ABC des Anarchismus

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: ABC des Anarchismus
Autor(en): Alexander Berkman
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Guhl
Serie:
Erscheinungsjahr: 1929
Seitenanzahl: 176 Seiten
Originaltitel: Now and After: The ABC of Communist Anarchism
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3882200856
ISBN-13/

EAN-Code:

9783882200850
Schlagwörter: Anarchie, Freiheit, Kommune, Arbeit
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Rezensionen
Umschlag

Das ABC des Anarchismus ist die 1929 in New York bei Vanguard Press erschienene Einführung von Alexander Berkman in den kommunistischen Anarchismus; Teile waren 1926 in der jiddischen Freien Arbeiter Stimme vorabgedruckt. Berkman, langjähriger Gefährte Emma Goldmans, schrieb den Text im französischen Exil nach Abschiebung aus den Vereinigten Staaten. Englische Titel variieren: Now and After, What Is Communist Anarchism?, What Is Anarchism?. Die deutsche Übersetzung von Helga Bilitewski gab August Behrens 1978 im Verlag Guhl heraus. Stuart Christie zählte das Buch zu den besten Einführungen in englischer Sprache; Paul Avrich nannte es die klarste Darstellung des Anarchokommunismus.

Inhalt

Berkman schreibt gegen den Staat als organisierte Gewalt, gegen die kapitalistische Lohnarbeit und gegen die sozialdemokratische und bolschewistische Hoffnung, Befreiung über die Eroberung der Regierung zu erreichen. Anarchie heißt nicht Unordnung, sondern Ordnung ohne Herrschaft: freie Vereinbarung statt Befehl, gegenseitige Hilfe statt Zwang. Der kommunistische Anarchismus will die Produktionsmittel gemeinsam, den Ertrag nach Bedürfnis, nicht nach Arbeitszettel oder Markt. Berkman entwickelt das an konkreten Fragen, die ein Zweifler stellen würde: Wer würde in einer freien Gesellschaft die unangenehme Arbeit tun? Was geschieht mit dem Verbrecher? Wie verteidigt man sich ohne Armee? Die Antwort bleibt pädagogisch: Arbeit, die Knechtschaft war, wird Tätigkeit; Verbrechen, das Not und Gesetz erzeugen, schwindet mit beiden; Verteidigung ist Sache der Bewaffneten aller, nicht einer Kaste.

Die russische Revolution dient als Warnung, nicht als Vorbild. Berkman hatte 1919 die Bolschewiki begrüßt, Kronstadt und die Niederschlagung der Anarchisten erlebt und den Staatsozialismus als neue Herrschaft beschrieben. Das ABC zieht die Lehre: Die Diktatur des Proletariats ist Diktatur über das Proletariat; Parteien, die den Staat erobern, werden der Staat. Freiheit lässt sich nicht aufschieben, bis die Umstände reif sind. Beispiele holt er aus Streiks, aus der Pariser Kommune, aus bäuerlichen und städtischen Räten, ohne ein fertiges Modell zu zeichnen. Der Ton ist schlicht, werbend, oft in der zweiten Person, absichtlich ohne Gelehrsamkeit. Genau diese Verständlichkeit hat das Buch zur meistgedruckten Einführung gemacht.

Unsicher wird die Idylle, wo die unangenehme Arbeit und der Schutz vor neuer Herrschaft mit dem guten Willen der Genossen stehen und bleiben. Berkman kennt die Einwände und beantwortet sie zu rasch. Eine Lesart, die nur die Absage an Marx darin sieht, verfehlt die Nähe zur Kommune und zur Kritik der Lohnarbeit; eine, die nur die Utopie sieht, verfehlt die Erfahrung der russischen Gefängnisse. Gegenüber Max Stirners Der Einzige und sein Eigentum fehlt der Einzige; Berkman denkt das Wir der freien Vereinbarung, nicht das Ich des Eigners.

Einordnung

Das Buch steht in der Linie Peter Kropotkins, nicht in der individualistischen. Nachbarschaft hat es zu Goldmans Reden und zu Berkmans eigener Gefängniserinnerung, die den amerikanischen Staat von innen zeigte. Die deutschen Nachdrucke nach 1968 haben es in der außerparlamentarischen Linken gehalten, neben, nicht statt der marxistischen Schulung. Avrich hat es zum Klassiker erklärt, weil es in jeder Sprache die klarste Exposition sei; das Routledge-Handbuch nennt es eine einfache, klare Darlegung.

Das Missverständnis liegt darin, das ABC für einen Aufruf zur Zerstörung oder für naiven Pazifismus zu halten. Es ist Unterricht in einer Gesellschaft ohne Befehl, geschrieben von einem Mann, der Attentat, Haft und Revolution hinter sich hatte und am Ende die Geduld der Erklärung wählte. Geblieben ist die Bestimmung der Anarchie als Ordnung ohne Herrschaft – und die Warnung, dass die Eroberung des Staates den Staat nicht aufhebt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.