Das andere Geschlecht
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Das andere Geschlecht |
| Autor(en): | Simone de Beauvoir |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Rowohlt |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1949 |
| Seitenanzahl: | 941 Seiten |
| Originaltitel: | Le deuxième sexe |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3499227851 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783499227851 |
| Schlagwörter: | Feminismus, Geschlechterrollen, Emanzipation, Existentialismus |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Gesellschaftstheorie |
| Rezensionen | |
Das andere Geschlecht (französisch Le deuxième sexe) ist die 1949 erschienene Untersuchung von Simone de Beauvoir über die Stellung der Frau. Das Buch gilt als Grundlagenwerk des modernen Feminismus.
Inhalt
Der erste Band fragt, wie die Frau zu dem geworden ist, was sie in Wissenschaft, Mythos und Gesetz darstellt. Beauvoir prüft die Erklärungen der Biologie, der Psychoanalyse und des historischen Materialismus und findet sie alle unzureichend: Keine leitet aus dem Körper, dem Trieb oder den Eigentumsverhältnissen zwingend die Unterordnung ab. Ihre eigene Antwort ist eine philosophische. In jeder Kultur bestimmt sich der Mann als das Selbstverständliche, als Subjekt und Maßstab, und die Frau als das, was von ihm aus betrachtet wird – als das Andere. Diese Zuweisung ist nicht Natur, sondern Ergebnis einer Geschichte, in der Frauen selten die Mittel hatten, sie zu bestreiten.
Ein langer Durchgang durch Geschichte und Literatur zeigt, wie beständig dieses Bild bleibt, ob es nun verachtet oder verehrt wird. Beauvoir liest die Weiblichkeitsmythen bei Montherlant, D. H. Lawrence, Claudel, Breton und Stendhal nebeneinander und stellt fest, dass die Frau in allen Fällen etwas bedeuten muss: Natur, Erlösung, Verderben, Muse. Verlangt wird von ihr nie, jemand zu sein, sondern etwas zu verkörpern – ein Anspruch, der Verehrung und Geringschätzung mühelos verbindet, weil er in beiden Fällen dem Mann gilt, für den sie es verkörpert.
Der zweite Band verlässt die Theorie und beschreibt ein Leben von der Kindheit an. Wie ein Mädchen lernt, sich betrachten zu lassen; wie die Pubertät den Körper zum Problem macht; was Ehe, Mutterschaft, Hausarbeit und Alter praktisch bedeuten; welche Auswege Prostitution, Narzissmus, Verliebtheit und Religion versprechen und warum sie in Sackgassen führen. Aus diesem Material stammt der berühmteste Satz des Buches, dass man nicht als Frau zur Welt komme, sondern dazu gemacht werde. Am Ende steht die unabhängige Frau: nicht als vollendetes Vorbild, sondern als jemand, die zwischen Beruf und den Erwartungen an ihre Weiblichkeit zerrieben wird, solange sich die Verhältnisse nicht ändern.
Einordnung
Beauvoir schreibt als Philosophin des Existentialismus – wenn der Mensch nichts ist als das, wozu er sich macht, dann ist Weiblichkeit kein Wesen, sondern eine Zumutung von außen. Das Buch wurde bei Erscheinen heftig angegriffen, von der Kirche wie von Weggefährten, und landete 1956 auf dem Index der verbotenen Bücher. Manches darin ist gealtert, etwa der Ton gegenüber Müttern und Hausfrauen und die Selbstverständlichkeit, mit der die männliche Existenz als Maßstab des Gelingens erscheint. Die Grundunterscheidung aber, dass biologisches Geschlecht und die gesellschaftliche Rolle zweierlei sind, ist seither die Voraussetzung fast jeder Debatte über Gleichberechtigung.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Modell nicht angegeben). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.