Abbitte

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Abbitte
Autor(en): Ian McEwan
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Diogenes
Serie:
Erscheinungsjahr: 2001
Seitenanzahl: 533 Seiten
Originaltitel: Atonement
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3257233809
ISBN-13/

EAN-Code:

9783257233803
Schlagwörter: Lüge, Kind, Krieg, Schuld
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Abbitte ist der 2001 erschienene Roman von Ian McEwan, im Jahr darauf von Bernhard Robben ins Deutsche gebracht. Er gilt als McEwans ehrgeizigstes Buch: ein Gesellschaftsroman des englischen Landhauses, ein Kriegsbuch und eine Erzählung über das Schreiben selbst. Die dreizehnjährige Briony Tallis belastet einen Unschuldigen, und der Rest des Lebens wird der Versuch, das Geschehene ungeschehen zu machen. McEwan stand mit dem Band auf der engeren Auswahlliste des Bookerpreises; 2007 verfilmte Joe Wright den Stoff.

Inhalt

Im Sommer 1935, in einer englischen Hitzewelle, die alle Regeln zu lockern scheint, beobachtet die dreizehnjährige Briony Tallis auf dem Landgut ihrer Familie, wie ihre ältere Schwester Cecilia und Robbie Turner, der Sohn der Zugehfrau, den der Vater durch Cambridge hat schicken lassen, in einen Brunnen einen zerbrochenen Krug fallen lassen. Was Briony sieht, deutet sie als Gewalt. Am Abend beobachtet sie die beiden in der Bibliothek beim ersten Beischlaf und liest einen Brief Robbies, den sie an Cecilia überbringen sollte und der eine derbe Wendung enthält. Die fünfzehnjährige Cousine Lola wird im Park vergewaltigt; Briony, die den Täter nur als Schatten sieht, redet sich und der Polizei ein, es sei Robbie gewesen. Nur Cecilia und Robbies Mutter halten ihn für unschuldig. Robbie kommt ins Gefängnis, Cecilia bricht mit der Familie und lässt sich zur Krankenschwester ausbilden.

Im zweiten Teil schlägt sich Robbie 1940, aus dem Gefängnis in die Armee entlassen, mit zwei Kameraden zur Evakuierung nach Dünkirchen durch. Die Wunde eitert, Sturzkampfflugzeuge überfliegen die Kolonnen, der Gedanke an Cecilias Versprechen hält ihn auf den Beinen. Ob er das Schiff noch erreicht, bleibt hier offen. Der dritte Teil folgt Briony, die nun selbst Schwesternschülerin in dem Londoner Krankenhaus ist, in dem Cecilia gearbeitet hat. Sie hat begriffen, dass nicht Robbie, sondern Paul Marshall, der Freund des Bruders und Fabrikant von Schokoladenriegeln für die Truppe, Lola angegriffen hat. Marshall heiratet Lola; Briony findet nicht den Mut, vor das Paar zu treten. Sie sucht Cecilia auf, trifft dort auch Robbie und verspricht, die falsche Aussage zurückzunehmen. Verzeihen werden die beiden ihr nicht.

Der letzte Teil trägt das Datum London 1999. Die siebenundsiebzigjährige Briony, eine bekannte Schriftstellerin, erfährt, dass sie an einer Gefäßdemenz erkrankt ist. Die drei vorangegangenen Teile hat sie selbst geschrieben. Den versöhnlichen Schluss, in dem Robbie und Cecilia nach dem Krieg zusammenleben, hat sie erfunden: Robbie starb in Dünkirchen an der Blutvergiftung, Cecilia kam bei den deutschen Luftangriffen auf London um, und Briony hat die Schwester nie aufgesucht. Weder die harte Arbeit der Pflegerin noch die Einbildungskraft der Erzählerin können die Tat der Dreizehnjährigen tilgen. Die Fantasie, die schuldig gemacht hat, weil sie ihre Deutung für die Wahrheit hielt, schenkt den Toten auf dem Papier ein Glück, das sie im Leben nicht hatten.

Einordnung

McEwan hat gesagt, er habe mit Abbitte den Schritt in die Gefühlswelt des neunzehnten Jahrhunderts versucht, zu Figuren, an deren Schicksal man Anteil nimmt, und zugleich einen Roman über die Moral des Schreibens vorgelegt. Die Anspielungen reichen von Jane Austens Northanger Abbey bis zu Virginia Woolf; der Titel selbst führt wie Austens Anne Elliot das Thema schon im Namen. Was die Dreizehnjährige für Beobachtung hält, ist Literatur, und was die Alte als Abbitte anbietet, ist wieder Literatur. Die Kritik nannte den Band ein tiefenpsychologisches Meisterwerk; andere warfen McEwan vor, er habe für die Pflege der Verwundeten zu dicht an einer Autobiographie von Lucille Andrews gearbeitet. McEwan hatte die Quelle in der Danksagung genannt.

Die Verfilmung mit Keira Knightley, James McAvoy und Saoirse Ronan machte die Rahmenwendung einem großen Publikum sichtbar, oft auf Kosten der literarischen Pointe: dass Sühne im Roman möglich ist und im Leben nicht. Wer nach 2001 über Kind, Zeugenschaft und die Macht der Erzählung spricht, kommt an diesem Buch schwer vorbei. Es steht in einer Reihe britischer Romane, die das Landhaus nicht als Idyll, sondern als Ort der Selbsttäuschung nehmen. Und es lässt die Frage offen, ob die Schriftstellerin das Recht hat, den Toten ein Glück zu erfinden, das sie ihnen im Leben genommen hat. Die Oper und das Zürcher Ballett haben den Stoff weitergetragen, ohne diese Pointe zu ersetzen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.