Homo sacer
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Homo sacer |
| Autor(en): | Giorgio Agamben |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1995 |
| Seitenanzahl: | 211 Seiten |
| Originaltitel: | Homo sacer. Il potere sovrano e la nuda vita |
| Originalsprache: | italienisch |
| ISBN-10: | 3518120689 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783518120682 |
| Schlagwörter: | Souveränität, nacktes Leben, Lager, Ausnahme |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Homo sacer ist das 1995 erschienene Buch von Giorgio Agamben, der Auftakt eines langen Werks über Souveränität. Der Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet – und das nackte Leben, das getötet, aber nicht geopfert werden darf, ist der Einsatz dieser Entscheidung.
Inhalt
Homo sacer, der heilige Mensch des römischen Rechts: Wer ihn tötet, wird nicht wegen Mordes belangt; opfern darf man ihn nicht. Er steht außerhalb des Rechts und des Kults zugleich. Agamben liest darin die Grundfigur der Politik: nicht der Vertrag, das nackte Leben, das die Herrschaft einschließt, indem sie es ausschließt. Carl Schmitt liefert die Souveränität als Entscheidung über die Ausnahme; Walter Benjamin die Gewalt, die Recht setzt; Michel Foucault die Biopolitik, die das Leben selbst zum Gegenstand macht. Agamben treibt beides zusammen: Die Ausnahme ist die Regel der Moderne.
Das Lager ist dafür nicht Rand, sondern Grundordnung. Auschwitz, aber auch das Flüchtlingslager, die Intensivstation, die Zone, in der Recht gilt, indem es ausgesetzt wird. Der Flüchtling, der Häftling, der komatöse Patient: Figuren des nackten Lebens, an denen sich zeigt, was von der Menschenwürde übrigbleibt, wenn die Zugehörigkeit zur politischen Gemeinschaft fällt. Menschenrechte helfen dann wenig, weil sie an den Menschen als Bürger gebunden bleiben.
Der Ton ist genealogisch, sprunghaft, von einer Radikalität, die historische Unterschiede einebnet, um die Struktur zu zeigen. Wer Präzision der Lagerforschung sucht, findet Philosophie. Wer Philosophie als Schonung sucht, findet den Satz, dass wir alle potenziell homo sacer sind – und damit eine These, die empört, weil sie das Besondere des Massenmords zu verschlingen droht.
Einordnung
Das Buch hat die politische Theorie nach 2001, nach den Lagern der Jugoslawienkriege und den Sonderzonen des Krieges gegen den Terror, mit einem Vokabular versorgt, das Zeitung und Universität gleichermaßen übernahm. Gegen Hannah Arendts Vita activa und die Totalitarismusstudie steht hier nicht der Raum des Handelns, sondern das bloße Leben, das übrigbleibt, wenn Handeln entfällt. Michel Foucaults Überwachen und Strafen beschreibt Disziplin; Agamben die Schwelle, an der Disziplin in bloße Tötbarkeit umschlägt. Die Kritik ist schwer und trifft: Holocaust und Intensivstation in einem Atem, Souveränität als Allerklärung, schwache Institutionenanalyse, Carl Schmitt als Werkzeug ohne ausreichende Gegengift. Wer Agamben nur als Kronzeugen gegen den Ausnahmezustand liest, unterschlägt, wie sehr er die Politik selbst für diese Schwelle hält.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
