Das Orakel vom Berge

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Philip K. Dick · 1962 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Das Orakel vom Berge
Autor(en): Philip K. Dick
Originaltitel: The Man in the High Castle
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1962
Schlagwörter: Krieg, Besatzung, Orakel, Wirklichkeit
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fischer Taschenbuch


Umfang dieser Ausgabe: 272 Seiten
ISBN: 9783596905621
Verweise
Umschlag

Das Orakel vom Berge ist der 1962 erschienene Roman von Philip K. Dick, im Original The Man in the High Castle. Franklin Roosevelt wird 1933 ermordet, der Zweite Weltkrieg endet 1947 mit dem Sieg der Achsenmächte, und 1962 teilen Deutschland und Japan die Vereinigten Staaten. Dick hat die Alternativwelt nicht als Spekulation über Waffen gebaut, sondern als Geflecht aus Antiquitäten, Schmuck, Spionage und einem Buch im Buch, das die Achse verlieren lässt. 1963 erhielt der Band den Hugo-Preis. Die deutsche Fassung von Norbert Stöbe liegt als Fischer-Taschenbuch vor.

Inhalt

Im japanisch besetzten San Francisco handelt Robert Childan mit amerikanischen Alltagsdingen, die die Besatzer als Antiquitäten sammeln; ein Teil ist gefälscht, was er erst spät begreift. Frank Frink, geboren Fink, Jude mit umoperiertem Gesicht, wird entlassen und gründet mit Ed McCarthy die Schmuckwerkstatt Edfrank. Childan nimmt Stücke in Kommission; der japanische Handelsbeamte Nobusuke Tagomi kauft eines und gerät über seine schlichte Form in eine andere Straße ohne Rikschas – einen Riss in der Wirklichkeit. Der deutsche Agent Rudolf Wegener, als Schwede getarnt, warnt Tagomi und den japanischen Generalstab vor einem atomaren Schlag Berlins gegen Japan. Als der Sicherheitsdienst Wegener holen will, erschießt Tagomi zwei Männer und verweigert später Frinks Auslieferung an die Deutschen.

Im neutralen Colorado unterrichtet Frinks frühere Frau Juliana Frink Judo. Sie geht eine Bindung mit Joe Cinnadella ein, einem angeblich italienischen Fahrer, der ihr Hawthorne Abendsens verbotenes Buch Die Plage der Heuschrecke zeigt. Darin hat die Achse den Krieg verloren, freilich anders als in unserer Geschichte, mit einem siegreichen britischen Weltreich. Cinnadella entpuppt sich als Auftragskiller, der Abendsen töten soll. Juliana verletzt ihn tödlich und fährt allein zum Autor, der nicht in einer Festung wohnt, sondern in einem gewöhnlichen Haus.

Hawthorne Abendsen räumt ein, das Heuschreckenbuch mit Hilfe des I Ging geschrieben zu haben. Juliana befragt das Orakel, was die Lehre des Buches sei, und erhält die Antwort, es gebe die innere Wahrheit wieder: Die Achse hat verloren. Ob das ihre Welt zur Erfindung macht, lässt Dick offen. Wegener kehrt nach Deutschland zurück, wo Joseph Goebbels den Machtkampf nach Bormanns Tod zunächst gewonnen hat; sein weiteres Schicksal bleibt ungewiss. Tagomi, Childan und Frink leben weiter in einer Besatzung, deren Gegenstände und Gesichter nicht halten, was sie vorgeben. Die Machtkämpfe in Berlin – Bormann tot, Hitler siech, Goebbels vorn – bleiben Gerücht und Gefahr, ohne dass San Francisco eine Schlacht sieht.

Einordnung

Dick hat die Frage, was echt sei, in jedes Gewerbe gelegt: die Antiquität, das Gesicht, die Haarfarbe, das Buch, das Haus des Mannes im hohen Schloss. Das I Ging steuert Figuren und, nach Dicks Auskunft, auch die Entstehung des Romans. Die Heuschrecke beschreibt nicht unsere Geschichte, sondern eine dritte, in der Churchill das britische Weltreich zusammenhält; Wahrheit ist hier keine Kopie der Wirklichkeit des Lesers. Gegen Träumen Androiden von elektrischen Schafen? ist die Grenze nicht die zwischen Mensch und Artefakt, sondern die zwischen Welt und Welt.

Amazon hat den Stoff 2015 bis 2019 als Fernsehserie ausgeweitet, mit einem Film als Orakel und einem längeren Krieg der Nachrichtendienste; der Roman bleibt knapper und philosophischer. Deutsche Leser begegnen dem Titel, der das englische High Castle ins Orakel verschiebt und damit das I Ging schon auf dem Umschlag nennt. Juliana am Ende hat die Lektion, die Childans Laden nicht gibt: Das Orakel sagt, diese Welt sei die falsche. Eine bloße Spekulation darüber, Hitler hätte gesiegt, ist das Buch gerade deshalb nicht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.