Schiller-Galerie
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Schiller-Galerie |
| Autor(en): | Friedrich Pecht
|
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1859 |
| Schlagwörter: | Schiller, Drama, Stahlstich, Charakter |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kunstgeschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | F. A. Brockhaus
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 250 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Schiller-Galerie. Charaktere aus Schillers Werken ist das 1859 bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienene Tafelwerk von Friedrich Pecht, gezeichnet gemeinsam mit Arthur von Ramberg. Fünfzig Stahlstiche zeigen Figuren aus den Dramen Friedrich Schillers, erläutert durch Pechts Texte; voran stehen Bildnisse Schillers und Charlotte von Lengefelds. Das Buch gehört in die Reihe der literarischen Galerien des neunzehnten Jahrhunderts, die Dichtung in den bürgerlichen Bildersaal übersetzen. Es zählt, weil es den Kanon der Schillerfiguren sichtbar gemacht hat, lange bevor die Germanistik ihn neu vermessen hat.
Inhalt
Pecht schreibt gegen die bloße Lektüre ohne Anschauung. Wer Schiller nur liest, so die Voraussetzung des Werks, kennt die Namen; wer sie sieht, soll Charaktere erkennen, Haltungen, Kostüme, den einen Augenblick, in dem die Figur sie selbst ist. Die Vorlagen stammen von Pecht und Ramberg, die Stiche von einer Schar namhafter Stecher: Conrad Geyer, Andreas Fleischmann, Veit Froer, Georg Goldberg, Carl Arnold Gonzenbach, Georges François Louis Jaquemot und anderen. Jedes Blatt ist ein Satz über die Figur, nicht eine Illustration neben dem Text. Die Erläuterungen Pechts erzählen Herkunft, Konflikt und Sinn der Gestalt, im Ton der gebildeten Kunstprosa, die damals das bürgerliche Haus erreichte.
Die Auswahl folgt dem dramatischen Werk, nicht der Lyrik. Aus Die Räuber, Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, Kabale und Liebe, Don Carlos, Wallenstein, Maria Stuart, Die Jungfrau von Orleans, Die Braut von Messina, Wilhelm Tell treten die bekannten Figuren; dazu kommen Turandot, der Fragment gebliebene Demetrius und der Roman Der Geisterseher. Ein Blatt zeigt die Gustel aus Blasewitz in Wallensteins Lager, ein anderes Turandot und Kalaf. Die Galerie ist ein Museum der Rollen: der Rebell, die Königin, der Feldherr, das Mädchen von Orleans, der Schweizer Schütze. Was Pecht erläutert, ist weniger Quellenkritik als Charakterkunde. Die Figur soll im Stich so deutlich werden, dass der Leser sie wiedererkennt, wenn er das Stück auf der Bühne oder im Buch trifft.
Das Buch wird unsicher, wo aus Charakterkunde ein Kostümfest wird. Die Stahlstiche halten eine historische Tracht fest, die das mittlere neunzehnte Jahrhundert für schillerisch hielt; spätere Inszenierungen haben diese Bilder oft als Fessel empfunden. Pecht weiß, dass er malt, was die Bildung sehen will, und beharrt darauf, dass Anschauung die Dichtung nicht ersetzt, sondern begleitet. Ramberg, der Münchner Historienmaler, bringt in die Blätter eine weichere Linie als Pecht, ohne den Kanon zu sprengen. Der Ton ist der des Kunstbuchs für das Haus, feierlich und belehrend, ohne die philologische Strenge der Schiller-Ausgabe. Die Grenze, die das Werk zieht – fünfzig Gesichter statt einer Theorie des Dramas –, ist eine Pädagogik des Wiedererkennens, keine Dramaturgie.
Einordnung
Brockhaus hat mit der Schiller-Galerie ein Bilderbuch des nationalen Klassikers in die Wohnzimmer gelegt, vergleichbar den Goethe-Galerien derselben Jahre. Die Blätter wanderten in Mappen, auf Wände, in Schulausgaben; sie haben das Aussehen der Figuren fester geprägt als mancher Kommentar. Die Kunstgeschichte liest das Werk als Dokument der Stahlstichkultur und des literarischen Kults nach 1859, nicht als maßgebliche Schillerdeutung. Wikisource und digitale Sammlungen haben den Band wieder zugänglich gemacht.
Geblieben ist ein Kanon in Kupfer und Stahl: wer Wallenstein oder Tell vor dem inneren Auge sieht, sieht oft noch diese Haltung, dieses Kostüm. Wer über die Popularisierung Schillers im bürgerlichen Jahrhundert spricht, spricht hinter diesem Tafelwerk, auch wenn die Bühne längst andere Bilder zeigt. Die Leipziger Ausgabe hat den feierlichen Atem bewahrt; er ist älter geworden und als Quelle der Wirkungsgeschichte nicht entbehrlich. Die Germanistik hat die Stiche hinter sich gelassen, das bürgerliche Bildgedächtnis nicht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.