Die Liebe in den Zeiten der Cholera

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Liebe in den Zeiten der Cholera
Autor(en): Gabriel García Márquez
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1985
Seitenanzahl: 508 Seiten
Originaltitel: El amor en los tiempos del cólera
Originalsprache: spanisch
ISBN-10: 359690708X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596907083
Schlagwörter: Liebe, Warten, Karibik, Alter
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die Liebe in den Zeiten der Cholera ist ein Roman von Gabriel García Márquez, 1985 auf Spanisch erschienen, deutsch bei Kiepenheuer & Witsch und später bei Fischer. Er erzählt eine Werbung, die mehr als fünfzig Jahre dauert: Florentino Ariza liebt Fermina Daza von Jugend an, verliert sie an den Arzt Juvenal Urbino und wartet, bis der Mann stirbt. García Márquez hat nach Hundert Jahre Einsamkeit ein Buch der Karibikstadt geschrieben, das weniger mythisch, dafür körperlicher und komischer ist. Die Cholera ist Krankheit, Geruch, Metapher der Leidenschaft. Das Alter wird nicht als Restzeit behandelt, sondern als zweite Jugend der Hartnäckigkeit.

Inhalt

Der Roman öffnet mit dem Tod des alten Juvenal Urbino, der vom Baum fällt, als er einen Papagei einfangen will. Fermina Daza, lang seine Frau, richtet das Haus und die Trauer; Florentino Ariza erscheint auf der Totenfeier und erklärt, er habe sie immer geliebt. Sie weist ihn barsch ab. Rückblendend erzählt das Buch die Jugend in einer Stadt an der Karibik: Florentino, telegrafierender Poet, wirbt mit Briefen; Fermina, Tochter eines aufstrebenden Vaters, antwortet, bis eine Reise und der Ehrgeiz sie dem gebildeten Arzt Urbino zuführen. Die Heirat ist Stand, Hygiene, Europa; Florentino schwört ewige Treue und bricht sie mit hunderten Affären, die der Erzähler zählt, ohne Florentino die eine Liebe zu nehmen.

Urbino verkörpert Fortschritt, Cholera-Bekämpfung, Bürgerstolz; die Ehe mit Fermina ist ehrbar, oft kühl, manchmal zärtlich, voller kleiner Kriege um Raum und Stolz. Fermina wird Frau einer Gesellschaft, die Florentino nicht betreten darf. Er steigt in der Fluss-Schifffahrt auf, wird reich, alt, kahl, und schreibt weiter. García Márquez gibt den Nebenfiguren – Müttern, Geliebten, Kapitänen – Breite; eine junge Verwandte, die Florentino verfällt, endet tragisch. Die Stadt ändert sich, die Dampfschiffe, die Mode, nicht aber Florentinos Satz, dass er gewartet habe.

Nach Urbinos Tod beginnt eine zweite Werbung, zäher, unanständiger im Alter. Fermina weist Florentino zurück, liest dann seine Briefe, gibt nach. Sie fahren gemeinsam den Fluss hinauf auf einem Schiff der Gesellschaft, für die Florentino arbeitet. Um nicht anlegen und die Gesellschaft nicht einlassen zu müssen, lässt er die Choleraflagge setzen, das Zeichen der Seuche, das die Häfen schließt. Das Schiff pendelt den Strom entlang, die beiden Alten lieben einander, unbeholfen und endlich. Der Roman schließt auf dem Wasser, mit der Order, so lange zu fahren, wie es das Holz aushält. Die Flagge der Krankheit wird zur Flagge der Liebe, die niemand mehr stören soll.

Einordnung

García Márquez hat den Liebesroman ins hohe Alter verlängert und damit das Muster gebrochen, nach dem Leidenschaft den Jungen gehört. Die Cholera verbindet Körper und Geschichte: Seuche, Quarantäne, der Fortschritt des Arztes, der Geruch der Stadt. Magischer Realismus im engen Sinn braucht das Buch kaum; es braucht Übertreibung, Aufzählung, den Papagei, die Briefe. Im Nobelpreiswerk des Kolumbianers steht es neben Hundert Jahre Einsamkeit als das weltlichere Buch. Die deutsche Fischer-Ausgabe hält den langen Atem der Sätze.

Kritik hat Florentinos Affären und die Episode mit der Schülerin scharf gelesen, zu Recht: die eine Liebe entschuldigt nicht jede Tat. Trotzdem bleibt der Roman eine der großen Erzählungen vom Warten. Wer nach 1985 über Liebe und Alter sprach, hatte diese Flussfahrt vor Augen. Neben der europäischen Ehebruchgeschichte – Fontanes Effi Briest, Gustave Flauberts Madame Bovary – steht hier eine Werbung, die die Ehe des anderen überdauert, ohne sie von innen zu sprengen. Das Schiff fährt, die Häfen bleiben geschlossen, die Zeit gehört den beiden.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.