Das siebte Kreuz
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Das siebte Kreuz |
| Autor(en): | Anna Seghers |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Aufbau Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1942 |
| Seitenanzahl: | 448 Seiten |
| Originaltitel: | Das siebte Kreuz. Roman aus Hitlerdeutschland |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3746634695 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783746634692 |
| Schlagwörter: | Exilliteratur, Konzentrationslager, Flucht, Widerstand |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Das siebte Kreuz ist ein Roman von Anna Seghers, 1939 im Exil abgeschlossen und 1942 zuerst in englischer Übersetzung in den USA und im deutschen Original bei El Libro Libre veröffentlicht, einem von Exilanten in Mexiko-Stadt gegründeten Verlag. Er gehört zu den frühesten literarischen Darstellungen der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
Inhalt
Im Herbst 1937 fliehen sieben Häftlinge aus dem fiktiven Lager Westhofen am Rhein, unter ihnen der Kommunist Georg Heisler. Lagerkommandant Fahrenberg schwört, alle binnen sieben Tagen zurückzuholen: Auf dem Lagerplatz lässt er sieben Platanen kappen und in Schulterhöhe je ein Querbrett annageln – sieben Stämme, die aussehen wie Kreuze, für jeden Flüchtigen eines.
Der Roman folgt den Fluchtwegen einzeln und zeigt, wie sie enden. Sechs der Männer werden gefasst, stellen sich, stürzen in den Tod oder sterben unterwegs; ihr Kreuz wird jeweils besetzt. Heisler dagegen kommt bis Frankfurt und ist dort auf Menschen angewiesen, die er kaum kennt. Seghers erzählt vor allem von diesen: von Verwandten und alten Genossen, von einer Kellnerin, einem Arzt, einem Bauern, die zwischen Angst, Gleichgültigkeit und Hilfsbereitschaft entscheiden müssen. Wer hilft, riskiert das eigene Leben; wer schweigt, ist nicht automatisch schuldlos.
Über die Kette dieser kleinen Entschlüsse gelingt Heisler die Flucht ins Ausland. Das siebte Kreuz bleibt leer – ein Zeichen, das im Lager sichtbar bleibt und den Mithäftlingen zeigt, dass die Verfolger nicht allmächtig sind. Die Hoffnung des Romans liegt damit nicht in einer Heldentat, sondern in der Erfahrung, dass Solidarität auch unter dem Terror möglich ist.
Einordnung
Der Roman erschien in zahlreichen Ländern und erreichte durch Zeitungsabdrucke in den USA ein Millionenpublikum; 1944 verfilmte ihn Fred Zinnemann mit Spencer Tracy. 1947 erhielt Anna Seghers den Georg-Büchner-Preis. In Deutschland kam das Buch 1946 im Aufbau-Verlag heraus und wurde in der DDR zur Schullektüre.