Aufstieg und Fall des Dritten Reiches

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William L. Shirer · 1960 · Sachbuch, Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Aufstieg und Fall des Dritten Reiches
Autor(en): William L. Shirer
Originaltitel: The Rise and Fall of the Third Reich
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1960
Schlagwörter: Nationalsozialismus, Diktatur, Krieg, Zeitzeugnis
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Kiepenheuer & Witsch


Umfang dieser Ausgabe: 1264 Seiten
ISBN: 9783462022117
Verweise
Umschlag

Aufstieg und Fall des Dritten Reiches ist die 1960 in New York erschienene Geschichte des nationalsozialistischen Deutschland von William L. Shirer, 1961 bei Kiepenheuer & Witsch in der Übersetzung von Wilhelm und Modeste Pferdekamp. Shirer, der als Korrespondent der Chicago Tribune und später von CBS in Berlin gelebt hatte, stützt sich auf erbeutete Akten, auf das Nürnberger Material und auf die eigene Anschauung der dreißiger Jahre. Das Buch erzählt den Weg Hitlers, die Eroberung der Macht, den Krieg, die Verbrechen und das Ende im Bunker. Es fand in den Vereinigten Staaten ein Millionenpublikum und erhielt den National Book Award; die deutsche Ausgabe hat Golo Mann mit einem Vorwort versehen. Material findet sich schon in Shirers Berliner Tagebuch von 1941.

Inhalt

Shirer schreibt gegen das Vergessen und gegen die Legende, das Dritte Reich sei den Deutschen bloß zugestoßen. Das erste Buch holt weit aus: Abstammung Hitlers, Wiener Jahre, Krieg, Putsch, Landsberg. Dann die Partei, die Intrigen, die sogenannte Machtergreifung, Gleichschaltung, Kirchenkampf, Erziehung. Shirer will zeigen, wie eine Bewegung Wähler gewinnt, Rivalen verdrängt und den Staat von innen besetzt. Das alltägliche Leben unter dem Hakenkreuz kommt vor, nicht nur die Konferenz. Der Ton ist der des Reporters, der Akten liest und Szenen setzt: ausführlich, parteilich gegen die Täter, oft moralisch sicher, wo der Historiker zögert.

Das dritte Buch gilt der Expansion: Pläne, die erst nach 1945 bekannt wurden, Novemberpogrom, Anschluss Österreichs, Sudetenland, Münchner Abkommen, Zerschlagung der Tschechoslowakei, Hitler-Stalin-Pakt, Überfall auf Polen, Westfeldzug, Krieg gegen die Sowjetunion, Vernichtungspolitik im Osten, Stalingrad, die Wende. Shirer schildert die britische und französische Beschwichtigung als Selbsttäuschung und den Terror hinter der Front als System, nicht als Entgleisung. Das vierte Buch führt über den 20. Juli 1944, die Ardennen, den Bunker, die Kapitulation, Dönitz und Nürnberg. Der deutsche Widerstand erscheint, bleibt aber, so der Vorwurf späterer Kritik, unterbestimmt; die Wehrmacht oft als Werkzeug, selten als Akteur mit eigenem Anteil. Die Stärke liegt in der Fülle der Dokumente, die 1960 zum ersten Mal einem großen Publikum zugänglich gemacht wurden.

Unsicher wird das Buch, wo aus Zeitzeugenschaft Urteil über die deutsche Geschichte als Ganze wird. Golo Mann bescheinigte Shirer, nicht immer Vorurteilen widerstanden zu haben: über Preußen, über den Zusammenhang deutscher Philosophie und Nationalsozialismus, über die Männer des militärischen Widerstands. Klaus Epstein hat in den Vierteljahrsheften die Fehler und die journalistische Zuspitzung aufgelistet. Shirer selbst hatte 1941 das Berliner Tagebuch gegenüber dem Urmanuskript geglättet; die spätere Forschung hat das als Warnung vor der Selbststilisierung des Zeugen gelesen. Das ändert nicht, dass hier eine der ersten umfassenden Erzählungen des Regimes steht, geschrieben von einem Mann, der Compiègne 1940 am Mikrofon erlebte und 1946 in Nürnberg zusah. Es ist Geschichtsschreibung des Zeugen, keine Seminararbeit.

Einordnung

In den Vereinigten Staaten formte das Buch für eine Generation das Bild Hitlers; in der Bundesrepublik traf es auf eine Fachhistorie, die Akten genauer las und Shirers Preußenbild und die Linie von Luther zu Hitler verwarf. Gavriel Rosenfeld hat die unterschiedliche Aufnahme 1960 bis 1962 nachgezeichnet: drüben Triumph, hier Distanz. Neben Kogons SS-Staat und den späteren Darstellungen von Bracher, Broszat und Kershaw bleibt Shirer der lesbare, parteiliche Überblick, an dem man die Quellenfülle und die Vorurteile zugleich studieren kann. Mann nannte es am Ende ein gutes, ja großes Buch, unter vergleichbaren das gelungenste.

Die Fernsehdokumentation, die 1968 in den USA unter dem englischen Titel lief, ist eine Bearbeitung, nicht das Werk. Geblieben ist die narrative Kraft, mit der Shirer Akten und Anschauung verbindet, und die Grenze dieser Kraft: Der Korrespondent sieht das Regime von der Wilhelmstraße und vom Empfänger, nicht aus der Gesellschaft, die es trug. Shirer liefert die erste lange Erzählung des Nationalsozialismus aus Akten und Anschauung; die soziale Basis, die Täterforschung und die Opferstimmen liegen außerhalb seines Blicks. Die Kiepenheuer-Ausgabe hat den Reporterton der sechziger Jahre durchgehalten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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