Mutter Courage und ihre Kinder

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Mutter Courage und ihre Kinder
Autor(en): Bertolt Brecht
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie: edition suhrkamp
Erscheinungsjahr: 1941
Seitenanzahl: 125 Seiten
Originaltitel: Mutter Courage und ihre Kinder
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3518100491
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518100493
Schlagwörter: Dreißigjähriger Krieg, Episches Theater, Krieg und Geschäft, Parabel
Sachgebiete: Drama
Rezensionen

Mutter Courage und ihre Kinder ist ein Stück in zwölf Bildern von Bertolt Brecht, 1939 im skandinavischen Exil geschrieben und 1941 in Zürich uraufgeführt. Der Untertitel „Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg“ verweist auf die historische Kulisse einer Parabel über Krieg als Geschäft.

Inhalt

Die Marketenderin Anna Fierling, genannt Mutter Courage, zieht mit ihrem Planwagen hinter den Heeren her. Bei ihr sind die drei Kinder: der draufgängerische Eilif, der redliche Schweizerkas und die stumme Kattrin. Courage will beides zugleich – am Krieg verdienen und ihre Kinder aus ihm heraushalten. Schon im ersten Bild wird Eilif angeworben, während sie mit einem Werber um einen Verkauf feilscht.

In wechselnden Lagern, bei Katholiken wie Protestanten, folgen Handel und Verluste dicht aufeinander. Schweizerkas wird als Zahlmeister mit der Regimentskasse gefasst; Courage könnte ihn freikaufen, verhandelt aber zu lange um den Preis ihres Wagens – er wird erschossen. Eilif wird für eine Tat hingerichtet, die im Krieg als Heldenstück galt und im kurzen Frieden als Verbrechen zählt; seine Mutter erfährt nie davon. Zwischen den Bildern kommentieren Songs das Geschehen und verhindern jedes Mitleiden ohne Nachdenken.

Am Ende bleibt Kattrin. Als sie erfährt, dass die Stadt Halle überfallen werden soll, klettert sie auf ein Dach und trommelt so lange, bis die schlafenden Bewohner erwachen – und wird dabei erschossen. Courage begräbt ihr letztes Kind, spannt sich allein vor den Wagen und zieht dem Heer hinterher. Sie hat alles verloren und nichts gelernt.

Einordnung

Das Stück gilt als Musterbeispiel für Brechts episches Theater: Bildtitel, Songs und Verfremdungseffekte halten das Publikum auf Distanz und lenken den Blick auf die ökonomische Logik des Krieges. Die Inszenierung des Berliner Ensembles mit Helene Weigel in der Titelrolle wurde zu einer der berühmtesten Theaterarbeiten des 20. Jahrhunderts.