Sturmhöhe
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Sturmhöhe |
| Autor(en): | Emily Brontë |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1847 |
| Seitenanzahl: | 444 Seiten |
| Originaltitel: | Wuthering Heights |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3150205913 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150205914 |
| Schlagwörter: | Heide, Rache, Leidenschaft, Yorkshire |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Sturmhöhe ist der einzige Roman von Emily Brontë, 1847 unter dem Namen Ellis Bell erschienen, im selben Jahr wie die Jane Eyre der Schwester Charlotte. Der englische Titel nennt das Anwesen auf der windigen Heide Yorkshires, nicht eine Wetterlage; die deutsche Übersetzung hat daraus ein Programm gemacht. Brontë erzählt keine erbauliche Liebesgeschichte, sondern die Zerstörung zweier Häuser und zweier Geschlechter durch eine Leidenschaft, die sich selbst nicht schonen will. Der erste Druck fand wenig Gnade: zu roh, zu formlos, zu wenig tugendhaft. Heute gilt der Band als eines der unheimlichsten Bücher des neunzehnten Jahrhunderts, gerade weil er die Moral draußen lässt.
Inhalt
Der Londoner Lockwood pachtet Thrushcross Grange und stattet seinem Vermieter Heathcliff auf Wuthering Heights einen Besuch ab. Das Haus ist unfreundlich, die Bewohner sind es auch; in der Nacht träumt Lockwood von der Kinderstimme der toten Catherine Earnshaw, die am Fenster Einlass verlangt. Die Haushälterin Nelly Dean erzählt ihm darauf die Vorgeschichte. Der alte Earnshaw hat den Findling Heathcliff vom Straßenrand mitgebracht und dem eigenen Sohn Hindley vorgezogen. Zwischen Heathcliff und Catherine entsteht eine Bindung, die keine Geschwisterliebe ist und keine bürgerliche Ehe werden will. Nach dem Tod des Vaters demütigt Hindley den Findling, setzt ihn zur Knechtsarbeit herab und trennt ihn von Tisch und Stube. Catherine, zwischen dem wilden Hof und dem gesitteten Grange der Familie Linton hin- und hergerissen, erklärt Nelly, sie sei Heathcliff – und heiratet dennoch Edgar Linton, weil er Ansehen und Sicherheit verspricht. Heathcliff hört nur den Satz vom Stand und verschwindet.
Er kehrt als vermögender Mann zurück, nimmt Quartier auf den Heights und setzt eine Rache in Gang, die über den Anlass hinauswächst. Er verführt und heiratet Edgars Schwester Isabella, nicht aus Zuneigung, sondern um die Lintons zu treffen; Isabella flieht später mit dem kranken Sohn Linton Heathcliff. Catherine, zwischen den beiden Männern zerrieben, erkrankt und stirbt nach der Geburt der Tochter Cathy. Heathcliff verlangt, neben ihr begraben zu werden, und hält die Tote im Haus lebendiger als die Lebenden. Hindley verspielt den Hof; Heathcliff wird Herr auf den Heights und zieht Hindleys Sohn Hareton absichtlich in Unwissenheit und Grobheit groß, so wie man ihn selbst einst erniedrigt hat. Die zweite Generation soll bezahlen, was die erste versäumt hat: Besitz, Bildung, Zärtlichkeit.
Jahre später zwingt Heathcliff die junge Cathy Linton zur Heirat mit dem sterbenden Linton Heathcliff, um sich auch Thrushcross Grange zu sichern. Linton stirbt, Cathy bleibt als Gefangene auf den Heights, Hareton, der enterbte Vetter, ist ihr zunächst nur ein grober Schatten. Lockwood reist ab und kehrt nach Monaten zurück. Heathcliff ist tot: Er hat Nächte am offenen Fenster verbracht, Catherine gerufen und sich zu Tode gehungert; man begräbt ihn neben ihr, wie er es verlangt hat. Zwischen Cathy und Hareton, die einander lesen lehren und den Hof wieder bewohnbar machen, zeichnet sich eine andere Ordnung ab, ohne dass der Roman sie feiert. Die Heide behält das letzte Wort: Hirten wollen die beiden Toten gesehen haben, die nebeneinander gehen.
Einordnung
Brontë hat den viktorianischen Roman an eine Stelle geführt, an der Tugend und Fortkommen nichts mehr erklären. Die verschachtelte Erzählung – Lockwood hört Nelly, Nelly zitiert Briefe und Geständnisse – lässt keine unbeteiligte Instanz zu; wer urteilen will, muss sich durch Stimmen arbeiten, die selbst parteiisch sind. Die Landschaft ist keine Kulisse: Wind, Moor und die beiden Häuser handeln mit. Gegenüber der Jane Eyre der Schwester, in der eine Erzählerin ihr Recht behauptet und am Ende eine beschädigte Ehe eingeht, bleibt Sturmhöhe unversöhnlich: Die Toten ruhen nicht, die Lebenden erben die Wunde. Zeitgenossen warfen dem Buch Roheit vor; genau diese Roheit hat später die Moderne erkannt, die in Heathcliff keinen Byronschen Helden mehr sucht, sondern eine Figur der Wiederholung und der Enteignung.
Die Verfilmungen, von William Wyler 1939 bis zu späten Fernsehfassungen, haben oft die zweite Generation abgeschnitten und aus Catherine und Heathcliff ein Paar gemacht, dem nur die Gesellschaft im Weg steht. Der Roman erzählt etwas Härteres: Catherine wählt den Stand, Heathcliff wählt die Rache, und beide zerstören die Kinder, die nach ihnen kommen. Erst Cathy und Hareton, die lesen und den Garten wieder anlegen, unterbrechen die Kette – nicht durch eine große Geste, sondern durch Alltag. Wer nach Brontë über Leidenschaft auf der Heide spricht, spricht hinter diesem Buch; wer es für eine Liebesgeschichte hält, hat die zweite Hälfte nicht gelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
