Die schwarze Kraft
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Die schwarze Kraft |
| Autor(en): | Charles Mangin |
| Originaltitel: | La Force noire |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1910 |
| Schlagwörter: | Kolonie, Soldat, Frankreich, Bevölkerung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Hachette
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| Umfang dieser Ausgabe: | 365 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Die schwarze Kraft (französisch La Force noire) ist die 1910 erschienene militärtheoretische Schrift des französischen Generals Charles Mangin. Sie empfiehlt den Einsatz von Soldaten aus den Kolonien im Kriegsfall, um den Geburtenrückgang im französischen Mutterland im Rüstungswettlauf mit dem dynamischeren Deutschen Reich auszugleichen. Das Buch gehört zu den Schriften, die den Ersten Weltkrieg vorbereiteten, indem sie Menschenreserven jenseits Europas in Rechnung stellten. Eine deutsche Ausgabe gibt es nicht. Wolf Lepenies hat den Titel 2014 als heldenhafte schwarze Kraft wieder aufgenommen.
Inhalt
Mangin schreibt gegen die Angst, Frankreich könne dem deutschen Nachbarn zahlenmäßig nicht mehr standhalten. Er vergleicht die Bevölkerungsstruktur mit anderen europäischen Staaten und misst die Folgen der geringeren Geburtenzahl an der Armee. Die Lösung, die er vorschlägt, sind die Kolonien: afrikanische und andere Truppen als Ausgleich der demographischen Schwäche. Unter anderem untersucht er den Einsatz der Tirailleurs sénégalais, der senegalesischen Schützen. Frankreich hatte mit den Zuaven schon im Krimkrieg und im Deutsch-Französischen Krieg Einheiten aus Afrika aufgestellt; Mangin macht aus der Praxis eine Lehre. Verschiedene Großreiche der Geschichte werden daraufhin gelesen, wie sie fremde Soldaten verwendet haben.
Die Behauptung entfaltet sich als Rechnung und als Charakterbild. Das Mutterland stagniert, das Reich wächst, die Kolonien liefern Männer, die als besonders tapfer und belastbar gelten. Die rassischen Zuschreibungen der Zeit fließen ein: Kraft, Gehorsam, Härte werden den kolonialen Truppen zugesprochen, als wären sie Eigenschaften des Klimas und der Herkunft. Der General schreibt als Praktiker der Kolonialarmee, nicht als Bevölkerungswissenschaftler. Die Schrift ist dünn an Zweifeln und reich an dem, was die Armee hören wollte: Es gibt einen Ausweg aus der demographischen Falle, und er liegt südlich des Mittelmeers. Andrea Noll hat die Kolonialsoldaten im Ersten Weltkrieg später als Geschichte dieser Wette erzählt.
Unsicher wird das Buch, wo Menschen zu Kraftreserven werden. Jean Jaurès verfolgte fast zeitgleich in La Nouvelle Armée einen anderen Weg: skeptisch gegen fremde Soldaten, für eine Landwehr nach Schweizer Vorbild. Mangin kennt die republikanische Gegenstimme und beharrt auf dem kolonialen Reservoir. Der Ton ist der des Offiziers, der Zahlen und Ruhm mischt, ohne die koloniale Herrschaft zu befragen. Nach 1918 wurde der Einsatz schwarzer Truppen am Rhein zum Stoff der Kampagne von der schwarzen Schmach; die deutsche Hetze kehrte Mangins Stolz in Schreckbild um. Die Grenze, die er zieht – das Mutterland rettet sich durch die Kolonie –, ist eine Strategie des Imperiums, keine Ethik der Wehrpflicht.
Einordnung
Als militärtheoretische Schrift von 1910 steht La Force noire neben anderen Traktaten der Vorkriegszeit über Angriff, Gefecht und Volksheer, unterscheidet sich aber durch den Griff nach Afrika. Nachbarschaft hat sie zu Jaurès’ Gegenentwurf und zu der späteren Geschichte der Kolonialsoldaten, die das Buch gefordert hatte. Die Welt zitierte 2022 den Vorwurf, sie hätten den Deutschen gegenüber keine Schonung gekannt; das Echo von 1914 und 1920 ist in solchen Sätzen noch hörbar. Lepenies’ Wiederaufnahme hat den Titel in die deutsche Feuilletondebatte geholt, ohne eine Übersetzung nachzuliefern.
Geblieben ist die Rechnung, Bevölkerung durch Kolonie zu ersetzen, und ihre Folgen auf den Schlachtfeldern und in der Propaganda. Wer nach 1910 über Frankreichs Kolonialtruppen, über Demographie und Krieg spricht, spricht hinter diesem Buch. Es ist keine Weltanschauungsschrift, wohl aber ein Stück der imperialen Vernunft, die Menschen als Kraft verbucht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.