Autor:Marija Gimbutas
Marija Gimbutas (1921–1994), in Vilnius geboren, hat der Vorgeschichte Südosteuropas eine verlorene Ordnung gegeben: das Alteuropa der Göttin, zerstört von reiterlichen Kurganen. Die eine Hälfte dieser Lehre ist bestritten, die andere hat die Wanderungsforschung eingeholt.
Leben
Litauen, das Studium in Kaunas und Tübingen, die Flucht vor der sowjetischen Besetzung, Harvard, dann Los Angeles. Der Umweg über die Emigration erklärt den Blick: Wer die Heimat als untergegangene Kultur kennt, sucht in den Scherben eine ältere. Gimbutas grub auf dem Balkan, ordnete Figuren, setzte die Kurgan-These gegen die Autochthonie der Indoeuropäer. Sie starb in Los Angeles.
Wirkung
Die Kurgan-These – indoeuropäische Hirten aus der Steppe – hat Sprachwissenschaft und später die Genetik in Teilen bestätigt. Die friedliche, matristische Zivilisation der Göttin hat dieselbe Prüfung nicht bestanden: zu viel Theologie in den Idolen, zu wenig Gewalt in den Gruben, wo Gewalt war. Die zweite Frauenbewegung nahm das Buch als Vorgeschichte; das Fach nahm den Streit.
Gelesen wird Gimbutas heute doppelt: als Ahnherrin einer Esoterik der Großen Mutter und als Forscherin, deren Wanderungsbild weiterarbeitet, ohne das Paradies zu brauchen. Wer nur die Göttin behält, hat die Archäologie nicht gelesen; wer nur die Kurgane behält, unterschlägt, warum das Buch so lange zündete.
Werke
- Die Zivilisation der Göttin (1991)
In Auswahl außerdem: Die Sprache der Göttin, Das Ende Alteuropas.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.