Der Untergang des Abendlandes
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Untergang des Abendlandes |
| Autor(en): | Oswald Spengler |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | dtv |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1918 |
| Seitenanzahl: | 1249 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3423307245 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783423307245 |
| Schlagwörter: | Kultur, Zivilisation, Morphologie, Schicksal |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Rezensionen | |
Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte erschien 1918, der zweite Band 1922. Oswald Spengler behandelt Kulturen wie Organismen: Sie blühen, reifen, erstarren zur Zivilisation und sterben. Das Abendland ist bei ihm nicht bedroht – es ist schon in der Spätzeit.
Inhalt
Spengler zählt acht Hochkulturen, jede mit einer Seele, einer Mathematik, einer Kunst, einem Schicksal von etwa einem Jahrtausend. Ägypten, Antike, China, Indien, Babylon, Mexiko, der Islam, das Abendland: nicht Stufen einer Menschheit, sondern in sich geschlossene Kreise. Vergleichbar sind sie nur morphologisch, wie Blatt und Blüte verschiedener Pflanzen. Was die einen Frühling nennen, ist bei den anderen schon Winter. Weltgeschichte als Fortschritt ist für ihn der Irrtum des 19. Jahrhunderts.
Kultur ist schöpferisch, Zivilisation ist ihr klares, kaltes Ende: Weltstadt statt Landschaft, Geld statt Boden, Wissenschaft statt Metaphysik, der Caesar statt des Königs. Faustisch nennt Spengler die abendländische Seele – Wille ins Unendliche, die Fuge, die Infinitesimalrechnung, die Entdeckungsfahrt. Um 1800 sei die Kultur in Zivilisation umgeschlagen; was folgt, sei Verwaltung, Technik, Imperium, dann das Ende. Der Krieg von 1914 bestätigt ihm die Diagnose, er hat sie nicht erst erzeugt.
Das Buch ist gelehrt und eigenwillig: Analogien statt Belege, Bilder statt Archive. Die Morphologie der Kulturkreise hat die Fachhistorie verworfen – zu starr die Kreise, zu willkürlich die Gleichsetzungen, zu sehr Schicksal statt Handlung. Politisch las man es rechts: als Absage an Weimar, an Gleichheit, an die »Ideen von 1789«. Spengler war kein Parteimann der Nationalsozialisten und zerstritt sich mit ihnen; wirksam war das Buch trotzdem als Pathos des Niedergangs. Wer es nur als Prophetie liest, unterschlägt, dass es eine Formlehre sein wollte. Wer es als Formlehre rettet, unterschlägt, wozu es diente.
Einordnung
Neben Burckhardts Die Kultur der Renaissance in Italien – das eine Kultur als Form beschreibt, ohne sie zum Organismus zu schließen – ist Spengler der große, schiefe Wurf der Kulturmorphologie. Toynbee hat ihn umgeschrieben, das Fach hat ihn abgelegt, die Feuilletons holen ihn in jeder Krise zurück. Das Buch ist fachlich tot und öffentlich unsterblich. Genau das ist seine Gefahr.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
