Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Version vom 18. August 2026, 13:46 Uhr von Jean-Baptiste le Rond d’Alembert (Diskussion | Beiträge) (Autorenlink auf Autor: umgestellt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Autor(en): Heinrich Böll
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1974
Seitenanzahl: 192 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3462040154
ISBN-13/

EAN-Code:

9783462040159
Schlagwörter: Presse, Gewalt, RAF, Rufmord
Sachgebiete: Erzählung
Rezensionen

Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann ist die 1974 erschienene Erzählung von Heinrich Böll. Eine Haushälterin tanzt mit einem Mann und wird am nächsten Morgen zur öffentlichen Feindin.

Inhalt

Katharina Blum, Anfang dreißig, geschieden, zuverlässig, trifft auf einer Fastnachtsfeier Ludwig Götten, der von der Polizei als Straftäter gesucht wird. Sie nimmt ihn mit, hilft ihm weiter. Am Morgen stürmt die Polizei die Wohnung. Götten ist fort. Katharina wird verhört; die Zeitung, im Text „ZEITUNG“ genannt und als Springer-Blatt kenntlich, macht aus ihr die Komplizin, die Rote, die Hure. Nachbarn, Verwandte, der Exmann liefern Zitate. Die Mutter stirbt nach einem Anruf der Reporter.

Böll erzählt im Gestus des Berichts, mit Quellen, Zeitangaben, eingeschobenen Protokollen. Die Sprache der Zeitung sickert in die Behördensprache, die Behördensprache in die Köpfe. Katharina bleibt höflich, genau, und begreift, dass Genauigkeit gegen die Schlagzeile nichts ausrichtet. Ihr Anwalt, ihre Freundin, der „Gentleman“ Blorna können den Schaden nicht begrenzen.

Am vierten Tag bestellt Katharina den Reporter Tötges zu sich und erschießt ihn. Vor Gericht sagt sie, sie habe geschossen, um ihre Ehre wiederherzustellen. Der Text lässt die Tat nicht als Lösung gelten und die Hetze nicht als Bagatelle. Der Untertitel ist die These: Gewalt entsteht, wo die Sprache zuerst zuschlägt.

Einordnung

Böll schrieb die Erzählung nach seinem Spiegel-Essay über Ulrike Meinhof und der Kampagne, die ihn zum Sympathisanten der Roten Armee Fraktion machte. Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta verfilmten den Stoff 1975. Neben Ansichten eines Clowns ist dies Bölls öffentlichstes Buch: eine Novelle gegen die Boulevardpresse, die in jeder neuen Medienhetze wieder gelesen wird.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.