Jahrmarkt der Eitelkeit

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Jahrmarkt der Eitelkeit
Autor(en): William Makepeace Thackeray
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1848
Seitenanzahl: 915 Seiten
Originaltitel: Vanity Fair
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3423021764
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423021760
Schlagwörter: Aufstieg, Napoleon, Gesellschaft, Heuchelei
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Jahrmarkt der Eitelkeit erschien 1847 und 1848 in Fortsetzungen im Londoner Punch, 1848 als Buch, unter dem Untertitel »Ein Roman ohne Held«. William Makepeace Thackeray nimmt den Titel aus John Bunyans Pilgerreise: der Markt der Eitelkeiten ist ein Ort der Sünde. Der Gesellschaftsroman malt London vom Russell Square bis Brompton, das fiktive Queen’s Crawley, Brighton, Brüssel vor Waterloo, Paris, Indien und das deutsche Residenzstädtchen Pumpernickel. 2015 wählten zweiundachtzig internationale Kritiker ihn unter die bedeutendsten britischen Romane. Die deutsche Übersetzung folgte 1849.

Inhalt

Becky Sharp, willensstarke Tochter eines verarmten Künstlers und einer französischen Tänzerin, und die gutmütige, einfältige Amelia Sedley verlassen Miss Pinkertons Erziehungsanstalt. Bei den Sedleys am Russell Square wirbt Becky um Amelias reichen, schüchternen Bruder Joseph, der aus Indien kommt; George Osborne, Amelias Verlobter, warnt ihn. Becky wird Gouvernante bei dem geizigen Baronet Sir Pitt Crawley, gewinnt seine Gunst und heiratet heimlich dessen jüngeren Sohn, den Offizier Rawdon Crawley, bevor der verwitwete Sir Pitt um ihre Hand anhält. Die reiche Tante Crawley enterbt Rawdon. Amelia indes verarmt, weil der Vater in der Napoleonkrise von 1815 alles verliert; der alte Osborne verbietet die Hochzeit. George heiratet Amelia gegen den Willen des Vaters, gedrängt von seinem treuen Freund William Dobbin, und wird enterbt.

In Brighton und auf dem Ball der Herzogin von Richmond in Brüssel, am Vorabend von Waterloo, schreibt George Becky einen Zettel, sie solle mit ihm durchbrennen; er bereut, versöhnt sich mit Amelia und fällt am nächsten Tag. Becky bleibt gleichgültig, vermietet Wagen und Pferde teuer an den fliehenden Joseph. Amelia gebiert den Sohn George und lebt in Armut bei den Eltern. Dobbin liebt sie, geht nach Indien, als sie an der Erinnerung an den Toten hängt. Becky bringt ebenfalls einen Sohn zur Welt, kümmert sich kalt um ihn und steigt in Paris und London auf, protegiert vom Marquis of Steyne, der sie aushält. Das Paar lebt auf Kredit, ruinieren die Gesellschafterin Briggs und den Vermieter Raggles. Rawdon kommt wegen Schulden in Haft; Lady Jane kauft ihn frei, er überrascht Becky mit Steyne, verlässt sie und geht als Statthalter auf eine Insel. Becky irrt durch Europa, wo Steynes Schatten sie aus der Gesellschaft treibt.

Zwölf Jahre später kehren Joseph und Dobbin zurück. Der alte Osborne nimmt den Enkel zu sich, stirbt und hinterlässt Amelia eine Rente. In Deutschland treffen sie die heruntergekommene Becky, die Joseph wieder umgarnt. Dobbin erkennt, dass er seine Liebe an eine Frau verschwendet, die sie nicht erwidern kann. Becky zeigt Amelia Georges Abschiedszettel; das Idealbild zerbricht, Amelia schreibt Dobbin ihre Liebe. Joseph stirbt unter undurchsichtigen Umständen und lässt Becky die Lebensversicherung. Rawdon stirbt wenige Wochen vor dem älteren Bruder; der Titel fällt an den Sohn, der die Mutter finanziell stützt und jeden Umgang mit ihr verweigert. Dobbin heiratet Amelia, ohne die alte Leidenschaft zurückzugewinnen. Becky verkauft auf einem Markt billigen Schmuck für angebliche Wohltätigkeit und nennt sich Lady Crawley.

Einordnung

Thackeray erzählt ohne Helden: Becky ist glänzend und skrupellos, Amelia treu und blind, Dobbin geduldig und am Ende ernüchtert, George eitel. Der ironische Erzähler kommentiert die Heuchelei aller Stände und lässt Waterloo nicht zum Siegeslied werden, sondern zur Maschine, die Ehen, Erbschaften und Flirts zerschneidet. Neben Charles Dickens und George Eliot gilt Thackeray als Hauptstimme des viktorianischen Romans, hier aber schärfer satirisch als Dickens in Große Erwartungen. Der Markt der Eitelkeiten ist keine moralische Anstalt, sondern ein Dauerzustand.

Verfilmungen, Fernsehfolgen und Bühnenfassungen haben vor allem Becky in den Vordergrund gerückt, oft auf Kosten der Doppelkonstruktion mit Amelia. Becky unterhält, Amelia erzieht, und der Roman braucht beide, sonst wird aus Satire ein Abenteuer der Aufsteigerin. Wer nach 1848 Aufstieg, Geldheirat und die Komödie der guten Gesellschaft erzählt, erbt Thackerays Blick. Tugend kann dumm machen und Laster unterhaltsam, und der Erzähler, der das zugibt, steht selbst auf dem Jahrmarkt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.