Das Erscheinen des Buches: Unterschied zwischen den Versionen

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  SCHLAGWORT = Buchdruck, Handel, Papier, Frühe Neuzeit|
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  SACH = Sachbuch, Buchwissenschaft|
  SACH = Sachbuch, Buchwissenschaft|

Aktuelle Version vom 25. August 2026, 20:57 Uhr

Lucien Febvre, Henri-Jean Martin · 1958 · Sachbuch, Buchwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Das Erscheinen des Buches
Autor(en): Lucien Febvre, Henri-Jean Martin
Originaltitel: L'apparition du livre
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1958
Schlagwörter: Buchdruck, Handel, Papier, Frühe Neuzeit
Sachgebiete: Sachbuch, Buchwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Albin Michel


Umfang dieser Ausgabe: 600 Seiten
ISBN: 9782226106896
Verweise


Das Erscheinen des Buches ist der deutsche Titel, unter dem die 1958 bei Albin Michel in Paris erschienene Untersuchung L'apparition du livre von Lucien Febvre und Henri-Jean Martin in der deutschsprachigen Forschung genannt wird. Eine vollständige deutsche Handelsausgabe hat das Werk nicht gefunden; gelesen wird es französisch und in der englischen Fassung The Coming of the Book. Febvre hat den Plan und die Einleitung gegeben, Martin die Durchführung: Technik, Papier, Handel, Geographie, die Menschen der Werkstatt, das Buch als Ware und als Kraft des Wandels zwischen 1450 und 1800. Es ist das Gründungsbuch der modernen Buchgeschichte, geschrieben aus der Schule der Annales, nicht aus der Inkunabelkunde allein.

Inhalt

Das Buch beginnt vor dem Druck. Papier muss da sein, in Mengen, zu Preisen, die eine Auflage tragen; sonst bleibt die Presse ein Kunststück. Febvre und Martin erzählen die Papiermühlen, die Lumpen, die Handelswege, dann die technischen Lösungen: Type, Satz, Druck, die Frage, ob der Holzschnitt ein Vorfahr war, der chinesische Vergleich, der nicht zur Herkunftslegende Europas wird. Gegen die Heroengeschichte Gutenbergs setzen sie Bedingungen. Der Erfinder kommt vor, aber er kommt in einer Landschaft vor, die schon auf Vervielfältigung wartet. Die Annales stehen hinter dieser Verschiebung: nicht der Genius zuerst, sondern das, was eine Gesellschaft möglich macht.

Der mittlere Teil gilt dem Buch als Ding und als Geschäft. Schriftbilder, Titelblatt, Kolophon, Format, Illustration, Einband: das Äußere, durch das ein Text zur Ware wird. Dann die Kosten, die Finanzierung, die Gesellen und Meister, der Weg vom humanistischen Drucker zum Buchhändler der Aufklärung, die Rechte der Verfasser, die noch nicht das Autorenrecht des neunzehnten Jahrhunderts sind. Eine Geographie des Buches folgt den Wanderungen der Drucker, den günstigen Orten, der Eroberung ferner Märkte – slawische Länder, die Neue Welt, der ferne Osten als Rand, nicht als Zentrum. Die Messen, der Nachdruck, das Privileg, die Zensur: das Buch ist schon hier ein Gegenstand der Polizei und des Gewinns.

Der letzte Gang fragt nach der Kraft des Wandels. Humanismus und Reformation erscheinen als Bewegungen, die den Druck brauchen und von ihm geformt werden; Sprachen werden durch Auflagen fest, die Latein und Volkssprache neu gewichten. Febvre ist 1956 gestorben; Martin hat das Werk zu Ende geführt und später die französische Verlagsgeschichte in großen Bänden ausgebaut. Der Ton ist nüchtern, materialreich, ohne die Pointe, die Elizabeth L. Eisenstein zwanzig Jahre danach schärfer setzen wird. Gerade die Nüchternheit ist das Programm: das Buch erscheint nicht als Idee, es erscheint als Industrie, als Straße, als Preis. Wer nur die berühmten Titel will, findet sie eingebettet in Lumpen und Lettern.

Einordnung

Mit diesem Band hat die Geschichtswissenschaft das Buch als Gegenstand der langen Dauer genommen, nicht nur als Quelle, aus der man Zitate hebt. Martin hat daraus eine Schule der französischen Buchgeschichte gemacht; Eisenstein hat die kulturrevolutionäre These nachgeschoben; die deutschsprachige Forschung hat oft das französische Original zitiert, als wäre der fehlende deutsche Handelstitel ein Ehrenzeichen der Gelehrsamkeit. Neben der Encyclopédie als Gegenstand steht hier das Buch als Epoche. Wer nach Febvre und Martin den Druck nur als Erfindung erzählt, hat das Erscheinen nicht verstanden: Es ist ein Vorgang aus Papier, Geld und Menschen, der die Neuzeit lesbar gemacht hat, bevor sie sich selbst so nannte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.