Ungeduld des Herzens

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Stefan Zweig · 1939 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Ungeduld des Herzens
Autor(en): Stefan Zweig
Originaltitel: Ungeduld des Herzens
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1939
Schlagwörter: Mitleid, Offizier, Habsburg, Schuld
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fischer Taschenbuch


Umfang dieser Ausgabe: 414 Seiten
ISBN: 9783596904488
Verweise
Umschlag

Ungeduld des Herzens ist der 1939 im Exil erschienene Roman von Stefan Zweig, sein einziges vollendetes langes Erzählwerk. Ein junger Leutnant tanzt mit einem Mädchen, das nicht aufstehen kann, und verwechselt Mitleid mit Liebe, bis daraus Schuld wird. Zweig hat die Geschichte an den Rand der Habsburgermonarchie gelegt, kurz vor 1914, in ein ungarisches Schloss, wo das Geld den Makel nicht aufhebt. Der Satz fließt, wie man es von ihm kennt, und ist härter, als der Ruf des Trösters vermuten lässt. Das Buch kam zuerst auf Schwedisch in Stockholm heraus, dann auf Deutsch in Stockholm und Amsterdam; der Autor war schon auf der Flucht.

Inhalt

Der Leutnant Anton Hofmiller wird auf das Gut des reichen Kekesfalva geladen, eines Mannes, der als Judenknabe Leopold Kanitz begonnen und sich Namen und Schloss gekauft hat. Hofmiller bittet die Tochter Edith zum Tanz; sie ist gelähmt, stürzt, die Gesellschaft erstarrt. Aus Scham kehrt er mit Pralinen zurück und gerät in das Haus als Tröster. Edith, leidenschaftlich und hellsichtig, verliebt sich in ihn. Hofmiller fühlt Mitleid, das Zweig die Ungeduld des Herzens nennt: den Wunsch, fremden Schmerz sofort wegzunehmen, ohne die Kraft, ihn zu teilen. Der Arzt Condor, der Edith behandelt und eine blinde Frau geheiratet hat, warnt ihn. Hofmiller hört nicht.

Um Edith zu beruhigen, deutet er eine Zukunft an, die er nicht will. Kekesfalva, der die Tochter retten möchte, hört Verlobung, wo nur Ausflucht war. Hofmiller, zwischen Kasino, Kameraden und dem Schloss, schwankt, flieht in den Dienst und kehrt zurück, weil Edith ohne ihn nicht leben will. Condor spricht vom Unterschied zwischen dem schwachen Mitleid, das sich selbst erleichtern will, und dem starken, das bleibt. Hofmiller verspricht die Ehe, als Edith zusammenbricht, und bereut das Versprechen unter den Offizieren, die über die Heirat mit der Gelähmten spotten.

Edith erfährt die Wahrheit und stürzt sich von der Terrasse. Hofmiller, der zum Manöver muss, liest die Nachricht und begreift zu spät, was er angerichtet hat. Der Weltkrieg bricht aus; er reitet in die Schlacht, als wäre der Tod eine Rechnung, die man begleichen kann. Der Roman lässt ihn überleben, mit der Schuld. Was als Wohltat begann – der Besuch, die Hoffnung, das Wort Braut –, hat ein Leben beendet. Kekesfalva bleibt mit dem leeren Schloss; Condor bleibt mit seiner Lehre, die niemanden gerettet hat.

Einordnung

Zweig hat das Mitleid seziert, das seine eigene Prosa oft spendet. Hofmiller ist kein Schurke; er ist höflich, ängstlich und genau so gefährlich. Das Schloss am Rand der Monarchie ist die letzte Form einer Welt, die 1914 zergeht; die jüdische Herkunft Kekesfalvas, getarnt und nie ganz getilgt, gehört zur Diagnose dieser Gesellschaft. Im Exil geschrieben, liest sich der Roman auch als Buch über das Wegsehen: über den Mann, der tröstet, ohne einzustehen. Es ist Zweigs Gegenstück zu den Novellen, weiter in der Zeit und strenger in der Moral.

Verfilmungen und Bühnenfassungen haben den Stoff genommen, ohne die Härte der Diagnose zu löschen. Die Figur Hofmillers bleibt der Prüfstein: Nicht der harte Mann richtet hier Unheil an, sondern der weiche. Zweig, der Tröster der Novellen, hat sich in diesem einen Roman nicht geschont. Wer nach ihm über Mitleid spricht, spricht hinter diesem Band: hinter einem Tanz, der nicht zu Ende getanzt werden konnte, und hinter einem Versprechen, das tötete, weil es nicht gelten sollte. Es bleibt das eine große Romangefäß eines Autors, der sonst die kürzere Strecke wählte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.