Vita Sancti Wilfrithi

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Vita Sancti Wilfrithi
Autor(en): Aeddius Stephanus
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Cambridge University Press
Serie:
Erscheinungsjahr: 715
Seitenanzahl: 192 Seiten
Originaltitel: Vita Sancti Wilfrithi
Originalsprache: lateinisch
ISBN-10: 0521311514
ISBN-13/

EAN-Code:

9780521311519
Schlagwörter: Northumbria, Bischof, Synode, Heiligenleben
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen
Umschlag

Die Vita Sancti Wilfrithi, Das Leben des heiligen Wilfrid, ist die im frühen achten Jahrhundert entstandene mittellateinische Lebensbeschreibung des Bischofs Wilfrid von York. Eine erste Fassung entstand bald nach Wilfrids Tod 709, vielleicht um 715, auf Bitten des Abts Tatberht von Ripon und des Bischofs Acca von Hexham; eine zweite folgte etwa zwanzig Jahre später. Ob der Vorsänger Æddi Stephanus, den Wilfrid aus Kent nach Ripon holte, der Verfasser ist, bleibt streitig: das Vorwort einer späten Handschrift nennt einen Priester Stephanus, Beda erwähnt einen Æddi mit diesem Beinamen, die jüngere Forschung hält die Gleichsetzung nicht für zwingend. Neben Bedas Kirchengeschichte und der anonymen Cuthbertvita ist das Werk eine Hauptquelle der Christianisierung Northumbrias.

Inhalt

Der Autor schreibt gegen den Einfluss der iro-schottischen Kirche, namentlich gegen Lindisfarne, und für die römische Ordnung, deren Vorkämpfer Wilfrid gewesen sei. Die Vita folgt dem Leben von der Jugendentscheidung für den Klerus bis zum Tod 709. Im Mittelpunkt stehen die Kämpfe mit Erzbischof Theodor von Tarsus und mit angelsächsischen Herrschern, die Reisen nach Rom, die Synode von Whitby 664 und die Klostergründungen Ripon und Hexham. Die zweite Amtszeit in York und das Exil in Mercia bleiben blass. Wunder sind spärlich; ausführlich ist die Kirchenpolitik. Wilfrid erscheint als energischer Verfechter römischer Orthodoxie, mit dem Apostel Paulus verglichen, möglicherweise im Sinne seiner eigenen Anschauung.

Die Behauptung entfaltet sich an Whitby und an den Prozessfahrten. Auf der Synode setzte sich die römische Berechnung des Osterfestes und die bischöfliche Verfassung gegen die klösterlich geprägte iro-schottische Praxis durch; die Vita schreibt den Erfolg vor allem Wilfrid zu und kennt die politischen Hintergründe, weil der Verfasser wahrscheinlich zugegen war. Beda stützt sich auf diese Vita, rückt Wilfrid aber an den Rand und betont die religiöse Sache. Der Autor wirft Lindisfarne und den verbundenen Abteien vor, eine giftige Saat in der englischen Kirche gesät zu haben. Romreisen, Appellationen und Synoden zeigen einen Bischof, der Recht in der Ferne sucht, wenn die Könige zu Hause ihn vertreiben. Die Gründungen von Ripon und Hexham werden als steinerne Beweise römischer Kirchlichkeit erzählt.

Unsicher wird die Vita, wo Heiligkeit und Parteiung zusammenfallen. Sie spricht stets im hellsten Licht und leiht so ausführlich aus der älteren Cuthbertvita, dass man sie als deren Nachahmung bezeichnet hat. Wenn Æddi der Autor war, wäre er im Todesjahr Wilfrids um die sechzig gewesen, ein hohes Alter, das gegen die Zuschreibung spricht. Walter Goffart hat die Erzählstrategien der Barbarengeschichte auch an diesem Text gemessen; D. P. Kirby hat das Verhältnis zu Beda neu gewogen. Der Ton ist der der parteilichen Heiligenvita: rhetorisch, rechtlich, selten innerlich. Die Grenze des Werks ist die des Anwalts: es rettet Wilfrids römische Sache und verdunkelt die iro-schottische als Gift.

Einordnung

Ohne diese Vita bliebe Wilfrid bei Beda eine Nebenfigur; mit ihr wird die Synode von Whitby zu einem Kampf um Verfassung und Osterdatum, den ein Mann entscheidet. Nachbarschaft hat das Buch zur anonymen Cuthbertvita, die es zitiert, und zu Bedas Kirchengeschichte, die es benützt und entschärft. Bertram Colgraves zweisprachige Ausgabe von 1927, später bei Cambridge nachgedruckt, ist die greifbare moderne Ausgabe; die Monumenta Germaniae Historica bieten den lateinischen Text. Das Missverständnis liegt darin, hier nur Erbauung oder nur unparteiische Chronik zu sehen.

Geblieben ist eine Quelle der Heptarchie, die Politik der Heiligkeit nicht verbirgt. Wer über die Christianisierung Englands, über York, Ripon und Whitby spricht, spricht hinter dieser Vita oder gegen ihre römische Parteinahme. Sie ist tendenziös und unersetzlich, beides aus demselben Grund: sie war nah am Streit.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.