Autor:Lutz Seiler
Lutz Seiler (* 1963), in Gera geboren, hat der letzten DDR-Insel den Roman gegeben, der die Wende nicht als Losung erzählt, sondern als Meer, Spüle und Schiffbruch. Kruso schickt einen Studenten im Sommer 1989 nach Hiddensee, in die Lehre eines Mannes, der die Flüchtenden retten will, indem er sie nicht fortschwimmen lässt.
Leben
Maurer, Abwäscher im Klausner auf Hiddensee, dann das Studium und die Gedichte: Der Umweg war diese Inselarbeit, nicht der Seminarraum. Seiler kam als Lyriker zu Suhrkamp; 2014 machte der erste Roman ihn über die Lyrik hinaus bekannt, Deutscher Buchpreis und Uwe-Johnson-Preis in einem Zug. Er lebt in Wilhelmshorst bei Potsdam und hat seither weitere Prosa nachgeschoben, ohne den Ton der frühen Gedichte ganz aufzugeben.
Wirkung
Seiler hat Hiddensee nicht zur Kulisse des Jahres 1989 gemacht, sondern zu einem Ort außerhalb der Zeit, an dem die Zeit trotzdem zerreißt. Die Sprache ist sinnlich bis zum Ekel der Spüle und getragen, wo das Meer den Satz übernimmt. Kruso, der Retter, der niemanden ins Wasser lässt, ist Lehrer und Irrtum zugleich. Das Buch kennt die Republik als Gerücht vom Festland und als Leiche am Strand.
Der Buchpreis hat den Lyriker zum Erzähler der Wende gekrönt, oft gegen die Eigentümlichkeit des Textes: Es ist kein Panoramaroman der Friedlichen Revolution. Wer nur das Datum sucht, findet es am Rand. In der Mitte steht die Frage, ob man Menschen rettet, indem man sie festhält. Die spätere Prosa hat Herkunft, Umzug und Nachwende als Fortsetzung dieses Tastens erzählt, nicht als Erklärung.
Werke
- Kruso (2014)
In Auswahl außerdem: Stern 111, pech & blende, vierzig kilometer nacht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.