Vom Winde verweht

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Margaret Mitchell · 1936 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Vom Winde verweht
Autor(en): Margaret Mitchell
Originaltitel: Gone with the Wind
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1936
Schlagwörter: Bürgerkrieg, Plantagen, Atlanta, Überleben
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Ullstein


Umfang dieser Ausgabe: 1120 Seiten
ISBN: 9783548261898
Verweise
Umschlag

Vom Winde verweht von Margaret Mitchell erschien 1936 in New York, wurde mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet und war sogleich ein gewaltiger Verkaufserfolg. Die deutsche Übersetzung von Martin Beheim-Schwarzbach folgte 1937; eine ungekürzte Neuübertragung von Andreas Nohl und Liat Himmelheber kam erst viel später unter dem Titel Vom Wind verweht. Mitchell, Reporterin aus Atlanta, erzählt den Sezessionskrieg und die Jahre danach von der Plantage Tara aus, durch die Augen der Scarlett O'Hara, einer Frau, die Besitz, Hunger und Stolz über die Liebe stellt. Der Roman hat das Bild vom amerikanischen Süden weltweit geprägt, einschließlich der Verklärung der Sklaverei, die spätere Leser nicht mehr hinnehmen.

Inhalt

Scarlett, Tochter des Iren Gerald O'Hara, wächst auf Tara in Georgia verwöhnt auf und will Ashley Wilkes heiraten, der stattdessen die sanfte Melanie Hamilton nimmt. Auf der Grillgesellschaft von Twelve Oaks erscheint der Blockadebrecher Rhett Butler, der Scarlett durchschaut und nicht umwirbt wie die anderen. Der Krieg zerreißt das alte Leben. Scarlett heiratet in Trotz Charles Hamilton, wird rasch Witwe, geht nach Atlanta zu Melanie, pflegt Verwundete und flieht mit Rhetts Hilfe, als die Stadt brennt, zurück nach Tara. Das Haus steht, die Felder sind verwüstet, die Mutter tot, der Vater verwirrt. Scarlett schwört, nie wieder zu hungern, und zwingt die Schwestern und die verbliebenen Zwangsarbeiter zur Feldarbeit. Sie erschießt einen plündernden Soldaten und übernimmt die Herrschaft, die der Vater nicht mehr tragen kann.

Um die Steuer für Tara aufzubringen, heiratet sie den Verlobten der Schwester, Frank Kennedy, führt ein Holzgeschäft und bereichert sich im Chaos des Wiederaufbaus. Frank stirbt bei einem Überfall des Ku-Klux-Klan; Scarlett heiratet Rhett, der reich und zynisch ist und sie begehrt, ohne sich täuschen zu lassen. Ihre Tochter Bonnie kommt ums Leben, als sie mit dem Pony stürzt, und die Ehe erkaltet. Scarlett klammert weiter an Ashley, merkt zu spät, dass sie eine Einbildung geliebt hat und dass Rhett der Mann war, der zu ihr passte. Als Melanie stirbt, will Scarlett Rhett halten; er geht mit dem Satz, ihm sei das gleichgültig. Scarlett bleibt mit Tara zurück und sagt sich, morgen sei auch ein Tag. Der Roman belohnt sie nicht mit Versöhnung, sondern mit Überleben.

Mitchell erzählt daneben ein Heer von Nebenfiguren: die Amme Mammy, die den Haushalt zusammenhält und Scarlett zurechtweist; die ehemaligen Sklaven, die bleiben oder gehen; die Damen Atlantas, die Scarlett ächten, weil sie Geschäfte macht und in der Trauer tanzt. Der Krieg erscheint als Hunger, Amputation, Feuer, nicht als Heldengesang. Dennoch hält der Text an der Klage um eine untergegangene Pflanzerschicht fest. Die Schwarzen sprechen in einem nachgeahmten Dialekt und bleiben Helfer oder Schrecken; ihr eigenes Recht auf Freiheit kommt in Scarletts Welt nicht vor. Genau darin liegt die Kraft und das Unrecht des Buches. Die Plantage ist bei Mitchell kein Hof der Idylle, sondern der Ort, von dem aus Scarlett rechnet und von dem aus die Unfreiheit der anderen unsichtbar bleibt.

Einordnung

Der Film von 1939 mit Vivien Leigh und Clark Gable hat den Roman überstrahlt und die Rührung verstärkt, die der Text schon anbietet. Historiker haben Mitchells Bild vom Wiederaufbau nach dem Krieg als Parteinahme für die weiße Vorherrschaft gelesen; die Klage vom edlen, unterlegenen Süden nährt sich aus solchen Büchern. Zugleich ist Scarlett keine züchtige Herrin, sondern eine Rechnerin, die Moral und Etikette wegwirft, sobald Tara droht. Darin liegt ein Bruch mit dem Damenroman. Die Neuübersetzung hat rassistische Glättungen der alten deutschen Fassung benannt und den journalistischen Ton Mitchells zurückgeholt.

Wer den Bürgerkrieg nur aus diesem Band kennt, kennt ihn von der Veranda aus. Das ändert nichts an der erzählerischen Gewalt, mit der Mitchell Hunger, Geburt und Geschäft aneinanderbindet. Neben den großen Kriegsbüchern des neunzehnten Jahrhunderts steht hier ein Unterhaltungsroman von über tausend Seiten, der Politik, Rasse und Geschlecht in einer Heldin versammelt, ohne sie zu richten. Die Nachwelt richtet das Buch seither umso schärfer. Es bleibt lesbar als Dokument, wie der Süden sich selbst erzählt hat, und als Geschichte einer Frau, die lieber rechnet als trauert.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.