zum Ritterkreuzträger, der betrunken Propagandasprüche deklamiert. Am nächsten Morgen fahren Erzähler, Kommandant, Leitender Ingenieur und Zweiter Wachoffizier durch die zerbombte Stadt zum Bunker. Das Boot UA, ein Typ VII C, nimmt fünfzig Mann auf. Der Kommandant, dreißig, Ritterkreuz, von der Besatzung der Alte genannt, ist Heinrich Lehmann-Willenbrock nachgebildet, ohne dass der Text den Namen sagt. Beim Auslaufen verdichtet der Erzähler das Bild zu einer düsteren Fähre auf öligschwarzem Styx.

An Bord herrscht die Enge der Stahlröhre: Koje über Koje, Dieselgestank, Schwitzwasser, Gespräche, die bei den Maaten oft bei Zoten bleiben, weil anderes nicht trägt. Buchheim flicht technische Erklärungen in Reden mit dem Leitenden Ingenieur, beschreibt wochenlangen Sturm und die Langeweile der Suche, dann das Jagdfieber beim Angriff auf einen Geleitzug und die Gewissensnot über Schwimmende, die nicht an Bord dürfen. Zerstörer werfen Wasserbomben; Stunden der Verfolgung zermürben die Nerven. Statt Heimathafen kommt der Befehl, ins Mittelmeer durchzubrechen. Die Straße von Gibraltar ist von britischen Schiffen gesperrt. Das Unternehmen misslingt, das Boot wird getroffen und sinkt auf zweihundertachtzig Meter, tiefer, als die Konstruktion erlauben sollte.

Auf dem Grund versuchen die Männer, Lecks zu stopfen und Pumpen zu retten, während der Rumpf knackt. Wider die Wahrscheinlichkeit gelingt das Auftauchen. Das schwer beschädigte Boot schleppt sich nach La Rochelle, in den nächsten von Deutschen gehaltenen Hafen, und wird dort bei einem Fliegerangriff versenkt; nur ein Teil der Besatzung kommt davon. Buchheim hat Fahrten mehrerer Boote in eine Unternehmung gezogen, Daten verschoben, Tiefen überhöht; das wirkliche U 96 lag vor Gibraltar in fünfzig und siebzig Metern. Die Dramaturgie bleibt die einer einzigen Fahrt vom Saufgelage in den Tod, ohne Heldengesang und ohne die Moral, die von außen kommt. Das Boot selbst wächst zur Figur, geliebt und gefürchtet, näher als jede Fahne.

Einordnung

Buchheim schreibt gegen die Propaganda der U-Bootwaffe und gegen die Erwartung, der Krieg zur See sei sauberer gewesen als der an Land. Die Kontroverse mit dem Verband Deutscher Ubootfahrer, mit Adalbert Schnee und später mit der Streitschrift von Merten und Baberg, galt der Vulgärsprache, den Panikreaktionen und dem Bild Dönitz’ als Einpeitscher. Lehmann-Willenbrock las gefesselt und freundschaftlich, bis die Freundschaft 1986 zerbrach. Der Leitende Ingenieur Friedrich Grade nannte technische Details zutreffend und den Ton übersteigert. Der Historiker Michael Salewski hat den Streit als Frage nach der Wirklichkeit des Krieges beschrieben.

Wolfgang Petersens Film von 1981, als Kino und als Fernsehserie, hat Gesichter und Geräusche festgesetzt, die seither vor dem Buch stehen; 1997 kam eine vom Regisseur neu geschnittene Fassung, 2018 eine neue Serie, die den Stoff zeitlich ausweitet. Buchheim setzte mit Die Festung und Der Abschied nach. Neben Theodor Plieviers Stalingrad steht Das Boot als Versuch, Front ohne Pathos zu erzählen. Die Anklage liegt in der Intensität, nicht in der Rede. Wer deutsche Kriegsprosa nach 1945 sucht, die Technik, Meer und Angst ernst nimmt, kommt an diesem Band nicht vorbei.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.