Der Ekel

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Ekel
Autor(en): Jean-Paul Sartre
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Rowohlt
Serie:
Erscheinungsjahr: 1938
Seitenanzahl: 249 Seiten
Originaltitel: La Nausée
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3499235927
ISBN-13/

EAN-Code:

9783499235924
Schlagwörter: Existenz, Tagebuch, Kontingenz, Stadt
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Der Ekel ist ein Roman von Jean-Paul Sartre, 1938 bei Gallimard unter dem Titel La Nausée erschienen, lange als „Tagebuch des Antoine Roquentin“ geplant. Es ist Sartres erstes großes Buch und die Erzählung, in der die Existenzphilosophie Figur wird, bevor sie Traktat wird. Ein Historiker in der Provinzstadt Bouville – das ist Le Havre als „Schlammstadt“ – entdeckt, dass die Dinge ohne Grund da sind, und ihm wird übel. Der Roman ist Tagebuch, Stadtporträt und Abrechnung mit dem Honoratiorentum, das sich für notwendig hält. Im Deutschen hat Rowohlt den Text durchgehalten; der Ekel blieb das Wort, nicht die Übelkeit allein.

Inhalt

Antoine Roquentin führt Tagebuch in Bouville, wo er an einer Biographie des Marquis de Rollebon arbeitet, eines Abenteurers des achtzehnten Jahrhunderts. Die Arbeit zerfällt, weil die Vergangenheit ihm nicht mehr als Sinn erscheint, nur als Staub. In der Stadt begegnet er dem Autodidakten, einem Mann, der die Stadtbibliothek alphabetisch durchliest und die Menschenliebe als Lehre vorträgt, bis seine Annäherung an Knaben ihn entlarvt. Roquentin trifft die Kellner, die Bürger im Museum, deren Porträts die Notwendigkeit ihres Reichtums behaupten. Zwischen ihnen geht er als einer, dem die Welt zu nahe kommt.

Der Ekel stellt sich an Dingen ein: an einem Kieselstein, an der Gabel, vor allem an der Wurzel der Kastanie im Park, die so grundlos da ist, dass die Sprache sie nicht mehr deckt. Existenz, begreift Roquentin, geht der Essenz voraus: Die Dinge sind, bevor sie etwas bedeuten, und sie müssen nichts bedeuten. Die alte Geliebte Anny reist an; sie hat früher „vollkommene Augenblicke“ inszeniert und ist nüchtern geworden. Das Wiedersehen trägt nicht. Rollebon, der biographische Halt, stirbt ein zweites Mal, als Roquentin das Manuskript aufgibt. Bouville bleibt, eine Stadt aus Sonntagsanzügen und Statuen, die das Sein mit Würde verwechseln.

Am Ende sitzt Roquentin im Café und hört eine Schallplatte, ein Jazzstück, gesungen von einer schwarzen Stimme, und in der Melodie scheint ihm eine andere Dichte auf: Kunst als etwas, das dem Zufall eine Form abtrotzt. Er beschließt, Bouville zu verlassen und ein Buch zu schreiben, nicht die Biographie, sondern etwas, das so fest wäre wie die Melodie. Ob das gelingt, erzählt der Roman nicht. Der Schluss ist kein Trost und keine Lehre, nur ein Vorsatz. Sartre lässt den Ekel nicht in eine Theorie kippen; die Kastanie bleibt wurzelnd.

Einordnung

La Nausée machte Sartre zum Erzähler der Kontingenz, Jahre vor Das Sein und das Nichts. Der Roman steht neben der Philosophie, nicht unter ihr: Bouville ist konkreter als jede Formel, das Museum eine Galerie des schlechten Glaubens. Albert Camus’ Der Fremde kam später und härter; Sartre bleibt der Mann, dem übel wird, nicht der, der schießt. Die Tagebuchform erlaubt Wiederholung, Ekelwellen, den Satz, der das Ding nicht einholt. Nach 1945 las man das Buch als Auftakt des Existentialismus und vergaß oft, wie komisch und bösartig es die Provinz zeichnet.

Die ältere deutsche Rede von der Sängerin auf der Platte folgt der Vorlage und der Zeit; neuere Leser lesen darin zu Recht die Sprache einer Epoche, ohne dass der Gedanke der Melodie damit erledigt wäre. Rowohlt hat Sartre im Taschenbuch gehalten, während die Philosophie den Roman oft nur als Beispiel zitierte. Wer nach 1938 über grundloses Dasein spricht, spricht hinter dieser Kastanie. Neben Woolfs Wahrnehmung in Mrs Dalloway steht hier eine Wahrnehmung, die nicht strömt, sondern würgt. Der Ekel ist keine Metapher für Politik; er ist das Gefühl, dass die Welt ohne Erlaubnis existiert.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.