Blutbuch
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Blutbuch |
| Autor(en): | Kim de l’Horizon |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | DuMont |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2022 |
| Seitenanzahl: | 334 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 383218208X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783832182083 |
| Schlagwörter: | Ich-Erzählung, Geschlecht, Herkunft, Sprache |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Blutbuch ist das 2022 erschienene Debüt von Kim de l’Horizon, im selben Jahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Ein nichtbinäres Ich schreibt an die Großmutter und an den eigenen Körper – und sucht eine Sprache, in der beides vorkommt, ohne dass eines das andere löscht.
Inhalt
Die Großmutter liegt nach einem Schlaganfall im Spital; das Ich fährt, sitzt, erinnert. Kindheit in der Schweiz, die Mutter, das Dorf, die Scham, ein Mädchen genannt zu werden und keines zu sein. Blut ist Verwandtschaft, Menstruation, Abstammung, das, was die Familie für selbstverständlich hält. Der Text wechselt die Tonlage: Erzählung, Liste, Theorie, Mundart. Er weigert sich, eine glatte Geschichte vom Geschlechtswechsel oder vom Erwachsenwerden zu liefern.
Der Körper ist das Problem und das Material. Operationen werden erwogen und aufgeschoben; Pronomen rutschen; die Großmutter bleibt in einer Sprache, die das Ich nicht mehr bewohnen will und nicht ganz verlassen kann. De l’Horizon schreibt gegen die Erwartung, Herkunft lasse sich in einem Bekenntnis erledigen. Die Großmutter ist keine Metapher. Sie ist die Frau, von der das Blut kommt, und die das Ich trotzdem liebt.
Das Buch erzählt vom eigenen Leben, ohne Memoiren zu sein, und ist formal unruhig. Es hat Figuren, aber keine durchlaufende Handlung, an der man sich festhalten könnte. Wer eine Auflösung will – Name, Operation, Versöhnung –, wird hingehalten. Was bleibt, ist die Arbeit am Satz: Wie spricht man von sich, wenn die verfügbaren Sätze schon ein Geschlecht haben.
Einordnung
Der Buchpreis machte aus einem literarischen Experiment eine öffentliche Debatte über Geschlecht, Sprache und das Recht, beides nicht zu trennen. Gewirkt hat das Buch als Ereignis mindestens so stark wie als Erzählung. Neben Stanišićs Herkunft steht es als die zweite Ich-Erzählung dieses Jahrzehnts: dort die Flucht, hier der Körper – beide gegen die Zumutung, eine Herkunft sei etwas, das andere festlegen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Claude Opus 5, Anthropic). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.