Lohn, Preis und Profit

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Lohn, Preis und Profit
Autor(en): Karl Marx
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Dietz Verlag
Serie: Marx-Engels-Werke 16
Erscheinungsjahr: 1898
Seitenanzahl: 50 Seiten
Originaltitel: Value, Price and Profit
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3320002635
ISBN-13/

EAN-Code:

9783320002633
Schlagwörter: Mehrwert, Lohn, Ware, Arbeitskraft
Sachgebiete: Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Lohn, Preis und Profit ist das Vortragsmanuskript, das Karl Marx Ende Mai bis Juni 1865 für den Generalrat der Internationalen Arbeiterassoziation schrieb und am 20. und 27. Juni vortrug. Es enthält die Mehrwerttheorie in groben Zügen, zwei Jahre vor dem ersten Band des Kapitals. 1898 veröffentlichte Eleanor Marx den englischen Text als Value, Price and Profit mit einem Vorwort Edward Avelings, der Abschnitte setzte und betitelte; die deutsche Fassung erschien in der Neuen Zeit. Die Marx-Engels-Werke folgen dem englischen Manuskript. Der Vortrag richtet sich an Arbeiter, nicht an Gelehrte, und widerlegt das Dogma, Warenpreise würden durch Löhne bestimmt.

Inhalt

Marx schreibt gegen David Ricardos Satz, die Arbeitslöhne regelten die Preise, und gegen die Hoffnung, Lohnkämpfe seien zwecklos oder automatisch preistreibend. Angebot und Nachfrage bewegen Marktpreise; der Wert einer Ware bemisst sich nach der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit, die in Rohstoffen, Werkzeugen und der Herstellung selbst steckt, umgekehrt proportional zur Produktivkraft. Hochbezahlte Arbeit kann billige Waren erzeugen, niedrig bezahlte teure. Der natürliche Preis im Sinne Adam Smiths ist dieser Wert, nicht der Marktpreis, der Gewinn, Miete und Zins einschließt. Damit ist die Vorstellung getroffen, eine allgemeine Lohnerhöhung müsse die Preise heben, als wäre der Lohn ein bloßer Aufschlag.

Der Wert der Arbeitskraft entspricht dem Wert der Lebensmittel, die zu Erhaltung, Heranwachsen und Fortpflanzung nötig sind. Ausgezahlt wird nur dieser Wert, gearbeitet wird länger. Die überschüssige Arbeit ist der Mehrwert des Kapitalisten; dem Arbeiter erscheint die ganze Zeit als dem Lohn entsprechend. Das unterscheidet die Lohnarbeit von älteren Formen, in denen Arbeitskraft und Arbeitsprodukt noch durchschaubarer zusammenhingen. Steigt der Lohn, sinkt der Profit, und umgekehrt; ein Teil des Mehrwerts kann als Rente oder Zins an andere Kapitalisten abtreten. Marx nennt fünf Lagen, in denen Lohnhebung oder Gegenwehr möglich ist: sinkende Produktivkraft und teurere Lebensmittel; Goldentdeckungen, die Werte umwerten; Verkürzung des Arbeitstags und Ende der Kinderarbeit; Kampf in der Hochkonjunktur, der Senkungen der Krise ausgleicht; der ständige organisierte Druck. Der Marktpreis der Arbeitskraft fällt nie dauerhaft mit ihrem Wert zusammen; Tradition und Lebensstandard sind veränderbar.

Unsicher bleibt der Schluss, der vom Lohnkampf zum Systemwechsel übergeht. Marx sagt den Zuhörern, sie kämpften nur gegen Wirkungen, nicht gegen Ursachen, solange sie das Lohnsystem stehen ließen. Der Vortrag begründet den Gewerkschaftskampf und relativiert ihn in einem Satz. Die Beispiele aus der britischen Wirtschaft seiner Jahre sollen das Dogma widerlegen, ersetzen aber nicht die ausgearbeitete Darstellung des Kapitals. Avelings Abschnitte haben den mündlichen Text schulmäßig gemacht; die MEW haben einen Abschnitt weggelassen. Thomas Kuczynski hat den Vortrag als kleines Kapital kommentiert herausgegeben. Marx weiß, dass er vereinfacht, und beharrt darauf, dass Vereinfachung hier die Bedingung der Wahrheit für die Praxis ist.

Einordnung

Unter den kürzeren Schriften ist dies die eingängigste Einführung in die Mehrwertlehre, vor dem Kapital gesprochen und nach Marx’ Tod zum Agitationsbuch geworden. Sie steht neben Zur Kritik der politischen Ökonomie als öffentliche Auskunft, woher Profit kommt, ohne die ganze Maschinerie der drei Bände. Die Arbeiterbewegung hat den Text als Waffe im Lohnkampf gelesen und den Schlusssatz oft abgeschwächt; die akademische Ökonomie hat ihn als Popularisierung abgetan. Beides verfehlt, dass Marx 1865 vor Praktikern sprach, die über Streiks zu entscheiden hatten, nicht über Methodenstreite.

Geblieben ist die Zurückweisung der Lohn-Preis-Automatik und die Unterscheidung von Arbeitskraft und Arbeit, die das Unbezahlte sichtbar macht. Wer nur den ersten Band des Kapitals kennt, findet hier die politische Pointe in fünfzig Seiten: Organisiert euch, und durchschaut, dass der Sieg im Lohnsystem begrenzt bleibt. Die Dietz-Ausgabe im Band 16 der Werke hält den Vortrag im Zusammenhang der Internationale; die kommentierte Einzelausgabe macht ihn wieder zum kleinen Buch, das er für die Zuhörer war.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.