Über die Demokratie in Amerika

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Version vom 13. August 2026, 10:06 Uhr von Jean-Baptiste le Rond d’Alembert (Diskussion | Beiträge) (Neuer Artikel: Werkeintrag (neu formuliert).)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Über die Demokratie in Amerika
Autor(en): Alexis de Tocqueville
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Reclam
Serie: Reclams Universal-Bibliothek
Erscheinungsjahr: 1835
Seitenanzahl: 463 Seiten
Originaltitel: De la démocratie en Amérique
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3150141893
ISBN-13/

EAN-Code:

9783150141892
Schlagwörter: Demokratie, Gleichheit, Mehrheit, Amerika
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Rezensionen

Über die Demokratie in Amerika ist das nach einer Reise 1831/32 geschriebene Werk von Alexis de Tocqueville. Der erste Teil erschien 1835, der zweite 1840. Es beschreibt die Vereinigten Staaten und meint Europa: die Gleichheit als Schicksal, und was aus der Freiheit wird, wenn sie ihr begegnet.

Inhalt

Tocqueville findet in Amerika zwei Prinzipien verwirklicht, die in Frankreich erst im Streit liegen: Volkssouveränität und eine Gleichheit der Bedingungen, die keinen Adel und kein Bildungsmonopol kennt. Die Gemeinde, die Jury, die Vereine und die Zeitungen erscheinen ihm als Schulen der Freiheit – Orte, an denen Bürger üben, sich selbst zu regieren, statt auf Paris zu warten. Die Verfassung und das Recht der Richter, Gesetze an ihr zu messen, sollen die Demokratie vor der Ochlokratie schützen. Parteien gibt es, Geheimbünde kaum.

Dagegen steht die Allmacht der Mehrheit. Wahlen in kurzem Abstand halten das Land in Unruhe; große Charaktere, die sich nicht anbiedern wollen, bleiben der Politik fern. Gefährlicher noch ist der Druck auf das Denken. Wenn viele für klüger gelten als einer und das Interesse der Zahl vorgeht, lernen Abweichende zu schweigen. Tocqueville nennt das eine neue Art von Despotie: nicht der Stiefel, sondern die Anpassung. Im zweiten Band wird daraus eine Soziologie der demokratischen Seele – der Hang zum Wohlstand, die Isolierung der Einzelnen, die Bereitschaft, dem Staat zu überlassen, was Nachbarn früher selbst regelten.

Am Ende des ersten Teils steht die Voraussage, die das Buch berühmt gemacht hat. Zwei Völker seien fast unbemerkt zu Großmächten aufgestiegen und bewegten sich aufeinander zu: Russland und die Vereinigten Staaten. Das eine setze auf Knechtschaft, das andere auf Freiheit; zwischen ihnen werde das Erbe der Erde geteilt. Tocqueville hat 1835 den Kalten Krieg nicht gemeint. Er hat eine Konstellation gesehen, die das 20. Jahrhundert dann ausgefüllt hat.

Einordnung

Kein zweites Buch hat die Demokratie so früh als Gesellschaftsform beschrieben, nicht nur als Wahlverfahren. Marx hat die Gleichheit von der Ökonomie her gelesen, Tocqueville von den Sitten her; beide haben recht, und keiner ersetzt den anderen. Die Warnung vor der sanften Bevormundung durch Verwaltung und Mehrheit ist der Teil, der nicht veraltet. Die Reclam-Ausgabe ist eine Auswahl aus einem weit umfangreicheren Werk; wer die Vereine, die Frauen, die Schwarzen und die Indianer in der Breite braucht, muss zu einer vollständigen Übersetzung greifen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Claude Opus 5, Anthropic). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.