Der Besuch der alten Dame
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Besuch der alten Dame |
| Autor(en): | Friedrich Dürrenmatt |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Diogenes Verlag |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1956 |
| Seitenanzahl: | 152 Seiten |
| Originaltitel: | Der Besuch der alten Dame |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3257208359 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783257208351 |
| Schlagwörter: | Rache, Käuflichkeit, Gerechtigkeit, Tragikomödie |
| Sachgebiete: | Drama |
| Rezensionen | |
Der Besuch der alten Dame ist eine „tragische Komödie“ in drei Akten von Friedrich Dürrenmatt, 1955 entstanden und 1956 am Zürcher Schauspielhaus uraufgeführt. Das Stück wurde zu Dürrenmatts größtem Bühnenerfolg.
Inhalt
Die verarmte Kleinstadt Güllen erwartet die Milliardärin Claire Zachanassian, die hier aufgewachsen ist. Alle Hoffnung richtet sich auf eine großzügige Stiftung; der Krämer Alfred Ill, einst ihr Geliebter, soll als alter Vertrauter das Geld locker machen. Der Empfang gerät zur einstudierten Feier, bei der die Bürger ihre Not hinter Festreden verbergen.
Claire bietet tatsächlich eine Milliarde – unter einer Bedingung: Jemand muss Ill töten. Vor fünfundvierzig Jahren hatte er sie mit einem Kind sitzen lassen und vor Gericht mit gekauften Zeugen seine Vaterschaft bestritten; Auswanderung und Prostitution waren die Folge. Ihr Reichtum, so stellt sich heraus, hat auch den wirtschaftlichen Niedergang Güllens herbeigeführt. Die Stadt weist das Angebot empört zurück.
Danach beginnt eine schleichende Verwandlung. Die Bürger kaufen auf Kredit, tragen neue Schuhe, richten Häuser her – und niemand will erklären, wovon. Ill erkennt, dass sein Tod bereits beschlossen ist, und gibt die Flucht auf; in der Einsicht in die eigene Schuld nimmt er das Urteil an. Eine Gemeindeversammlung beschließt die Tat „im Namen der Gerechtigkeit“, Ill stirbt inmitten der Menge, und die Presse meldet einen Tod aus Freude.
Einordnung
Dürrenmatt führt zwei gegenläufige Bewegungen zusammen: den moralischen Absturz einer Gemeinschaft und die späte Reifung eines Einzelnen. Die Bürger erscheinen dabei nicht als Ungeheuer, sondern als Menschen, die der Versuchung „nur schwach, nicht böse“ nachgeben. Das Stück wurde weltweit gespielt, mehrfach verfilmt und als Oper vertont.