Leviathan: Unterschied zwischen den Versionen

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Hobbes schreibt im englischen Bürgerkrieg, als König und Parlament, Anglikaner, Katholiken und Puritaner einander die Ordnung zerlegt haben. Der erste Teil handelt vom Menschen. Von Natur aus seien alle gleich, und jeder habe ein Recht auf alles, was ihm zur Selbsterhaltung diene. Weil die Mittel knapp und die Begehren unersättlich sind, folgt daraus der Krieg aller gegen alle. In diesem Zustand ist, mit Hobbes’ Worten, das Leben einsam, ärmlich, ekelhaft, roh und kurz. Nicht Geselligkeit gründe den Staat, sondern die Angst, gewaltsam zu sterben.
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Hobbes schreibt im englischen Bürgerkrieg, als König und Parlament, Anglikaner, Katholiken und Puritaner einander die Ordnung zerschlagen haben. Der erste Teil handelt vom Menschen. Von Natur aus seien alle gleich, und jeder habe ein Recht auf alles, was ihm zur Selbsterhaltung diene. Weil die Mittel knapp und die Begehren unersättlich sind, folgt daraus der Krieg aller gegen alle. In diesem Zustand ist, mit Hobbes’ Worten, das Leben einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz. Nicht Geselligkeit gründe den Staat, sondern die Angst, gewaltsam zu sterben.
  
Um diesem Übel zu entgehen, übertragen die Einzelnen ihr natürliches Recht auf einen Souverän – eine Person oder eine Versammlung –, der fortan für alle spricht. Der Vertrag bindet die Untertanen untereinander, nicht den Herrscher: Wer die Gewalt hat, kann sie nicht brechen, weil es neben ihm keinen Richter gibt. Geteilte Souveränität ist für Hobbes kein Ausgleich, sondern der Bürgerkrieg in der Verfassung. Der Leviathan, nach dem Ungeheuer aus dem Buch Hiob, vereint weltliche und geistliche Macht und hält den Frieden durch Furcht und Strafe. Die Untertanen behalten im Kern nur das Recht, sich der unmittelbaren Tötung zu verweigern.
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Um diesem Übel zu entgehen, übertragen die Einzelnen ihr natürliches Recht auf einen Souverän – eine Person oder eine Versammlung –, der fortan für alle spricht. Der Vertrag bindet die Untertanen untereinander, nicht den Herrscher: Wer die Gewalt hat, kann sie nicht brechen, weil es neben ihm keinen Richter gibt. Geteilte Souveränität ist für Hobbes kein Ausgleich, sondern der Bürgerkrieg in der Verfassung. Der Leviathan, nach dem Ungeheuer aus dem Buch Hiob, vereint weltliche und geistliche Macht und hält den Frieden durch Furcht und Strafe. Die Untertanen behalten im Kern nur das Recht, sich gegen die unmittelbare Tötung zu wehren.
  
 
Die letzten beiden Teile gelten der Kirche und dem, was Hobbes das Reich der Finsternis nennt: Deutungen der Schrift, die eine zweite Gewalt neben dem Staat aufrichten. Der Souverän entscheidet auch über die öffentliche Lehre; Gewissen in politischen Dingen, das sich über das Gesetz stellt, ist für Hobbes der Keim des Krieges. Darum haben Zeitgenossen ihn des Atheismus beschuldigt, obwohl das Buch Gott nicht leugnet – es nimmt ihm nur die Zuständigkeit für den Bürgerfrieden.
 
Die letzten beiden Teile gelten der Kirche und dem, was Hobbes das Reich der Finsternis nennt: Deutungen der Schrift, die eine zweite Gewalt neben dem Staat aufrichten. Der Souverän entscheidet auch über die öffentliche Lehre; Gewissen in politischen Dingen, das sich über das Gesetz stellt, ist für Hobbes der Keim des Krieges. Darum haben Zeitgenossen ihn des Atheismus beschuldigt, obwohl das Buch Gott nicht leugnet – es nimmt ihm nur die Zuständigkeit für den Bürgerfrieden.
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Mit dem ''Leviathan'' hört die Politik auf, von der Natur des Menschen als sozialem Wesen zu reden, und fängt an, ihn als Gefahr für den anderen zu rechnen. Gleichheit, Vertrag, Absage an göttliches Königtum: Das sind bürgerliche Stücke. Ungeteilte Gewalt, Misstrauen gegen die Demokratie, Recht des Stärkeren im Naturzustand: Das sind die anderen. Beides steht in demselben Buch, und die Liberalen wie die Absolutisten haben sich daraus bedient. Wer heute über Sicherheit und Freiheit streitet, trifft früher oder später auf Hobbes – oft ohne den Namen, selten ohne die Logik.
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Mit dem ''Leviathan'' hört die Politik auf, von der Natur des Menschen als sozialem Wesen zu reden, und fängt an, mit ihm als Gefahr für den anderen zu rechnen. Gleichheit, Vertrag, Absage an das Gottesgnadentum: Das sind die bürgerlichen Züge des Buches. Ungeteilte Gewalt, Misstrauen gegen die Demokratie, Recht des Stärkeren im Naturzustand: Das sind die anderen. Beides steht in demselben Buch, und die Liberalen wie die Absolutisten haben sich daraus bedient. Wer heute über Sicherheit und Freiheit streitet, trifft früher oder später auf Hobbes – oft ohne den Namen, selten ohne die Logik.
  
