Unterwerfung
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Unterwerfung |
| Autor(en): | Michel Houellebecq |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | DuMont |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2015 |
| Seitenanzahl: | 270 Seiten |
| Originaltitel: | Soumission |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3832197958 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783832197957 |
| Schlagwörter: | Paris, Islam, Universität, Anpassung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Unterwerfung ist der 2015 bei Flammarion erschienene Roman von Michel Houellebecq, im selben Monat auf Deutsch bei DuMont. Der Titel übersetzt das Wort Islam: Hingabe, Unterwerfung des Gläubigen. Im Jahr 2022 gewinnt in Frankreich ein charismatischer muslimischer Politiker die Präsidentschaft, gestützt von Sozialisten und Bürgerlichen, die den Front National verhindern wollen. Erzähler ist ein erschöpfter Literaturdozent, der über Joris-Karl Huysmans promoviert hat. Am Erscheinungstag verübten Attentäter den Anschlag auf Charlie Hebdo; Houellebecq brach die Werbung für das Buch ab.
Inhalt
François, Mitte vierzig, trinkt, ist früh gealtert und lehrt an einer Pariser Universität. Seine Verhältnisse zu jüngeren Studentinnen dauern ein Jahr, dann verlassen sie ihn. Die Freundin Myriam wandert mit der Familie nach Israel aus, weil klar ist, dass entweder der Front National oder die Muslime regieren werden. Mohamed Ben Abbes wirbt gemäßigt, während Unruhen aufflammen, über die die Medien schweigen. Nach dem ersten Wahlgang liegt der Front National vorn. Die großen Parteien verbünden sich mit Ben Abbes; der zweite Gang wird nach Überfällen auf Wahllokale verschoben. François fährt ohne Ziel in den Südwesten, sieht Ermordete am Weg, prüft im Reiseführer Hotels mit gutem Restaurant und hört in Martel von einem ehemaligen Geheimdienstmann die Prophezeiung der Koalition.
Nach Ben Abbes’ Sieg kehrt François nach Paris zurück. Die Kriminalität sinkt, Frauen werden aus Berufen gedrängt, Bildung und Soziales gekürzt, die Kleidung der Frauen wird konservativer. François findet in der Post die vorzeitige Pensionierung mit vollem Ruhegehalt. Er könnte dem Alkohol verfallen. Ein Klosteraufenthalt, an dem Ort, an dem er einst über Huysmans gearbeitet hat, gibt ihm keinen Weg. Der Auftrag, eine wissenschaftliche Huysmans-Ausgabe zu besorgen, hebt ihn kurz. Die Universität bietet die Rückkehr an – unter der Bedingung der Konversion. Der Rektor Robert Rediger, einst der neuen Rechten nahe, hat sich dem Islam zugewandt, in dem er eine ungleiche, patriarchalische, traditionsfeste Ordnung besser aufgehoben sieht als im kraftlosen Christentum. Rechte und Islam, sagt Rediger, seien sich in den Zielen nah.
Der Roman schließt nicht mit der vollzogenen Konversion, sondern mit François’ Vorstellung, was geschähe, wenn er annähme: höheres Gehalt, mehrere Frauen, darunter sehr junge, von Heiratsvermittlerinnen der geistigen Elite zugeführt, Polygamie erwünscht. Die Verhüllung der Frauen draußen störte ihn dann nicht mehr. Houellebecq hat später gesagt, der Roman habe ursprünglich die Bekehrung eines Huysmans-Forschers zum Katholizismus heißen sollen; an den gegenwärtigen Wirklichkeiten sei er gescheitert. Die Satire auf die Universität und auf die Bereitschaft der Eliten, sich einer neuen Macht anzudienen, trägt weiter als die Zukunftsprognose. François bleibt, wie so oft bei Houellebecq, ein Mann, der sich fügt, weil ihm die Kraft zum Widerstand ausgegangen ist.
Einordnung
Alain Finkielkraut nannte den Band ein Meisterwerk, der Präsident Hollande beklagte den Pessimismus, die Kulturministerin den seltsamen Humor. Houellebecq bestritt in Köln, das Buch sei islamfeindlich, und berief sich auf die Kunstfreiheit. Jürg Altwegg las eine Farce des Antifaschismus und ein Porträt von Medien und politischer Klasse; Thomas Steinfeld sah einen Zwitter aus Satire und Utopie, der sich auf keine Provokation festlegen lasse. Volker Weidermann schrieb, es sei ein Buch der Angst und der Einsamkeit, das von der Liebe zur Literatur handle. Die Wiederentdeckung Huysmans’ war eine Nebenfolge; 2019 nahm die Pléiade dessen Erzählwerk auf.
Bühnenfassungen, ein Hörspiel und der Fernsehfilm von Titus Selge mit Matthias Brandt und Edgar Selge haben den Stoff weitergetrieben, oft als Monolog eines Mannes, der sich fügt, weil ihm nichts Besseres einfällt. Wer nach 2015 über Frankreich, den Islam und die Erschöpfung der liberalen Mitte spricht, kommt an diesem Roman nicht vorbei. Manche halten die Konstruktion für einen Kunstgriff, der rechte Ängste bedient, indem er sie als Satire ausgibt. Die Unterwerfung ist hier nicht nur religiös. Sie ist die Geste des Karrieristen, der bleibt, wo die Macht ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
