Der goldene Zweig

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der goldene Zweig
Autor(en): James George Frazer
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Rowohlt
Serie:
Erscheinungsjahr: 1890
Seitenanzahl: 1087 Seiten
Originaltitel: The Golden Bough
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3499554836
ISBN-13/

EAN-Code:

9783499554834
Schlagwörter: Magie, Mythos, König, Opfer
Sachgebiete: Sachbuch, Religionswissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Der goldene Zweig. Das Geheimnis von Glauben und Sitten der Völker (englisch The Golden Bough) ist das 1890 zuerst, später gewaltig erweiterte Werk von James George Frazer. Am Priesterkönig von Nemi, der den Nachfolger töten muss, bevor er selbst getötet wird, hängt eine Ordnung, die Frazer durch die Welt verfolgt: Magie, Königsheil, sterbender Gott.

Inhalt

Frazer beginnt in einem Hain bei Rom. Der Priester der Diana trägt den Titel König des Waldes; er gewinnt das Amt, indem er den Vorgänger erschlägt, und verliert es ebenso. Der goldene Zweig, den Aeneas braucht, um in die Unterwelt zu gehen, wird zum Leitfaden. Von hier aus sammelt Frazer Bräuche, Mythen, Erntefeste, Königsmorde, Fruchtbarkeitsriten aus Europa, Asien, Afrika, Amerika, Australien. Der König verkörpert das Heil des Landes; wenn seine Kraft nachlässt, muss er sterben oder weichen, damit die Welt nicht mit ihm stirbt. Götter wie Adonis, Osiris, Attis, Dionysos sind Vegetationsmächte: Sie sterben und kehren wieder wie das Korn.

Dahinter steht ein Stufenschema, das die Völkerkunde des 19. Jahrhunderts für Wissenschaft hielt. Zuerst Magie: Der Mensch zwingt die Natur durch Ähnlichkeit und Berührung. Dann Religion: Er bittet Götter, weil die Magie nicht trägt. Zuletzt Wissenschaft: Er erkennt Gesetze und lässt die Geister fahren. Frazer ordnet die Menschheit auf dieser Leiter an. Die „Wilden“ stehen unten, das viktorianische Cambridge oben. Das Schema ist evolutionistisch und heute verworfen: Kulturen sind keine Vorstufen, Magie und Wissenschaft keine Epochen desselben Fortschritts.

Die Wirkung lag nicht im Schema, sondern im Stoff. Dichter, Psychoanalytiker, Mythenforscher haben den sterbenden Gott und den goldenen Zweig genommen, als wären sie Fundstücke, keine Hypothesen. Frazer schreibt klar, massenhaft, mit der Ruhe dessen, der die Welt aus der Bibliothek ordnet. Die Hybris ist die Ordnung. Die Leistung ist, dass nach ihm niemand mehr Ritual als bloße Kuriosität lesen konnte.

Einordnung

Das Stufenschema Magie–Religion–Wissenschaft gilt als erledigt; die Ethnologie hat es als Spiegel des britischen Weltreichs entlarvt. Die Wirkung war trotzdem enorm: T. S. Eliot hat den Zweig in die Anmerkungen zum Waste Land gesetzt, Sigmund Freud den Totem und das Opfer daraus gelesen, die Literatur des 20. Jahrhunderts den sterbenden Gott nicht mehr losgeworden. Claude Lévi-Strauss hat im wilden Denken genau diese Leiter zerlegt. Wer Frazer nur als überholten Evolutionisten abtut, unterschlägt, dass das 20. Jahrhundert seine Bilder behalten hat, nachdem es seine Theorie verwarf. Der goldene Zweig ist ein Buch, das falsch erklärt und unersetzlich gespeist hat.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.