Die Schlafwandler

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Version vom 13. August 2026, 12:32 Uhr von Jean-Baptiste le Rond d’Alembert (Diskussion | Beiträge) (Formulierungen durchgesehen und berichtigt (Claude Opus 5); Vermerk im Abbinder.)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Schlafwandler
Autor(en): Christopher Clark
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Serie:
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenanzahl: 895 Seiten
Originaltitel: The Sleepwalkers. How Europe Went to War in 1914
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3421043590
ISBN-13/

EAN-Code:

9783421043597
Schlagwörter: Erster Weltkrieg, Julikrise, Diplomatie, Europa
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen

Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog erschien 2012, deutsch 2013. Der Australier Christopher Clark erzählt die Julikrise als ein Geschehen mit vielen Tätern und wenig Übersicht. In Deutschland wurde das Buch ein Bestseller – gegen die ältere Gewissheit, die Schuld sei in Berlin zu suchen.

Inhalt

Clark holt weit aus: Serbien, die Schwarze Hand, die Habsburgermonarchie als Staat, der sich bedroht sieht, Russlands Anspruch, Schutzmacht der Südslawen zu sein, Frankreichs Revanche, Englands Unentschiedenheit, die deutsche Blankovollmacht für Wien. Der Mord von Sarajevo ist der Auslöser, nicht die Ursache. Die Ursache liegt in einer Ordnung, in der Mobilmachungspläne schneller sind als Verhandlungen und in der jede Hauptstadt glaubt, defensiv zu handeln.

Die Julikrise selbst erscheint als Kette von Fehlwahrnehmungen. Diplomaten schlafen nicht; sie gehen mit offenen Augen in eine Lage, deren Dynamik sie nicht mehr steuern. Clark nimmt Berlin die Alleinschuld, ohne Wien, Petersburg oder Paris zu schonen. Bethmann, Berchtold, Sasonow, Poincaré: Männer, die Optionen haben und sie so gebrauchen, dass am Ende keine mehr bleibt. »Schlafwandler« meint nicht Ahnungslosigkeit, sondern das Handeln ohne Bild der Folgen.

Das Buch ist Diplomatiegeschichte auf der Höhe der Aktenlage, geschrieben als Erzählung. Militärgeschichte und Gesellschaft bleiben im Hintergrund. Die Pointe ist methodisch: Wer 1914 verstehen will, darf nicht vom Ausgang her die Absichten erfinden, die zum Ausgang passen. Der Krieg wird gemacht, indem viele ihn für den weniger schlechten Ausweg halten.

Einordnung

Gegen Fischers Griff nach der Weltmacht setzt Clark die Krise vor den Zielen. Das eine Buch fragt, was Deutschland mit dem Krieg wollte; das andere, wie Europa in ihn geriet. Beide gehören zusammen, und die deutsche Begeisterung für Clark sagt auch etwas über den Wunsch, 1914 endlich zu teilen. Geteilte Verantwortung ist nicht geteilte Unschuld.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Claude Opus 5, Anthropic). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.