Das wilde Denken

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das wilde Denken
Autor(en): Claude Lévi-Strauss
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1962
Seitenanzahl: 333 Seiten
Originaltitel: La Pensée sauvage
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 351827614X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518276143
Schlagwörter: Klassifikation, Bastelei, Totemismus, Geist
Sachgebiete: Sachbuch, Anthropologie
Rezensionen
Umschlag

Das wilde Denken (französisch La Pensée sauvage) ist die 1962 erschienene Untersuchung von Claude Lévi-Strauss. Das Denken, das man den sogenannten Primitiven zuschrieb, ist nicht vorlogisch – es ist eine andere Wissenschaft, die mit dem arbeitet, was zur Hand ist.

Inhalt

Lévi-Strauss greift die alte Unterscheidung an, nach der nur der moderne Geist klassifiziert, während die anderen in Bildern und Magie steckenbleiben. Totemismus, so seine These, ist keine Religion des Tieres, sondern ein Werkzeug der Einteilung: Clans, Pflanzen, Himmelsrichtungen, Speiseverbote bilden Systeme von Unterschieden, mit denen eine Gesellschaft sich selbst ordnet. Das wilde Denken ist wild nicht als Rohzustand, sondern als ungezähmtes: Es bleibt der sinnlichen Welt nah, arbeitet mit dem Konkreten, und ist doch streng. Die Logik der Klassifikation gilt hier wie dort.

Den Unterschied zur neuzeitlichen Wissenschaft fasst er im Bild der Bastelei. Der Ingenieur plant aus Begriffen und beschafft, was der Plan verlangt. Der Bastler arbeitet mit Resten, mit dem, was da ist – Mythen, Rituale, Namen, Tiere –, und fügt daraus Ordnungen, die tragen. Beides sind Formen des Denkens, nicht Stufen. Lévi-Strauss führt durch australische, amerikanische, asiatische Systeme, durch Speiseordnungen und Heiratsregeln, und zeigt, wie aus begrenzten Elementen unbegrenzte Kombinationen entstehen. Die Natur wird zur Sprache, in der Gesellschaft sich ausspricht.

Das Schlusskapitel wendet sich gegen Jean-Paul Sartre und eine Geschichte, die den Menschen als Subjekt der Freiheit in die Mitte setzt. Geschichte ist für Lévi-Strauss eine Ordnung unter anderen, nicht das Maß aller. Wer das wilde Denken als Vorstufe abtut, wiederholt das Stufenschema, das James George Frazer im goldenen Zweig populär gemacht hat und das die Ethnologie seither abzulegen sucht. Das Buch ist der theoretische Kern zu den Traurigen Tropen: dort die Erfahrung des Verlusts, hier die Behauptung, dass der Geist überall derselbe ist – in anderer Arbeit am Gleichen.

Einordnung

Mit diesem Buch hat Lévi-Strauss den Strukturalismus aus der Verwandtschaft in die Erkenntnistheorie geholt. Es hat die Rede vom primitiven Denken beschädigt, ohne die Differenz zu leugnen. Die Kritik nennt die Bastelei zu metaphorisch, die Systeme zu rein, den Angriff auf Sartre schulmäßig. Geblieben ist die Erlaubnis, Klassifikation ernst zu nehmen, wo Europa nur Aberglauben sah. Wer nach 1962 von Kultur spricht, ohne sie auf einer Leiter zum Abendland anzuordnen, spricht oft mit diesem Buch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.