Die Elixiere des Teufels

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Elixiere des Teufels
Autor(en): E. T. A. Hoffmann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Reclam
Serie:
Erscheinungsjahr: 1815
Seitenanzahl: 475 Seiten
Originaltitel: Die Elixiere des Teufels
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3150140730
ISBN-13/

EAN-Code:

9783150140734
Schlagwörter: Mönch, Doppelgänger, Kloster, Wahnsinn
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die Elixiere des Teufels ist der 1815 und 1816 in zwei Bänden erschienene Roman von E. T. A. Hoffmann, mit dem Untertitel Nachgelassene Papiere des Bruders Medardus eines Kapuziners. Ein Mönch schreibt sein Leben als Beichte und als Dichtung, und die Grenze zwischen beiden hält nicht. Hoffmann hat den Schauerroman englischer Herkunft – vor allem LewisThe Monk – in die deutsche Romantik geholt, ohne die Angst vor dem Doppelgänger zu entschärfen. Der Wein im Reliquiar ist Anlass, nicht Erklärung: Was in Medardus wächst, war in der Familie schon lange. Der zweite große Roman Hoffmanns neben Kater Murr ist dunkler, verschlungener und näher am Wahnsinn.

Inhalt

Der Kapuziner Medardus, als Franz geboren und früh ins Kloster gegeben, wird ein gefeierter Prediger. Als Verwalter der Reliquien trinkt er von einem Wein, den die Legende das Elixier des heiligen Antonius nennt: denselben Trank, mit dem der Teufel den Heiligen habe versuchen wollen. Stimme und Begierde wachsen; im Beichtstuhl gesteht ihm die junge Aurelie ihre Liebe, und er hält ihr Gesicht für das der heiligen Rosalia. Der Prior schickt ihn nach Rom, bevor er fliehen kann. Auf der Reise begegnet Medardus dem Grafen Viktorin, der ihm zum Verwechseln ähnelt. Viktorin stürzt von einem Felsvorsprung; Medardus hält ihn für tot und gerät, weil der Graf sich als Mönch verkleidet hatte, an seiner Stelle auf das Schloss des Barons von F.

Dort wird er für Viktorin, den Geliebten der Baronin Euphemie, genommen. Aurelie ist die Tochter des Hauses. Euphemie versucht, den Enttarnten zu vergiften; Medardus vertauscht die Gläser, sie stirbt. Als er Aurelie Gewalt antun will, stellt sich ihr Bruder Hermogen entgegen; Medardus tötet ihn und flieht. Am Fürstenhof tritt er als Gelehrter Leonard auf. Aurelie erkennt den Mörder, Viktorin – überlebend, wahnbesetzt, überzeugt, selbst Medardus zu sein – gesteht die Tat, und der Echte kommt frei. Kurz vor der Hochzeit bricht Medardus zusammen, bekennt den Mord und schlägt nach Aurelie; er verletzt sich selbst und entkommt.

In Rom leistet er Buße, überlebt einen Giftanschlag der Dominikaner und kehrt ins Kloster zurück. Aurelie nimmt den Schleier. In der Kirche, während ihrer Einkleidung, ersticht der wahnsinnige Viktorin sie; ihr Tod gilt als Märtyrertod, dem der heiligen Rosalia vergleichbar. Sie spricht Medardus vor dem Sterben von seinen Qualen frei. Ein Jahr später stirbt er fromm. Ein Vorwort des fiktiven Herausgebers und der Nachtrag des Bibliothekars Spiridion rahmen die Beichte; darin liegt das Pergament des Ahnen Francesco, eines Malers, der unter demselben Elixier die heilige Rosalia nach dem Vorbild der Venus gemalt und den Fluch über das Geschlecht gebracht hat. Fast alle Figuren stammen von ihm ab. Der Friseur Belcampo, weiser Narr, rettet Medardus unterwegs mehr als einmal das Leben.

Einordnung

Hoffmann hat den Schauerapparat – Kloster, Gift, Doppelgänger, Inzest der Genealogie – nicht abgeschafft, sondern nach innen gekehrt. Medardus erzählt, was er erlebt hat, und zugleich, was er sich zurechtgeschrieben hat, um vor Gott und vor sich selbst zu bestehen; das erzählende Ich korrigiert das erlebende, ohne die Spaltung zu heilen. Viktorin ist weniger ein zweiter Mann als das abgespaltene Ich: Er bekennt Taten, die Medardus begangen hat, und begeht, was Medardus verdrängt. Die schwarze Romantik zählt hier nicht Spuk, sondern Schuld, die sich vererbt.

Neben Hoffmanns Nachtstück Der Sandmann ist Die Elixiere des Teufels das große Buch der Ichspaltung. Die Nachwelt hat den Roman lange hinter den Märchen und hinter Kater Murr zurückgestellt; die neuere Lesart nimmt die Beichte ernst als Dichtung über Trieb, Heiligkeit und Familie. Der englische Mönchsroman liefert die Requisiten, die deutsche Romantik die Seele, die sich nicht mehr kennt. Wer nach Hoffmann über den Doppelgänger spricht, kommt an Medardus nicht vorbei: nicht weil der Teufel im Wein steckt, sondern weil das Ich zwei Gesichter trägt und beide unterschreibt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.