Multidirektionale Erinnerung
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Multidirektionale Erinnerung |
| Autor(en): | Michael Rothberg |
| Originaltitel: | Multidirectional Memory |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2009 |
| Schlagwörter: | Holocaust, Kolonie, Vergleich, Gedächtnis |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kulturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Metropol
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| Umfang dieser Ausgabe: | 404 Seiten |
| ISBN: | 9783863315580 |
| Verweise | |
Multidirektionale Erinnerung. Holocaustgedenken im Zeitalter der Dekolonisierung erschien 2009, deutsch 2021 bei Metropol. Michael Rothberg widerspricht dem Nullsummenspiel: Ein Gedächtnis muss das andere nicht verdrängen. Vergangenheiten leihen einander Figuren, oft unrein, oft produktiv.
Inhalt
Rothberg liest Literatur, Film, öffentliche Rede, in denen die Shoah und koloniale Gewalt nicht in einer Rangliste stehen, sondern sich gegenseitig sichtbar machen – und manchmal verzerren. Multidirektional heißt: Erinnerung ist nicht Besitz einer Gruppe, die sie gegen eine andere verteidigt; sie ist ein Feld von Entlehnungen, Analogien, Konflikten. Das ist keine Harmonie und keine Pflicht zum Vergleich. Es ist eine historische Beobachtung gegen eine Politik, die Opfer gegeneinander aufrechnet. W. E. B. Du Bois in Warschau, Césaire, die algerische Debatte in Frankreich, die Bürgerrechtsbewegung: Fälle, in denen Holocaustgedenken und antikoloniale Erinnerung sich schon getroffen haben, bevor die deutsche Feuilletonformel sie zu Feinden machte.
Das Buch ist komparatistisch, amerikanisch grundiert, in der deutschen Debatte nach 2010 zur Waffe und zum Ausweg geworden. Wer Rothberg nur als Gegner der Einzigkeitsrede liest, unterschlägt, dass er die Shoah nicht streicht. Wer nur Aleida Assmann kennt, unterschlägt den transatlantischen Schnitt. Die Kritik nannte das zu versöhnlich, zu wenig Israel, zu akademisch für einen Streit, der auf der Straße und in Parlamenten geführt wird. Rothberg hat später die Figur des Verstrickten nachgetragen; 2009 bleibt das Organon der Richtung.
Die deutsche Ausgabe traf in eine erhitzte Lage um Mbembe, Documenta, das Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus. Der Titel wurde oft zitiert, wo das Buch nicht gelesen war: als Lizenz zum Gleichsetzen oder als Verrat. Beides verfehlt den Text. Multidirektional ist keine Moral, es ist eine Beschreibung von Wegen, die Erinnerung schon gegangen ist.
Einordnung
Ohne dieses Buch bleibt die Erinnerungsforschung in der Konkurrenz um den knappsten Platz. Rothberg hat ihr ein Gegenmodell gegeben, das Konflikte nicht leugnet. Wer nach 2009 Gedenken nur als Besitzstand denkt, spricht hinter diesem Band.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
