Historia plantarum
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Historia plantarum |
| Autor(en): | Theophrastos von Eresos |
| Originaltitel: | Περὶ φυτῶν ἱστορίας |
| Originalsprache: | griechisch |
| Erstveröffentlichung: | |
| Schlagwörter: | Pflanze, Gattung, Wurzel, Botanik |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Georg Olms
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| Umfang dieser Ausgabe: | 364 Seiten |
| ISBN: | 9783487311098 |
| Verweise | |
Die Historia plantarum (Über die Geschichte der Pflanzen) ist das grundlegende botanische Werk des Theophrastos von Eresos, Schülers und Nachfolgers des Aristoteles im Lykeion. In neun Büchern beschreibt es rund fünfhundert Pflanzenarten nach Gestalt, Standort, Nutzen und Heilkraft. Der griechische Titel meint Erkundung, nicht Erzählung: eine Untersuchung, wie Pflanzen zu unterscheiden und zu benennen sind. Theodorus Gaza übersetzte den Text im fünfzehnten Jahrhundert ins Lateinische; Kurt Sprengels deutsche Übertragung von 1822 bleibt die vollständige ältere Fassung; Georg Olms hat sie nachgedruckt. Neben De causis plantarum bildet die Schrift den Anfang der abendländischen Pflanzenkunde.
Inhalt
Theophrast schreibt gegen die Gewohnheit, Pflanzen nur als unvollkommene Tiere zu behandeln, denen das Prinzip der Selbstbewegung fehle, und gegen eine Benennung, die Nutzpflanze, Unkraut und Holz nicht scheidet. Zuerst werden die Teile bestimmt: Blatt, Wurzel, Rinde, Frucht, Saft, Stamm und Zweig. Die Pflanzen selbst gliedert er in Bäume, Sträucher, Stauden und Kräuter – eine Einteilung nach Wuchs, nicht nach Blüte. Wild und angebaut, männlich und weiblich, immergrün und laubabwerfend treten als weitere Unterschiede auf. Beispiele holt er aus Griechenland, Ägypten, Arabien und Indien: Dattelpalme, Papyrus, Zimt, die Hölzer, die der Schiffbau braucht. Die Beschreibung bleibt nah am Augenschein; wo Berichte von Kaufleuten und Feldherrn stammen, kennzeichnet er sie als Hörensagen.
Die mittleren Bücher gelten Standort, Erzeugung, Krankheiten und der Pflege durch den Menschen. Samen, Ableger, der Einfluss von Boden und Witterung werden erörtert, ohne schon eine Physiologie im neuzeitlichen Sinn zu sein. Buch 9 sammelt die medizinischen Eigenschaften: die Wurzel des Farns gegen Würmer, Säfte und Harze, die in der Heilkunde umlaufen. Theophrast fragt, wie die Dinge richtig heißen sollen und wie Ordnung in die Fülle kommt; die Debatte, schreibt Anna Pavord später, dauere zweitausend Jahre. Zugleich ist die Schrift Quelle zur vorsokratischen Naturlehre, weil sie ältere Meinungen über Wachstum und Stoff referiert. Der Ton ist nüchtern, katalogisch, gelegentlich zweifelnd, wo die Überlieferung der Reisenden unsicher wird.
Unsicher bleibt die Abgrenzung der Arten, die noch keine Linnésche Nomenklatur kennt, und die Echtheit einzelner Partien des neunten Buches. Der Codex Urbinas gilt als der beste Textzeuge; Gaza übersetzte aus einer Handschrift, die von den heute bekannten abweicht. Gegenüber der Zoologie des Aristoteles fehlt den Pflanzen die Seele im vollen Sinn der De anima; Theophrast gleicht den Mangel durch Genauigkeit der Teile aus. Eine Lesart, die ihn zum bloßen Schüler macht, verfehlt die Selbständigkeit der Frage: Was ist eine Pflanze, wenn sie nicht Tier ist? Die Stärke liegt in der Weigerung, das Unbekannte in das bekannte Schema zu pressen.
Einordnung
Die lateinische Übersetzung Gazas von 1483 hat die botanische Renaissance gespeist; Arthur Horts zweisprachige Loeb-Ausgabe machte den griechischen Text im zwanzigsten Jahrhundert wieder greifbar. Nachbarschaft hat die Schrift zur Naturlehre des Aristoteles und zur Metaphysik, nicht zur Ethik. Die Heilkundigen der Antike und des Mittelalters lasen Buch 9 als Kräuterbuch; die Systematiker der Neuzeit lasen die ersten Bücher als Versuch einer Ordnung, die noch ohne Blütenformel auskommt. Suzanne Amigues hat den Text neu ediert und kommentiert; die deutsche Standardübersetzung bleibt Sprengel.
Das Missverständnis liegt darin, Theophrast zum Vater der Botanik im Sinne einer Fachwissenschaft zu machen, die es so nicht gab, oder die neun Bücher für ein Herbarium zu halten. Sie sind Erkundung und Namensuche. Geblieben ist die Zumutung, Pflanzen als eigene Wesen zu beschreiben, nicht als defizitäre Tiere – und die Einsicht, dass Ordnung mit der Frage beginnt, wie man die Dinge nennen soll.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
