Hiob

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Hiob
Autor(en): Joseph Roth
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Reclam
Serie:
Erscheinungsjahr: 1930
Seitenanzahl: 203 Seiten
Originaltitel: Hiob. Roman eines einfachen Mannes
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3150206480
ISBN-13/

EAN-Code:

9783150206485
Schlagwörter: Ostjudentum, Glaube, Amerika, Prüfung
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Hiob. Roman eines einfachen Mannes ist ein Buch von Joseph Roth, 1930 bei Kiepenheuer erschienen. Es erzählt das Leben des jüdischen Lehrers Mendel Singer aus dem russischen Ansiedlungsrayon, der Kinder, Glauben und Heimat verliert und in Amerika den biblischen Hiob nachspielt, bis ein Wunder den Schluss wendet. Roth hat den Ostjuden nicht als Brauchtumskulisse und nicht als These gezeichnet, sondern als frommen Mann, den die Moderne zerschlägt, ohne ihm die Würde der Klage zu nehmen. Das Buch kam zwischen Radetzkymarsch und den Feuilletons und wurde eines seiner meistgelesenen. Der Untertitel nimmt die Einfachheit ernst: Mendel ist kein Gelehrter der Stadt, sondern ein Lehrer der Kleinen.

Inhalt

Mendel Singer lebt mit der Frau Deborah in Zuchnow, einem Schtetl, und unterrichtet Kinder im heiligen Text. Die Söhne Jonas und Schemarjah gehen ins Russische und ins Weite; die Tochter Miriam gerät an Kosaken und an die Sinnlichkeit, die der Vater als Unheil liest. Das vierte Kind, Menuchim, bleibt klein, verwachsen, stumm und singt doch Töne, die Mendel als Prüfung Gottes deutet. Ein Wunderheiler sagt, Menuchim werde gesund, wenn die Eltern ihn nicht nach Amerika mitnähmen. Die Familie emigriert trotzdem, ohne den Jungen, den eine Pflegefrau behält. Roth erzählt Armut, Sabbat, Angst vor dem Militär und die Enge, aus der Amerika als Rettung erscheint.

In New York verdient Mendel karg, Deborah zerbricht, Jonas gilt als verschollen, Schemarjah fällt als amerikanischer Soldat, Miriam erkrankt an der Seele und wird in eine Anstalt gebracht. Mendel verflucht Gott, zertrümmert die Gebetsriemen, sitzt als leerer Mann in einer Wohnung, die keine Heimat mehr ist. Die biblische Folie ist deutlich und nicht allegorisch: Hiob klagt, und niemand tröstet ihn gut. Amerika ist nicht das gelobte Land, sondern eine weitere Wüste aus Lärm und Lohn. Deborah stirbt; Mendel bleibt übrig, ein Lehrer ohne Schüler.

Da erscheint ein berühmter Musiker, der aus Europa kommt, und es ist Menuchim, geheilt, gewachsen, ein Dirigent, der den Vater sucht. Das Wunder, das der Heiler versprochen hat, trifft ein, nachdem Mendel aufgehört hat, es zu erwarten. Vater und Sohn erkennen einander; Mendel nimmt den Glauben vorsichtig wieder auf, nicht als Sieg, sondern als Rückkehr des Sinns. Roth schließt versöhnlich und lässt die Toten nicht auferstehen. Jonas und Schemarjah und Deborah bleiben verloren. Nur Menuchim, das verworfene Kind, trägt den Segen.

Einordnung

Roth hat die Hiob-Geschichte in die jüdische Auswanderung des frühen zwanzigsten Jahrhunderts gelegt, ohne sie zu taufen oder zu tilgen. Das Schtetl ist genau und gefährdet, Amerika kalt, der Schluss ein Märchen, das sich der Realismus hier erlaubt, weil die Bibel es vorgegeben hat. Zeitgenossen lasen das Buch als Legende; später las man es als Abschied vom Osten, den Roth selbst nicht mehr betreten konnte. Neben dem Radetzkymarsch ist Hiob das wärmere Werk, weniger ironisch, frommer, enger, und gerade deshalb das Buch, das Roths Namen über die Kenner hinaus trug.

Im Kanon der deutsch-jüdischen Literatur steht es neben den großen Familienromanen und bleibt schmaler, mündlicher, psalmennah, ein Buch zum Vorlesen und zum Weinen, das die Ironie des Radetzkymarsch nicht braucht. Verfilmungen haben den Stoff gelegentlich geglättet; der Text hält die Härte bis zur letzten Kehre. Wer nach 1930 über Glauben und Vertreibung auf Deutsch schrieb, hatte diesen Mendel vor sich, einen einfachen Mann, der Gott verklagt und ihn doch nicht loswird. Reclam hält die knappe Ausgabe, die dem Untertitel entspricht: kein Kommentar ersetzt die Prüfung.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.