Die Welt als Wille und Vorstellung

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Version vom 19. August 2026, 15:57 Uhr von Jean-Baptiste le Rond d’Alembert (Diskussion | Beiträge) (Neuer Werkartikel: Geisteswissenschaft)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Welt als Wille und Vorstellung
Autor(en): Arthur Schopenhauer
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1819
Seitenanzahl: 736 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3518282611
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518282618
Schlagwörter: Wille, Vorstellung, Leiden, Askese
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Die Welt als Wille und Vorstellung ist das 1819 erschienene Hauptwerk von Arthur Schopenhauer, 1844 um einen zweiten Band von Ergänzungen erweitert. Die Welt, die wir kennen, ist Vorstellung; was sie im Innersten ist, ein blinder Wille – und deshalb Leiden.

Inhalt

Das erste Buch gilt der Vorstellung. Die Welt ist meine Vorstellung: Objekt für ein Subjekt, geordnet nach dem Satz vom Grund – Raum, Zeit, Kausalität. Wissenschaft erkennt Verhältnisse, nicht das Wesen. Das zweite Buch nennt das Wesen Wille. Im eigenen Leib ist er uns nicht nur Vorstellung, sondern unmittelbar: Hunger, Geschlecht, der Drang, der keinen Zweck hat außer sich. Dieselbe Kraft treibt Tier, Pflanze, Stein. Individuen sind Erscheinung; der Wille ist einer, ohne Ziel, ohne Genüge.

Daraus folgt das dritte und vierte Buch. Weil der Wille nie stillhält, ist Leben Leiden, Langeweile oder Kampf. Die Kunst unterbricht: In der Idee, zumal in der Musik, wird der Wille für Augenblicke kontemplativ, ohne zu wollen. Erlösung ist nicht Erfüllung, sondern Verneinung des Willens zum Leben – Askese, Mitleid, das indische und christliche Bild der Entsagung, von Schopenhauer ohne Kirche genommen. Der Anhang rechnet mit Kant: Das Ding an sich sei erreichbar, und es heiße Wille.

Der Ton ist klarer als bei den Berliner Systemen, polemisch gegen die Universitätsphilosophie, oft von einer Eleganz, die das Trostlose erträglich macht. Schopenhauer schreibt gegen Hegel und wird erst gelesen, als der Hegelianismus ermüdet. Wer das Buch als Pessimismus-Schmuck nimmt, verfehlt die Strenge: Es gibt einen Ausweg, und er besteht nicht im Genuss.

Einordnung

Schopenhauer hat Kants Kritik der reinen Vernunft beim Ding an sich abgegriffen und daraus eine Metaphysik des Drangs gemacht, von der Friedrich Nietzsche erst lebte und dann loskam: noch im Banne der Tragödienlehre, dann in Also sprach Zarathustra und der Genealogie der Moral gegen die Askese. Ludwig Wittgenstein führte den Tractatus logico-philosophicus mit einem Satz, der nach Schopenhauer klingt: Die Welt ist alles, was der Fall ist – und das Ethische liegt außerhalb. Wagner, die Lebensphilosophie, Freud haben den Willen in Musik, Lebenstrieb, Es übersetzt. Die Kritik nennt den Willen eine Hypothese mit dem Aufwand eines Systems und die Askese eine Flucht, die das Elend der Welt zur Metaphysik erhebt. Gelesen wird das Buch trotzdem, weil es den Mut hat, das Leiden nicht wegzuerklären.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.