 
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Aktuelle Version vom 13. August 2026, 12:23 Uhr

Daten zum Buch
Deutscher Titel: Leviathan
Autor(en): Thomas Hobbes
Herausgeber: Iring Fetscher
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie: suhrkamp taschenbuch wissenschaft
Erscheinungsjahr: 1651
Seitenanzahl: 578 Seiten
Originaltitel: Leviathan or The Matter, Forme and Power of a Commonwealth Ecclesiasticall and Civil
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3518280627
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518280621
Schlagwörter: Gesellschaftsvertrag, Souveränität, Naturzustand, Absolutismus
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen

Leviathan ist die 1651 erschienene Staatstheorie von Thomas Hobbes. Sie erklärt den Staat aus der Furcht vor dem gewaltsamen Tod und hat der Neuzeit das Bild vom Souverän als sterblichem Gott gegeben.

Inhalt

Hobbes schreibt im englischen Bürgerkrieg, als König und Parlament, Anglikaner, Katholiken und Puritaner einander die Ordnung zerschlagen haben. Der erste Teil handelt vom Menschen. Von Natur aus seien alle gleich, und jeder habe ein Recht auf alles, was ihm zur Selbsterhaltung diene. Weil die Mittel knapp und die Begehren unersättlich sind, folgt daraus der Krieg aller gegen alle. In diesem Zustand ist, mit Hobbes’ Worten, das Leben einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz. Nicht Geselligkeit gründe den Staat, sondern die Angst, gewaltsam zu sterben.

Um diesem Übel zu entgehen, übertragen die Einzelnen ihr natürliches Recht auf einen Souverän – eine Person oder eine Versammlung –, der fortan für alle spricht. Der Vertrag bindet die Untertanen untereinander, nicht den Herrscher: Wer die Gewalt hat, kann sie nicht brechen, weil es neben ihm keinen Richter gibt. Geteilte Souveränität ist für Hobbes kein Ausgleich, sondern der Bürgerkrieg in der Verfassung. Der Leviathan, nach dem Ungeheuer aus dem Buch Hiob, vereint weltliche und geistliche Macht und hält den Frieden durch Furcht und Strafe. Die Untertanen behalten im Kern nur das Recht, sich gegen die unmittelbare Tötung zu wehren.

Die letzten beiden Teile gelten der Kirche und dem, was Hobbes das Reich der Finsternis nennt: Deutungen der Schrift, die eine zweite Gewalt neben dem Staat aufrichten. Der Souverän entscheidet auch über die öffentliche Lehre; Gewissen in politischen Dingen, das sich über das Gesetz stellt, ist für Hobbes der Keim des Krieges. Darum haben Zeitgenossen ihn des Atheismus beschuldigt, obwohl das Buch Gott nicht leugnet – es nimmt ihm nur die Zuständigkeit für den Bürgerfrieden.

Einordnung

Mit dem Leviathan hört die Politik auf, von der Natur des Menschen als sozialem Wesen zu reden, und fängt an, mit ihm als Gefahr für den anderen zu rechnen. Gleichheit, Vertrag, Absage an das Gottesgnadentum: Das sind die bürgerlichen Züge des Buches. Ungeteilte Gewalt, Misstrauen gegen die Demokratie, Recht des Stärkeren im Naturzustand: Das sind die anderen. Beides steht in demselben Buch, und die Liberalen wie die Absolutisten haben sich daraus bedient. Wer heute über Sicherheit und Freiheit streitet, trifft früher oder später auf Hobbes – oft ohne den Namen, selten ohne die Logik.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Claude Opus 5, Anthropic). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.