Geist, Identität und Gesellschaft

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George Herbert Mead · 1934 · Sachbuch, Soziologie
Das Werk
Deutscher Titel: Geist, Identität und Gesellschaft
Autor(en): George Herbert Mead
Herausgeber: Charles W. Morris
Originaltitel: Mind, Self, and Society
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1934
Schlagwörter: Identität, Rolle, Geste, Gesellschaft
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Serie: stw
Umfang dieser Ausgabe: 460 Seiten
ISBN: 9783518276280
Verweise

Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus (englisch Mind, Self, and Society) ist das 1934 aus Vorlesungsnachschriften herausgegebene Hauptwerk von George Herbert Mead. Mead hat das Buch nicht selbst abgeschlossen; Charles W. Morris stellte es nach dem Tod zusammen. Es begründet, warum Geist und Ich nicht hinter der Gesellschaft stehen, sondern in ihr entstehen: aus Gesten, Rollen, dem verallgemeinerten Anderen. Der amerikanische Pragmatismus bekommt hier seine Sozialpsychologie.

Inhalt

Mead setzt bei der Geste an, nicht beim inneren Bild. Eine Geste wird zum bedeutenden Symbol, wenn sie im anderen und im Handelnden selbst dieselbe Reaktion auslöst: Sprache ist verinnerlichte Geste. Der Geist ist nicht ein Ding im Kopf, sondern die Fähigkeit, die eigene Handlung vom Standpunkt des anderen vorwegzunehmen. Denken ist ein Gespräch mit sich, das die Stimmen der anderen einbehält. Gegen den älteren Behaviorismus, der nur äußere Bewegung zählt, setzt Mead den Sozialbehaviorismus: Das Innere ist wirklich, aber es ist sozial entstanden, nicht als Seele vorausgesetzt.

Die Identität, das self, entsteht in zwei Stufen. Das play des Kindes, das Rollen einzeln übernimmt – Mutter, Polizist, Lehrer –, und das game, in dem viele Rollen zugleich als Regel präsent sein müssen, wie im Baseball. Wer mitspielen will, muss den verallgemeinerten Anderen in sich tragen: die Haltung der Gruppe, nicht nur die eines Gegenübers. Mead unterscheidet I und me: den impulsiven, nicht vorausberechenbaren Pol und den Pol der übernommenen Haltungen. Freiheit ist nicht die Abwesenheit der Gesellschaft, sondern die Antwort des I auf ein me, das selbst aus Gesellschaft besteht. Wer nur Anpassung kennt, hat das I unterschlagen; wer nur Spontaneität kennt, hat das me unterschlagen.

Das Buch bleibt eine Vorlesung: Wiederholungen, Beispiele, der Ton des Chicagoer Hörsaals. Morris hat geordnet, was Mead nie zwischen zwei Deckel zwingen wollte. Trotzdem ist die Konstruktion geschlossen genug, um eine Schule zu tragen. Die symbolische Interaktion, die Chicagoer Soziologie nach Park, Erving Goffmans späteres Theater zehren von dieser Herkunft, oft ohne Meads Pragmatismus mitzunehmen. Wer Mead nur als Soziologen der Rolle kennt, unterschlägt, dass die Rolle hier eine Lösung des Leib-Seele-Problems ist: Geist gibt es, weil es den anderen gibt.

Einordnung

Mead hat den Pragmatismus aus der Wahrheitslehre in die Entstehung des Ich geführt. James hatte die Bewährung, Dewey die Demokratie, Mead die Geste. Die amerikanische Sozialpsychologie hat das Buch zum Klassiker gemacht; die deutsche Soziologie hat es später, oft über Habermas’ Kommunikation, wiedergefunden. Neben Demokratie und Erziehung und James’ Pragmatismus ist es das dritte Bein der Schule: ohne Gesellschaft kein Geist. Wer den Pragmatismus nur als Nutzlehre der Wahrheit kennt, hat Chicago nicht betreten.


Ideen

Identität

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.