Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand |
| Autor(en): | Jonas Jonasson |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | btb |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2009 |
| Seitenanzahl: | 432 Seiten |
| Originaltitel: | Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann |
| Originalsprache: | schwedisch |
| ISBN-10: | 344274492X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783442744923 |
| Schlagwörter: | Altersheim, Flucht, Sprengstoff, Jahrhundert |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand ist ein Roman von Jonas Jonasson, 2009 auf Schwedisch erschienen, deutsch 2011, als Taschenbuch bei btb in der Übersetzung von Wibke Kuhn. Am hundertsten Geburtstag steigt Allan Karlsson aus dem Fenster des Heims, nimmt am Busbahnhof einen Koffer voll Geld mit, der ihm nicht gehört, und zieht eine Spur aus Verfolgern, Helfern und Leichen hinter sich her. Dazwischen liegt sein Leben als Sprengmeister, der an den großen Verbrechen des zwanzigsten Jahrhunderts dabeigewesen ist, ohne sich für Politik zu interessieren. Das Buch wurde ein internationaler Verkaufserfolg. Es erzählt die Flucht als Schwank und das Jahrhundert als Unfallkette.
Inhalt
Allan will die Feier nicht, nicht den Bürgermeister, nicht die Torte. Er klettert aus dem Fenster, kauft ein Ticket, so weit das Geld reicht, und setzt sich auf den Koffer eines Raufbolds, der auf der Toilette ist. Der Koffer enthält die Kasse einer Bande. Allan fährt nach Byringe, trifft den Dieb Julius Jonsson, trinkt, versteckt sich in einem stillgelegten Bahnhof. Die Verfolger kommen; einer stirbt, ohne dass Allan einen Plan dazu gehabt hätte. Es schließen sich der Hitzkopf Benny und später Gunilla, genannt die Schöne, mit einem Hund und einem Elefanten an. Die Gruppe irrt durch Schweden, isst, sprengt, wird von Polizei und Unterwelt gesucht, ohne dass Allan die Aufregung teilt.
Die Rückblicke setzen früh ein. Allan lernt das Sprengen in der Fabrik, geht nach Spanien, hilft der einen Seite, dann der anderen, weil man ihn um Dynamit bittet. Er speist mit Franco, gerät nach Amerika, arbeitet am Manhattan-Projekt, trinkt mit Truman, landet bei Stalin, bei Mao, auf Bali, in Paris, immer als Mann, der Löcher in den Fels sprengt und Reden für Geräusch hält. Diktatoren halten ihn für einen Gesinnungsgenossen; er ist ein Fachmann mit Geduld und ohne Lehre. Jonasson reiht die Stationen so, dass die Weltgeschichte als Folge von Missverständnissen erscheint, in denen Allan überlebt, weil er nicht recht haben will.
In der Gegenwart türmen sich die Leichen der Bande, das Geld wechselt die Taschen, die Schöne rettet, der Elefant tritt. Allan lässt sich nicht nieder, bis ein tropisches Ufer ihn aufnimmt, mit denselben Freunden, dem Rest des Koffers und der Einsicht, dass hundert Jahre genug waren, um zu gehen, wann man will. Der Roman feiert nicht den Greis als Weisen; er feiert den Unwillen, sich feiern zu lassen. Das Heim, die Partei, die Nation – Allan steigt aus, weil das Fenster offen ist. Dass unterwegs Menschen sterben, nimmt er hin wie Wetter; die Moral liegt im Gehen, nicht im Bilanzieren.
Einordnung
Jonasson, Journalist, hat den Schelmenroman auf das Altersheim und die Weltpolitik gelegt. Die Komik liegt im Gleichmut: Dieselbe Stimme berichtet vom Kaffee und vom Lager. Kritiker nannten das Buch leicht und treffsicher, andere ein Rechenexempel aus Zufällen. Der Film von 2013 mit Robert Gustafsson hat den Koffer und das Fenster bebildert. btb hält den Text als Taschenbuch; eine Fortsetzung holte Allan später noch einmal auf die Bühne. Die Weltgeschichte als Missverständnis ist keine Verharmlosung, sondern Allans Weigerung, sich eine Lehre aufdrängen zu lassen.
Gegen den ernsten Jahrhundertroman à la Follett steht hier die Weigerung, Bedeutung zu suchen. Allan ist kein Zeuge, der lernt, sondern ein Handwerker, den die Mächtigen verwechseln. Wer nach 2009 das zwanzigste Jahrhundert als Schwank lesen wollte, fand in diesem Fenster den Ausgang; wer nur die Gags sammelt, hat die Sprengungen in Spanien und die Stille im Heim nicht zusammengehört. Der Titel ist die ganze Handlung: Alter, Fenster, Weg.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
