Das Phantom der Oper

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das Phantom der Oper
Autor(en): Gaston Leroux
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Anaconda
Serie:
Erscheinungsjahr: 1910
Seitenanzahl: 319 Seiten
Originaltitel: Le Fantôme de l'Opéra
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3730602829
ISBN-13/

EAN-Code:

9783730602829
Schlagwörter: Oper, Maske, Paris, Entführung
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Das Phantom der Oper von Gaston Leroux erschien 1909 und 1910 in Fortsetzungen der Zeitung Le Gaulois und bald darauf als Buch. Schauplatz ist die Pariser Opéra Garnier, ein Haus mit unterirdischem See, geheimen Gängen und einem Kronleuchter, der 1896 wirklich stürzte. Leroux, Journalist und Verfasser von Kriminalromanen, mischt Gerichtsbericht, Schauerstück und Liebesgeschichte und behauptet im Vorwort, er habe das Geheimnis des Phantoms aufgeklärt. Die Figur, die unter der Maske Erik heißt, ist entstellt, musikalisch und technisch genial und fordert von den Direktoren Gehalt und die Loge Nummer fünf. Was später als rührendes Ungeheuer auf die Bühne kam, ist im Roman kälter, grausamer und genauer an das Gebäude gebunden.

Inhalt

Zur Gala beim Direktorenwechsel glänzt die bisher unbekannte Chorsängerin Christine Daaé, Tochter eines schwedischen Geigers, der ihr den Engel der Musik versprochen hatte. Zur selben Zeit wird der Bühnenarbeiter Joseph Buquet tot aufgefunden. Raoul, Vicomte de Chagny, erkennt in Christine die Jugendfreundin, hört in ihrer Garderobe eine Männerstimme und findet den Raum leer. Die neuen Direktoren Richard und Moncharmin halten das Phantom für einen Scherz, vermieten die Loge fünf und werden durch Gelächter und Forderungen belehrt. Christine reist nach Perros-Guirec an das Grab des Vaters; Raoul folgt, hört dort die Geige und wird niedergeschlagen. Als statt Christine die Primadonna Carlotta die Margarete im Faust singen soll, quakt Carlotta auf der Bühne, und der Lüster stürzt in den Zuschauerraum.

Christine verschwindet zwei Wochen; auf dem Maskenball, wo Erik als Roter Tod erscheint, gesteht sie Raoul ihre Liebe und warnt ihn. Durch den Spiegel folgt sie der Stimme. Auf dem Dach der Oper erzählt sie, der Engel habe sich als maskierter Mann entpuppt, sie in sein Reich unter der Oper geführt und seine Liebe bekannt; sie riss ihm die Maske ab und sah ein Gesicht wie einen lebenden Totenkopf. Erik bedrohte sie und ließ sie dann frei. Ein Mann, den man nur den Perser nennt, ein alter Bekannter Eriks, bietet Hilfe an. Bei der nächsten Aufführung entführt Erik Christine von der Bühne. Der Perser führt Raoul in die Keller, beide geraten in eine Folterkammer aus Spiegeln, und Raouls Bruder Philippe kommt im unterirdischen See um.

Erik zwingt Christine zur Wahl: der Skorpion bedeutet die Ehe mit ihm, die Heuschrecke die Sprengung der Oper. Sie wählt das Leben mit ihm, damit Raoul und der Perser nicht ertrinken. Sie küsst den Unmaskierten auf die Stirn, er weint, weil nicht einmal die Mutter ihn geküsst hat, und lässt alle drei frei unter der Bedingung, dass Christine an seinem Todestag den Goldring zurückbringt und ihn verborgen begräbt. Erik stirbt bald darauf an der Liebe, wie er vorausgesagt hat. Christine und Raoul verschwinden. Der Schlussbericht holt Eriks Herkunft nach: Normandie, Wanderzirkus, Baufirma, heimische Gänge im Fundament der Oper. Das Ungeheuer war ein Handwerker, der sich unsichtbar gemacht hat.

Einordnung

Leroux hat dem Schauerroman des neunzehnten Jahrhunderts das Innere eines modernen Prachtbaus gegeben. Der unterirdische See entspricht dem Grundwasserkasten der Opéra Garnier, der Lüstersturz einem Unglück von 1896; Gerüchte und Geräusche der ersten Spielzeiten nährt er zur Legende. Walter Benjamin nannte das Buch einen der großen Romane über das neunzehnte Jahrhundert und eine Steigerung des Kriminalromans. Erik ist weniger verführerisch als in späteren Fassungen: erst der Kuss und das Weinen machen ihn kenntlich. Neben Frankenstein steht hier ein Geschöpf, das nicht im Labor, sondern im Zirkus und auf der Baustelle entstanden ist und die Stadt von unten her belagert.

Die deutsche Übersetzung von Rudolf Brettschneider erschien 1912; Johannes Piron übertrug den Text später für Hanser. Weltbekannt wurde nicht der Roman, sondern die Bühnenfassung von Andrew Lloyd Webber, die Erik weicher und Christine unschuldiger zeichnet. Verfilmungen von Lon Chaney bis in die Gegenwart haben Maske und Stimme zum Zeichen gemacht. Wer nur das Musiktheater kennt, trifft im Buch einen härteren Vertrag: Sprengung oder Ehe, Folter oder Kuss, und ein Mann, der stirbt, weil ihn einmal jemand ohne Abscheu berührt hat. Die Oper bleibt das eigentliche Ungeheuer, ein Steinlabyrinth, in dem die Gesellschaft oben singt und unten versteckt, was sie nicht sehen will.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.