Politik als Beruf

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Politik als Beruf
Autor(en): Max Weber
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Reclam
Serie: Reclams Universal-Bibliothek
Erscheinungsjahr: 1919
Seitenanzahl: 96 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 315008833X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783150088333
Schlagwörter: Herrschaft, Verantwortung, Gesinnung, Staat
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Rezensionen
Umschlag

Politik als Beruf ist der am 28. Januar 1919 vor dem Freistudentischen Bund in der Münchner Buchhandlung Steinicke gehaltene, im Juli 1919 erheblich erweiterte Vortrag von Max Weber. Er war der zweite Beitrag der Reihe Geistige Arbeit als Beruf; der erste, Wissenschaft als Beruf, stammte vom November 1917. Aus dem Zeitdokument der deutschen Niederlage und der Revolution ist ein Klassiker der Politikwissenschaft geworden. Weber definiert den Staat, unterscheidet Arten der Herrschaft und fragt, welche Qualitäten der Berufspolitiker braucht, wenn Politik mit dem Kopf gemacht wird, aber nicht nur mit dem Kopf.

Inhalt

Der Staat ist für Weber eine Gemeinschaft, die innerhalb eines bestimmten Gebietes das Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit mit Erfolg für sich in Anspruch nimmt. Damit er bestehe, müssen sich die Beherrschten der beanspruchten Autorität fügen. Drei Gründe der Legitimität nennt er: die Sitte der traditionellen Herrschaft, etwa des Patriarchen; die charismatische Herrschaft des Demagogen und Parteiführers; die Legalität einer Satzung. Berufspolitiker unterscheidet er von Gelegenheitspolitikern, die einen Wahlzettel abgeben oder eine Rede halten, und von Nebenberuflichen, die nur im Bedarfsfall tätig sind und weder materiell noch ideell ihr Leben daraus machen. Der Fürst brauchte Gewohnheitspolitiker, weil Stände nur auf Abruf dienten; das demokratische Zeitalter erzeugt den Parteibeamten, den angestellten Funktionär, weil Politik entgolten werden muss, soll sie nicht plutokratisch bleiben.

Wer von der Politik lebt, bezieht Einkommen aus ihr; wer für die Politik lebt, macht sie zur Sache, sei es aus Machtbesitz oder Dienst. Ganz für eine Sache leben kann nur, wer auch von ihr leben kann – oder unabhängig genug ist, ein arbeitsloses Einkommen zu haben. Weber zieht die professionelle Variante aus rein technisch-politischen Gesichtspunkten der Dilettantenwirtschaft von Erbpolitikern und Leidenschaftlichen vor. Das Berufsbeamtentum überdauert den Machtwechsel und hält sich an pragmatische Inhalte. Drei Qualitäten verlangt er vom Politiker: sachliche Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und ein distanziertes Augenmaß. Die größte Schwäche ist die Eitelkeit; sie macht unsachlich und verantwortungslos.

Am Ende stehen Verantwortungsethik und Gesinnungsethik. Die eine bedenkt die Folgen des Handelns, die andere tut das moralisch Richtige ohne Rücksicht auf den Erfolg. Die Frage, welcher der Politiker folgen soll, beantwortet Weber nicht eindeutig. Beide sind keine Gegensätze, sondern Ergänzungen, die zusammen den richtigen Politiker ausmachen. Politik wird mit dem Kopf gemacht, aber nicht nur mit ihm. Der Vortrag spricht in die Lage von 1919: die gescheiterte Gewalt der Räte, die Verantwortung derer, die den Staat übernehmen müssen, die Versuchung der Gesinnung, die ihre Hände rein halten will. Der Ton ist nüchtern, gelegentlich hitzig, und von einer begrifflichen Schärfe, die Definitionen hinterlassen hat, die die Wissenschaft seither zitiert, oft ohne die Stunde, in der sie gesprochen wurden.

Einordnung

Die Staatsdefinition über das Gewaltmonopol, die drei reinen Typen der Herrschaft und das Paar Gesinnung und Verantwortung gehören zum Grundwortschatz der Sozialwissenschaften. Sie greifen in Webers Religionssoziologie und in Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus zurück, wo Beruf schon einmal das innerweltliche Askeseprogramm war; hier wird er zur Technik der Macht. Carl Schmitt hat das Politische später vom Freund-Feind-Unterschied her gedacht, gegen Webers legalen Anstaltsstaat. Die Demokratietheorie hat den Vortrag als Nüchternheitsgebot gelesen, die Kritik als Absage an Gesinnung, die 1919 Rettung hätte sein können.

Wer Weber nur die Verantwortungsethik zuschreibt, verfehlt den Satz, dass beide Ethiken zusammen den Politiker machen. Wer ihn nur als Realisten der Macht liest, verfehlt die Leidenschaft, ohne die der Beruf zur Pfründe wird. Neben Wissenschaft als Beruf steht der Vortrag als das weltlichere Zwillingstück: dort die Entzauberung, hier das Monopol der Gewalt und das Augenmaß. Er bleibt der Text, an dem jede Debatte über Berufspolitik, Demagogie und Gewissen ansetzt – selten unberührt von der Münchner Januarwoche, in der er gehalten wurde.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.