How We Became Posthuman

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: How We Became Posthuman
Autor(en): N. Katherine Hayles
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: University of Chicago Press
Serie:
Erscheinungsjahr: 1999
Seitenanzahl: 350 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 0226321460
ISBN-13/

EAN-Code:

9780226321462
Schlagwörter: Kybernetik, Körper, Information, Posthumanes
Sachgebiete: Sachbuch, Medienwissenschaft
Rezensionen
Umschlag

How We Became Posthuman. Virtual Bodies in Cybernetics, Literature, and Informatics ist die 1999 erschienene Untersuchung von N. Katherine Hayles. Sie zeigt, wie der Mensch zur Nachricht wurde und warum der Leib dabei nicht verschwinden darf. Posthuman, nachmenschlich, heißt hier nicht das Ende des Körpers, sondern die Gefahr, Information für körperlos zu halten.

Inhalt

Hayles erzählt die Kybernetik als Kulturgeschichte, nicht als Siegeszug der Maschinen. Claude Shannon, Alan Turing, Norbert Wiener und die Konferenzen der vierziger und fünfziger Jahre setzen Information als Muster, das den Stoff überleben soll: entscheidend sei die Anordnung, nicht das Fleisch, in dem sie vorkommt. Dagegen setzt sie Verkörperung. Wer den Menschen als Programm denkt, als Muster, das sich auf jedes Trägermaterial übertragen lässt, wiederholt einen Traum der Nachkriegszeit, der als Fortschritt auftritt und ein Verlust ist. Der liberale Humanismus hatte das Subjekt schon als Besitzer eines Körpers gedacht, nicht als Körper; die Kybernetik treibt diese Trennung auf die Spitze und nennt sie Befreiung. Hayles folgt drei Wellen – Homöostase, Reflexivität, Virtualität – und zeigt, wie jede den Leib weiter verdünnt. Die Gegenthese der Körperlosigkeit wird nicht moralisch verworfen. Sie wird als historisch gemachte Fantasie lesbar, mit Labor, Militär und Theorie als Adressen.

Das Buch verbindet Wissenschaftsgeschichte und Literatur, statt die eine durch die andere zu illustrieren. Romane von Philip K. Dick und William Gibson archivieren den Traum der körperlosen Nachricht und dessen Unruhe; sie sind das Gedächtnis dessen, was die Theorie oft als Neutralität ausgibt. Neben Friedrich Kittlers Ende des Menschen steht hier die Rettung des Fleisches als Bedingung der Nachricht: Ohne Körper keine Information, die jemand hätte, ohne Situiertheit kein Muster, das zählt. Die Gegenthese der Apparatlehre, der Mensch sei ohnehin nur Adresse und Rauschen, wird nicht ausgelacht, sondern als Lage beschrieben, die Literatur schon durchgespielt hat, bevor sie als Ontologie auftrat. Kritik nannte das zu literarisch und die Rettung des Körpers zu humanistisch nach dem Humanismus. Genau die Literatur ist für Hayles das Archiv des Traums.

Der Ton ist klar, amerikanisch und gegen den Digitalismus ohne Feindbild geschrieben. Hayles polemisiert nicht gegen Rechner, sie polemisiert gegen die Gleichsetzung von Information und unstofflichem Geist. Die Medienwissenschaft nach 1999 arbeitet in diesem Widerspruch: das Programm ernst nehmen, ohne den Leib zu streichen. Die Stärke ist die Doppelkompetenz, die Shannon und den Roman in einem Argument hält. Die Schwäche ist die Weite, die Kybernetik, Theorie und Fiktion so koppelt, dass Spezialisten jeweils den anderen Teil für weich halten. Beides hat den Band zum Maßstab gemacht.

Einordnung

1999 ist das Standardbuch zum Nachmenschlichen in der Medien- und Literaturwissenschaft, neben Lev Manovichs späterer Formensprache und gegen Friedrich Kittlers Todeserklärung des Subjekts die amerikanische Gegenthese, die den Körper nicht als Rest behandelt. Wirkung entfaltete der Band in der Digitalitätsforschung, der Philologie der Zukunftsromane und der Wissenschaftsgeschichte, oft als Pflicht, die vor der Begeisterung für die körperlose Kopie warnt. Nachbarschaft zu Wiener und Shannon ist historisch, Nachbarschaft zu Kittler polemisch produktiv: Dieselbe Schwelle um 1900 und nach 1945, andere Konsequenz für den Menschen. Sybille Krämer hat später Übertragung und Boten gegen die Reduktion auf Schaltung gesetzt; Hayles setzt Verkörperung gegen die Reduktion auf Muster. Das Buch bleibt der Ort, an dem das Digitale ohne Leib als Wiederholung eines alten Traums erscheint, nicht als Schicksal.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.