Wu Shuang Pu

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Jin Guliang · 1694 · Sachbuch, Kulturwissenschaft
Das Werk
Deutscher Titel: Wu Shuang Pu
Autor(en): Jin Guliang
Originaltitel: 無雙譜
Originalsprache: chinesisch
Erstveröffentlichung: 1694
Schlagwörter: Helden, Holzschnitt, Porträt, Dynastie
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Hebei meishu chubanshe


Umfang dieser Ausgabe: 80 Seiten
ISBN: 9787531008156
Verweise
Umschlag

Wu Shuang Pu (chinesisch 無雙譜, Pinyin Wúshuāng Pǔ, deutsch Verzeichnis der Unvergleichlichen) ist das spätestens 1694 erschienene Bildnisbuch des Malers Jin Guliang, mit Holzschnitten von Zhu Gui. Auf je einer Doppelseite stehen ganzfiguriges Bild, Kurzbiographie und ein Gedicht in der Art der Volkslieder für vierzig Gestalten von der Han- bis zum Ende der Song-Dynastie, darunter sieben Frauen. Das Vorwort des Freundes Song Jun von 1690 sagt, niemandem der Gegenwart sei diese Reihe noch ebenbürtig, darum seien sie unvergleichlich. Das Buch ist Geschichtsbild, Heldenkult und Vorlage der Werkstätten in einem. Deutsche Übersetzungen des ganzen Bandes gibt es kaum; die Schnitte sind über Nachstiche, Porzellan und medizinische Lehrbücher weitergewandert.

Inhalt

Jin Guliang schreibt und zeichnet gegen die Gegenwart der frühen Qing: die Helden sind tot, die Lebenden ihnen nicht mehr gewachsen. Unvergleichlich heißt hier nicht, dass sie einander unähnlich wären, sondern dass die Zeit niemanden mehr hervorbringt, der ihnen gleicht. Das Buch sammelt nicht Kaiserlisten und nicht Heiligenviten, sondern bemerkenswerte Chinesen und Chinesinnen, deren Leben sich als Bild und als Lied erzählen lässt. Jede Doppelseite ist ein Denkmal: der Körper im Holzschnitt, die Tat in der Kurzvita, der Nachruhm im Gedicht. Geschichte wird so sichtbar und memorierbar, ohne Chronik zu sein. Der Maler Jin Shi, unter dem Beinamen Jin Guliang bekannt, liefert die Vorlagen; Zhu Gui schneidet sie in Holz. Das ist Arbeitsteilung der Druckkunst, kein Autorenkult im europäischen Sinn.

Die Reihe beginnt bei Zhang Liang und Xiang Yu, führt über den Geschichtsschreiber Sima Qian, die Gelehrte Ban Zhao, den Strategen Zhuge Liang und die Dichterin Su Hui zu Hua Mulan, zur Kaiserin Wu Zetian, zu Li Bai, Yue Fei und Wen Tianxiang. Frauen stehen nicht am Rand: Cao E, Zhao E, Lüzhu, Xian Furen und andere halten eigene Blätter. Die Auswahl mischt Feldherren, Gelehrte, Treue, Rächerinnen und Sonderlinge; Tugend und Sonderbarkeit dürfen denselben Bildraum teilen. Die Illustrationen sind ganzfigurig, mit wenig Beistand der Landschaft, damit der Charakter in Haltung und Gewand lesbar bleibt. Genau diese Lesbarkeit hat die Schnitte kopierfähig gemacht: sie wanderten ins medizinische Lehrbuch Der goldene Spiegel von 1742 und vor allem im neunzehnten Jahrhundert auf Porzellan, wo Ban Chao und andere als Motiv der Werkstätten wiederkehrten.

Unsicher wird das Buch, wo Heldenbild und historische Person auseinandertreten. Manche der Vierzig sind in der Überlieferung halb Sage, und das Vorwort behauptet eine Überlegenheit der Alten, die selbst ein politischer Satz unter neuer Dynastie ist. Jin Guliang liefert keine Quellenkritik und keine Moraltheologie; er liefert ein Bildgedächtnis. Wer die Schnitte auf Schalen wiederfindet, liest oft nur noch den Typus, nicht die Vita. Das ist keine Schwäche des ersten Drucks, sondern die Folge seines Erfolgs. Der Band bleibt ein Verzeichnis, kein Epos: vierzig Unvergleichliche, und keine Lehre, die sie auf eine Tugend verpflichtet.

Einordnung

Wu Shuang Pu steht in der chinesischen Tradition der Bildnisreihen und der Yuefu-Gedichte, nicht in der der Dynastiegeschichten wie dem Hou Hanshu. Es hat die populäre Anschauung von Helden der mittleren Kaiserzeit stärker geprägt als mancher amtliche Traktat, weil Bild und Porzellan weiter reichen als das Gelehrtenbuch. Im Westen kennt man die Blätter vor allem aus Sammlungen und aus der Porzellankunde; eine fortlaufende deutsche Werkausgabe fehlt. Georg Weishaupts Katalog Das Große Glück hat Motive zugänglich gemacht, ohne den Band zu ersetzen.

Geblieben ist die Figur des Unvergleichlichen als Druckstock: reproduzierbar, zitierbar, auf Scherben überlebensfähig. Die Holzschnitte haben die Zeit überdauert, auf die das Vorwort herabsah. Chinesische Heldenbilder des siebzehnten bis neunzehnten Jahrhunderts zitieren oft dieses Verzeichnis, auch wo der Name Jin Guliang fehlt. Das Bild hat die Vita überlebt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.